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An eerie atmosphere in the almost empty stadium during the Swiss National League ice hockey match between EHC Bieland ZSC Lions, Friday, February 28, 2020 in the Tissot Arena in Biel, Switzerland. As a prevention against the spread of the coronavirus desease, Swiss federal authorities banned events with more than 1000 spectators to take place as of Friday. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Keine Fans, keine Stimmung: Das Geistspiel Biel – ZSC Lions am Ende der Regular Season. Bild: KEYSTONE

«Wollen ums Verrecken spielen» – so geht die Schweizer Eishockey-Meisterschaft weiter



Eine Meisterschaft ohne Meister? Dieses Szenario wird nach wie vor diskutiert. Doch wahrscheinlicher ist ein anderes. Nämlich, dass Playoffs ohne Zuschauer gespielt werden. Geister-Playoffs.

«Wir wollen ums Verrecken spielen», betonte Christian Wohlwend, der Trainer des HC Davos im «Sportpanorama» des SRF. Er gehe «zu 99,9 Prozent» davon aus, dass die Playoffs am 17. März beginnen. Die TV-Partner hätten Druck gemacht, dass man spiele.

ZUM BEGINN DER NATIONAL LEAGUE SAISON 2019/20 AM FREITAG, 13. SEPTEMBER 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDE PORTRAITS VON CHRISTIAN WOHLWEND, HEADCOACH HC DAVOS, ZUR VERFUEGUNG --- Christian Wohlwend, Headcoach des HC Davos, portraitiert in der Garderobe der 1. Mannschaft am 5. September 2019, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Alleine in der Kabine – lieber nicht alleine im Stadion: HCD-Trainer Wohlwend. Bild: KEYSTONE

Geisterspiele tun finanziell wohl weniger weh

Wird die Meisterschaft abgeblasen, müssten die Klubs wohl Fernsehgeld, das sie bereits erhalten haben, zurückzahlen. Wie viel, ist offen. Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» schätzt Peter Zahner, der CEO der ZSC Lions, den Betrag auf zwischen 350'000 und 500'000 Franken.

Weil die Klubs auch bei Geisterspielen Geld verlieren, muss nun kalkuliert werden, welcher Verlust höher wäre. Das ist von Klub zu Klub verschieden. Die ZSC Lions rechnen mit einem Betrag von rund 55'000 Franken pro Heimspiel, weil sie das Hallenstadion für jede Partie mieten müssen. Den HC Davos kostet ein Playoff-Geisterspiel bloss zwischen 5000 und 10'000 Franken, weil die Bündner eine Saisonmiete bezahlen.

Paradox: Je länger ein Klub in den Playoffs ist, umso grösser wird sein Verlust sein. Jedes Spiel kostet ihn, hinzu kommen beim Weiterkommen Erfolgsprämien für Spieler und Betreuer. «Fliegt man in der ersten Runde raus, ist der finanzielle Schaden noch am geringsten», weiss Wohlwend. Selbstredend dürfte es aber nirgends ein Thema sein, lieber früh auszuscheiden, als um den Meisterpokal zu kämpfen.

In Frankreich entschied bereits der grüne Tisch

Die Liga hatte den Start der Playoffs in der National League und die Fortsetzung der Playoffs in der Swiss League in einem ersten Entscheid vom 7. auf den 17. März verschoben. Morgen Dienstag treffen sich die Klubs zu einer nächsten Sitzung, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Nach wie vor gibt es mehrere Szenarien: einen Abbruch der Meisterschaft, Playoffs mit Geisterspielen, Playoffs mit Fans oder verkürzte Playoffs.

HCD-Trainer Wohlwend könnte im Fall einer weiteren Verschiebung des Playoff-Starts auch mit einer Modusänderung leben: «Alles ist besser, als gar nicht zu spielen. Ob es jetzt Best-of-7-Serien, Best-of-5 oder Best-of-3 sind: lieber weniger spielen als gar nicht!»

