DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bald darf Nashville mit Captain Roman Josi in den Playoffs wieder um den Stanley Cup kämpfen.
Bald darf Nashville mit Captain Roman Josi in den Playoffs wieder um den Stanley Cup kämpfen.
Bild: AP/AP

Wenn die Verteidigung der beste Angriff ist – darum sind die Nashville Predators so stark

Die Nashville Predators sind derzeit das beste Team der NHL. Den Unterschied macht die Verteidigung um den Schweizer Captain Roman Josi aus.
16.03.2018, 18:2416.03.2018, 20:16

Die Nashville Predators sind derzeit kaum zu schlagen. In den letzten 13 Spielen haben sie immer gepunktet, nur drei Mal nach Verlängerung verloren. Die «Preds» haben nun auch Tampa Bay überholt und grüssen vom Ligathron. Mit einem weiteren Sieg gegen Colorado in der Nacht auf morgen Samstag können sie sich bereits die Playoff-Teilnahme definitiv sichern.

Doch was macht das Team um Captain Roman Josi derart stark? Da ist natürlich die talentierte Offensive mit Ryan Johansen, Filip Forsberg, Kyle Turris oder Kevin Fiala, doch das Prunkstück der Franchise aus dem US-Bundestaat Tennessee ist die Verteidigung. Und was genau diese Defensive so stark macht, lässt sich anhand von drei Punkten aufzeigen.

Grosser Anteil an der Produktivität

Die Defensive der Nashville Predators ist die produktivste der ganzen Liga. Von 596 gesammelten Skorerpunkten haben die Verteidiger bei Nashville beinahe einen Drittel (29,87 Prozent) selbst erzielt. Die San Jose Sharks kommen ihnen zwar ziemlich nahe (29,74 Prozent), der NHL-Durchschnitt liegt allerdings deutlich tiefer bei rund 22 Prozent.

Bild: watson, infogr.am

Noch deutlicher wird es, wenn man nur die Top-4-Verteidiger jeder Teams anschaut. In den bislang 70 Spielen dieser Saison haben Roman Josi, Mattias Ekholm, P.K. Subban und Ryan Ellis kombiniert 151 Skorerpunkte auf dem Konto – davon 42 Tore. Bei keiner anderen Mannschaft haben die besten «Blueliner» einen grösseren Output. Die nächstbeste Mannschaft ist hier Minnesota mit 138 Punkten von seinen besten Verteidigern. 

Die Predators-Defensive war schon im Herbst Ligaspitze, obwohl Ryan Ellis damals noch verletzt war. Seit Januar ist er zurück und hat den Predators nochmals mehr Klasse und Tiefe verliehen (24 Punkte in 32 Spielen). Mit dem Kanadier im Kader hat Nashville in 31 Spielen nur vier Mal nicht gepunktet.

Gute Schusswerte

Natürlich muss ein Verteidiger nicht nur skoren können, sondern auch das Geschehen auf dem Eis von dem eigenen Kasten fernhalten. Das gelingt den Hintermännern Nashvilles äusserst gut.

Corsi For in Prozent. Gelb die Verteidiger von Nashville, blau die Top-Verteidiger der Liga.
Corsi For in Prozent. Gelb die Verteidiger von Nashville, blau die Top-Verteidiger der Liga.
quelle: corsica.hockey; Bild: watson, infogr.am

Josi und Co. verfügen alle über einen persönliche Corsi-Wert von über 52% Prozent. Das heisst, wenn sie auf dem Eis stehen, kontrolliert Nashville die Mehrheit der Schussversuche. Da haben andere Top-Verteidiger wie John Carlsson (Washington, 49,09 Prozent) oder Erik Karlsson (Ottawa, 50,43 Prozent) schon mehr Mühe.

Corsi
Corsi For (CF%) – Hier werden die Schussversuche (Schüsse aufs Tor, Schüsse neben das Tor, geblockte Schüsse) des eigenen Teams ins Verhältnis gesetzt mit den Schussversuchen des gegnerischen Teams, wenn der betreffende Spieler auf dem Eis steht. Die entstehende Prozentzahl gibt eine Einschätzung über den Spielanteil eines Teams. Ein Corsi-Wert von über 50 gilt als gut.