Unklar ist, was geschieht, sollte sich in der Schweiz ein Spieler mit dem Coronavirus infiziert haben. Klar hingegen ist, dass niemand will, was sich soeben in der französischen Eishockey-Meisterschaft ereignet hat. Mulhouse führte in der Playoff-Serie gegen Amiens mit 3:2 Siegen und war nur noch ein Sieg vom Vorstoss in die Halbfinals entfernt. Aber wegen des Coronavirus konnte nicht mehr im Elsass gespielt werden und in Amiens untersagten die Behörden Mulhouse die Anreise. So entschied der Verband, dass Amiens die Serie kampflos gewonnen hat. (ram)

Situation in der Super League

Die Fussball-Meisterschaft hat den Spielbetrieb mindestens bis am 15. März eingestellt. Da nicht davon auszugehen ist, dass der Bundesrat das Veranstaltungsverbot für Anlässe mit über 1000 Personen nach diesem Tag aufhebt, dürfte die Pause noch bis mindestens 4. April dauern. In den Tagen zuvor war schon länger eine Pause vorgesehen, weil die Nationalmannschaft voraussichtlich zwei Testspiele in Katar bestreitet.

Auch die Klubs der Super League und der Challenge League müssen überlegen, was schlimmer ist: ein Abbruch der Meisterschaft oder Geisterspiele, falls Grossveranstaltungen noch länger behördlich untersagt sind. Je nach Klub machen die Matcheinnahmen rund ein Drittel der gesamten Einnahmen aus.

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40Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lumina 10.03.2020 01:59
    Highlight Highlight Nur weil der Wohlwend es so will, ist es noch lange nicht in Stein(Bock) gemeiselt - diverse Clubs haben sich zuvor nämlich klar GEGEN weitere Geisterspiele ausgesprochen - ausserdem könnte es sämtlichen Playout-Teilnehmern so (über kurz oder lang) den Finanzhut lupfen - oder glaubt ihr ernsthaft Teams wie Ambri, Rappi oder Langnull, können sich zich Spiele ohne Publikum leisten? (mal ganz abgesehen davon, dass sie das gar nicht wollen)

    Wie es schon der grosse LeBron James gesagt hat, (als mögliche NBA-Absagen debattiert wurden) "If the fan's are getting locked out, i won't show up playing!"
  • W.G. 09.03.2020 21:43
    Highlight Highlight Mein Tip für morgen: Alles zu Ende. Gibt keine Spiele mehr diese Saison. Leider. Trotzdem der beste Entscheid.
    Geld (my sports) regiert zwar die Welt. Aber wenn der Meister am Ende den größten Verlust hat, dann macht das alles keinen Sinn.
  • AndOne 09.03.2020 20:29
    Highlight Highlight Ja, Geisterspiele wären eine Möglichkeit. Aber was wenn sich ein Spieler oder einer vom Staff infiziert? Dann wäre die ganze Mannschaft unter Quarantäne und der Gegner der automatische Sieger. Wollt ihr das wirklich? Ich würde sagen Playoffs absagen und den Qualisieger zum Corona-Meister gratulieren.
    • Lumina 10.03.2020 09:34
      Highlight Highlight Da(nn) gäbe es wohl nix zu gratulieren, denn sowohl die Spieler, als auch die Führung der ZSC Lions, haben ausdrücklich zu verstehen gegeben, einen (möglichen) "Corona-Titel" NICHT anzunehmen.
  • Gondeli 09.03.2020 15:13
    Highlight Highlight Die Welt gerät gerade aus den Fugen - die Menscheit ist am Rande der Existenz angelangt und hier wird über den Eishockey-Modus diskutiert?!?!?

    Vergesst es! Wir haben alle für viele Jahre das letzte Eishockeyspiel im Stadion gesehen!

    • Züzi31 09.03.2020 16:57
      Highlight Highlight Bitzli übertrieben... Nerventee gefällig?
      Benutzer Bildabspielen
    • släppschött 09.03.2020 17:26
      Highlight Highlight Herrlich Sarkastisch muahaha grosse Klasse🙃
    • Gondeli 09.03.2020 17:54
      Highlight Highlight Kein Sarkasmus! Ich habe einfach das Gefühl, dass uns nicht alles gesagt wird betr. Coronavirus... Wir werden mit drastischen Einschränkungen weiterleben müssen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • na ja 09.03.2020 14:15
    Highlight Highlight Dann spielt doch! Aber dann kes gränn, wenns so geht wie in Frankreich! Die Serie führen und dann doch verlieren? Und das wegen paar TVheinis die drohen? Tja..
    • chandler 09.03.2020 15:05
      Highlight Highlight Diese "TVheinis" bezahlen viele Millionen, und somit auch einen Teil der vielen hohen Lohnsummen. Ich denke die haben sehr wohl das Recht Druck zu machen...
  • Track 09.03.2020 11:58
    Highlight Highlight Meiner Meinung nach ist der aktuelle Meister am grünen Tisch zum neuen Meister zu erklären. Wäre völlig gerechtfertigt!! Dazu hat dann die eishockeyinteressierte Restschweiz wieder 35 Jahre Zeit diesen Umstand zu beweinen. Wie beim Aufstieg am grünen Tisch......
    • f303 09.03.2020 16:24
      Highlight Highlight Du meinst diese GurkenTruppe, die noch nicht einmal die Playoffs erreicht hat? 🤣 Wäre natürlich völlig gerechtfertigt. Ähm Nein.

      Wenn überhaupt, dann der Qualisieger. Auch wenn das ebenfalls alles andere als ideal wäre.
    • Ah-Jah 09.03.2020 20:53
      Highlight Highlight Fakten sind nicht zu beweinen!!! Das sind leider Tatsachen!!!

  • PatricB 09.03.2020 11:02
    Highlight Highlight Nur weil MySports Druck macht? Die sind selber Schuld, dass sie mit Ihrer Misswirtschaft auf das Geld angewiesen sind. Der Qualisieger wird zum Meister erklärt, der Qualisieger der Swiss League steigt auf und der letzte der NL steigt an. Ende aus. Basta
    • Steve21 09.03.2020 11:43
      Highlight Highlight @PatricB: wirklich? Frustablassen gegen MySports? Ich glaube alle Beteiligten, UPC, Liga, SRF, Klubs, Spieler, etc. wollen ungern Geld verlieren. Daher nur legitim, dass sich alle (auch) für ihre Interessen einsetzen.
      Und die Lösung Qualisieger ist Meister zieht einfach nicht. Kann man auch nicht mit Fussball oder so vergleichen, die ganze Saisonplanung sähe anders aus, wenn man weiss, dass nach 50 Runden fertig ist.
      Also, auch wenn's Scheisse ist, lieber ohne Fans als gar nicht
    • maylander 09.03.2020 12:15
      Highlight Highlight Vor dem letzten Qualispiel in dem auch der Qualimeister direkt ausgemacht wurde haben der ZSC und der EVZ, dass sie den Qualititel nicht als Meistertitel wollen.

      Dann gibt es keinen Meister und Aufsteiger, weil die Regeln nachträglich ändern geht nicht.

      Mittlerweile wurde schon so viele Events Abgesagt und die Massnahmen gegen den Coronavirus greifen immer stärker in den Alltag ein, dass ein wenig Ablenkung durch Sport gar nicht so schlecht wäre.
    • HotIce 09.03.2020 16:50
      Highlight Highlight nicht nur mysports - ich mach auch druck. 😂🤣🙄
    Weitere Antworten anzeigen
  • phasto 09.03.2020 10:05
    Highlight Highlight lasst doch ein paar Saisonkarten Besitzer ins Stadion ... Stimmungsmacher

    oder macht es wie es beim SRF beim Fussball seit Jahren üblich ist ... Stimmung ab Band ;)