Und alle vier Top-Verteidiger bei den Predators beeinflussen Schussversuche ihres Teams positiv (Corsi For Relative). Das heisst, Nashville kontrolliert die Schussversuche eher, wenn einer, respektive zwei dieser vier Verteidiger auf dem Eis steht. Dabei hat Mattias Ekholm mit 5,57 Prozent den besten Corsi-Relativ-Wert, obwohl er mehr Einsätze in der defensiven Zone startet als im Offensivdrittel.

Einsatzzeit und Blocks

Die vier Defensiv-Stars von Nashville sind sich auch nicht zu schade, ihren Körper einzusetzen. Ryan Ellis blockt pro Spiel mehr als fünf Schüsse – ein absoluter Top-Wert unter den Spitzenverteidigern der Liga. Zudem sind die Preds auch sehr scheibensicher. Josi, Ekholm und Ellis verzeichnen allesamt weniger Scheibenverluste als die Top-Verteidiger anderer Teams. Einzig P.K. Subban kann hier nicht ganz mit seinen Teamkollegen mithalten.

Scheibverluste pro 60 Minuten Eiszeit (iGVA/60). Gelb die Verteidiger von Nashville, blau die Top-Verteidiger der Liga.
Scheibverluste pro 60 Minuten Eiszeit (iGVA/60). Gelb die Verteidiger von Nashville, blau die Top-Verteidiger der Liga.
Quelle: corsica.hockey; Bild: watson, infogr.am

Dass Nashville gleich über vier derart gute Verteidiger verfügt, dürfte ihnen auch in einem langen Playoff-Lauf zu gute kommen. Josi und Co. erhalten zwar auch gut über 20 Minuten Eiszeit pro Spiel. Da die Last bei der Franchise aus Tennessee aber auf vier, statt wie bei den meisten Teams üblich nur auf zwei Schultern verteilt werden kann, dürfen die Nashville-«Blueliner» eher mal durchschnaufen. 

Yannick Weber ist ein dankbarer Verteidiger im dritten Defensiv-Paar.
Yannick Weber ist ein dankbarer Verteidiger im dritten Defensiv-Paar.
Bild: AP/AP

Zudem hat die Mannschaft von Coach Peter Laviolette mit Yanick Weber, Matt Irwin oder auch Alexei Emelin drei weitere Verteidiger, die die Rolle im dritten Verteidigungspaar perfekt ausfüllen. Bleiben die Predators von Verletzungen verschont, sind sie dieses Jahr wieder ein heisser Anwärter auf den Stanley Cup.

Diese NHL-Spieler haben die 600-Tore-Marke geknackt

1 / 22
Diese NHL-Spieler haben die 600-Tore-Marke geknackt
quelle: x02835 / perry nelson
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das Büro steht Kopf, wir sind im Playoff-Fieber

Video: Angelina Graf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Die McNall-Revolution – wie ein freundlicher Schurke die moderne NHL erfand

Die Kraken aus Seattle werden das 32. Team der NHL sein. Beinahe geht vergessen: Am Anfang der Entwicklung der NHL auf nun 32 Teams, von einer Pleiteliga zu einem brummenden Milliardengeschäft, steht ein Schurke. Eine Reise zurück in die aufregendsten Jahre der neueren NHL-Geschichte, als alles begann.

Die Sonne versinkt ansichtskarten-glutrot im Pazifik. Durch die Luft wabert der Geruch von Räucherstäbchen und sonstigem Kraut. Polizisten dösen träge wie Seehunde in Streifenwagen und überwachen die in den letzten Sonnenstrahlen rollschuhlaufenden, joggenden Menschen. Die Verkaufsstände werden weggeräumt und dicke Eisengitter rasselnd vor die Souvenierläden runtergelassen. Abendstimmung am Venice Beach. Sie kontrastiert mit den Problemen, die Los Angeles bis heute kennzeichnen: Hitze, …

Artikel lesen
Link zum Artikel