    Oder ganz verrückte Idee, virtuelle Fans ins TV-Bild einfügen^^
  • mthsmdr 09.03.2020 09:47
    Highlight Highlight Man könnte den Meister, Auf- und Absteiger auch in einem Turnier analog der WM in den Stadien von Lausanne und Zürich als Geisterspiele ausspielen. Es bräuchte dann nur zwei Stadien und man könnte zwei bis drei Spiele pro Tag am TV zeigen. 🤷🏼‍♂️
  • GoldjungeKrater 09.03.2020 09:44
    Highlight Highlight Es würde also den EHC Kloten mit dem Versuch aufzusteigen in den Ruin treiben. Die spielen genauso lange wie der NLA Club der Meister werden will!
    • maylander 09.03.2020 10:57
      Highlight Highlight Zuerst müssen sie NLB Meister werden.
      Für Geisterspiele könnten sich Kloten und der Z ein Stadion teilen.
  • Bravo 09.03.2020 09:32
    Highlight Highlight Ich bin der Meinung, man sollte die Playoffs normal beginnen (allenfalls mit max. 999 Zuschauern; alle müssen U50 sein (keine Risikogruppe); man könnte die Plätze vielleicht auslosen? oder gerecht auf die verschiedenen Spiele aufteilen). Vielleicht ändert sich die Situation ja bis zum Final wieder.

    Aus finanzieller Sicht werden mit Sicherheit bei mysports viele Tages- oder Monatsabos gelöst, um die Playoffs zu Hause im TV zu sehen. Die Einbussen gibt's halt in der Gastro.

    Klar ists schade, ohne Zuschauer werden Emotionen fehlen, aber besser als gar keine Spiele.
    • Papedipupi 09.03.2020 09:44
      Highlight Highlight Wenn, dann ohne Zuschauer. Es geht darum, die Verbreitung zu stoppen. Es geht nicht um den Einzelfall.
    • maylander 09.03.2020 10:54
      Highlight Highlight Die Cüplifans in den Logen sollten eigentlich vor einer Ansteckung sicher sein.
      Ich denke eine Auslosung etc wird mehr Leute verärgern, deshalb wird einheitlich gespielt. Sogar die EVZ Academy musste ohne Zuschauer spielen.
    • Wen nicht Ich wer dann 09.03.2020 12:17
      Highlight Highlight Die EVZ Academy spielt immer ohne Zuschauer.
    Weitere Antworten anzeigen
  • maylander 09.03.2020 08:53
    Highlight Highlight 1. Für ein Geisterspiel braucht es auch kein Hallenstadion.

    2. Ohne Zuschauer wird die Stadionmiete auch günstiger sein, zudem die Stadien auch nicht anderweitig genutzt werden können.

    3. Da auch alle andere Anlässe abgesagt wurden wird es viele Fernsehzuschauer haben. Man könnte die Spiele gestaffelt spielen lassen um mehr Zuschauer zu erreichen.

    4. Ohne Zuschauer bedeutet das Heimrecht, das die Heimmannschaft zuletzt wechseln darf. Dies muss nicht im Heimstadion sein. Die Hälfte der Eishallen könnte man schliessen und so Kosten sparen.

    • Faceoff 09.03.2020 09:12
      Highlight Highlight 1. Nein, aber da wird sich die Betreiberin wohl kaum überzeugen lassen, denn reserviert ist das HaSta für die ganzen Playoffs.

      2. Das glaube ich kaum. Die Betreiber wissen ja, dass sie das Stadion nicht anderweitig nutzen können. Warum also jemandem, der schon bezahlt hat, freiwillig einen Rabatt geben?

      3. Wettbewerbsverfälschung, daher nein, sicher nicht.

      4. Anreisewege, in der eigenen Garderobe sein etc. gehört auch zu einem Heimspiel, also auch hier, eher nicht.
    • Antiklaus 09.03.2020 09:23
      Highlight Highlight Klar in Zürich wäre das Stadiönli günstiger. Und mit 100 Funktionären die Stimmung noch besser als im grossen Hallenstadion
    • Coliander 09.03.2020 09:27
      Highlight Highlight 3. Wäre doch gar keine schlechte Idee, ist in der NHL normal.
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