Devils entlassen Manager Fitzgerald – was das für Hischier und Co. bedeutet
Tom Fitzgerald ist nicht mehr General Manager der New Jersey Devils. Der Klub hat den 57-Jährigen in der Nacht auf Dienstag nach elf Jahren in der Organisation seines Amtes enthoben. 2015 kam er als Assistenz-GM nach New Jersey, fünf Jahre später übernahm er den Chefposten nach der Trennung von Ray Shero zunächst interimistisch, danach definitiv.
#BREAKING: New Jersey Devils Managing Partner David Blitzer announced today that Tom Fitzgerald will depart the organization.
— New Jersey Devils (@NJDevils) April 6, 2026
In seiner Zeit als Devils-Manager ist es ihm nicht gelungen, die Mannschaft mit einem jungen, talentierten Kern in einen echten Titelkandidaten zu verwandeln. Das Team aus New Jersey mit den Schweizern Nico Hischier, Timo Meier und Jonas Siegenthaler ist dabei, zum vierten Mal in den sechs Jahren der Ära Fitzgerald die Playoffs zu verpassen.
So richtig erfolgreich war nur die Saison 2022/23, als die Devils einen neuen Punkterekord aufstellten (112 Zähler) und in der ersten Playoff-Runde den absoluten Erzrivalen, die New York Rangers, bezwangen. In der zweiten Runde war man dann gegen die Carolina Hurricanes aber chancenlos. So endet Fitzgeralds Ära mit einer weiteren Enttäuschung und eine neue Zeitrechnung wird eingeläutet. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
Wer wird Nachfolger?
Wer in New Jersey auf Fitzgerald folgt, ist noch nicht bekannt. In der Mitteilung des Klubs wurde auch keine interimistische Lösung genannt. Realistisch ist, dass die Assistenz-GMs Dan MacKinnon und Kate Madigan die Geschicke übernehmen, bis eine permanente Lösung gefunden wird. Als mögliche Kandidaten werden Sunny Mehta (momentan Assistenz-GM bei Florida) oder Doug Armstrong (GM bei St.Louis) gehandelt. Allerdings sind die Devils nicht das einzige Team auf GM-Suche: Auch Toronto und Nashville haben eine solche Stelle zu besetzen.
Was hat Fitzgerald falsch gemacht?
Der 57-Jährige hat in seiner Zeit bei den Devils nicht alles falsch gemacht. Zu oft sind seine Poker aber nicht wie gewünscht aufgegangen. Wie 2023, als er Timo Meier von San Jose nach New Jersey holte und ihn mit einem 8-Jahres-Vertrag ausstattete. Doch der Schweizer Stürmer konnte bei den Devils nie mehr an die Leistungen seiner besten Zeit bei den Sharks anknüpfen.
Auch ist es dem GM von New Jersey nie gelungen, das Goalieproblem wirklich zu lösen. Inkonstante Leistungen zwischen den Pfosten ruinierten immer wieder eigentlich solide Leistungen der Mannschaft. An Kandidaten mangelte es nicht, aber MacKenzie Blackwood, Nico Daws, Akira Schmid, Vitek Vanecek oder Jacob Markström konnten das Goalieproblem nicht beheben. Trotzdem erhielt der 36-jährige Markström von Fitzgerald diesen Herbst ohne Not einen neuen Zweijahresvertrag bis im Sommer 2028.
Fans und Experten bemängelten zudem, dass Fitzgerald zu vielen Spielern einen Trade-Schutz zugestand. 13 Spieler des 25-Mann-Kaders haben eine Klausel im Vertrag, die Trades komplett oder zumindest teilweise (z.B. nur zu gewissen Teams) untersagt. Im Normalfall werden solche Klauseln nur absoluten Stars gegeben, doch Fitzgerald stattete auch Spieler wie die Stürmer Connor Brown und Stefan Noesen oder die Verteidiger Brenden Dillon und Jonathan Kovacevic damit aus.
Damit manövrierte sich Fitzgerald ins Abseits. Es fehlte ihm jegliche Flexibilität, um zu reagieren, wenn sich die Saison nicht nach seinen Vorstellungen entwickelte oder plötzlich unerwartete Chancen entstanden. So war «Fitzy» auch in einer Sackgasse, als diese Saison plötzlich Quinn Hughes' Zeit in Vancouver endete. Statt nach Jack und Luke den dritten Hughes-Bruder nach New Jersey zu holen, landete der Älteste des Trios bei Minnesota. Fitzgerald hatte nicht den Cap-Space, um sich Quinns Dienste zu sichern, und konnte keinen der Spieler mit Trade-Schutz dazu überreden, die Klausel zu annullieren, um etwas Geld freizuschaufeln.
Zuletzt liebäugelte Fitzgerald mit einem Trade von Verteidigertalent Simon Nemec, um stattdessen den Sturm des Teams weiter zu verstärken, was aus Sicht vieler Experten ein Fehler wäre. Diese Pläne und die Fehler aus den Vorjahren dürften ihm nun den Job gekostet haben.
Was bedeutet der Wechsel für die Schweizer?
Im Moment gerade noch nichts. Es gibt noch keinen Nachfolger für Fitzgerald und damit auch noch keine angepassten Zukunftspläne für die Devils. Hischier, Meier und Siegenthaler haben allesamt noch Verträge über die laufende Saison hinaus. Und alle drei haben auch eine Trade-Schutz-Klausel in ihren Verträgen – Meier eine komplette No-Move-Klausel, Hischier und Siegenthaler eine 10-Team-No-Trade-List.
Am frühesten dürfte Nico Hischier vom neuen Chef betroffen sein. Der Vertrag des Devils-Captains läuft im Sommer 2027 aus. Ab diesem Juli dürfte Fitzgeralds Nachfolger dann eine Verlängerung mit dem Schweizer aushandeln. Die Aufgabe dürfte angesichts der Stellung Hischiers innerhalb der Mannschaft grosse Priorität geniessen.
Welche Aufgaben warten auf den neuen GM?
Wer auch immer Nachfolger von Tom Fitzgerald wird, er wird keine unlösbare Aufgabe übernehmen. Der Kern der Mannschaft mit Jack Hughes (24), Nico Hischier (27), Jesper Bratt (27) sowie Luke Hughes (22) und Simon Nemec (22) ist jung genug, dass das Stanley-Cup-Fenster noch einige Jahre offen bleibt. Trotzdem gibt es in New Jersey einige Fragen zu beantworten.
Die Torhüterfrage
Hier hat Fitzgerald seinem Nachfolger wahrlich kein Geschenk gemacht. Mit Jake Allen (1.8 Millionen bis 2030) hat New Jersey eine sehr gute Nummer 2 unter Vertrag. Der Kanadier ist aber auch schon 35 Jahre alt, ein Leistungseinbruch in den kommenden Jahren ist nicht auszuschliessen. Jacob Markström konnte sich diese Saison nicht als zuverlässige Nummer 1 beweisen. Er verdient bis 2028 trotzdem sechs Millionen pro Jahr.
Der neue GM muss entweder eine Lösung finden, wie Markström Leistungen zeigen kann, die seinem Vertrag und seiner Rolle entsprechen – womöglich mit einer Änderung auf der Goalietrainerposition. Oder er findet eine Lösung, Markström irgendwie an einen Konkurrenten abzugeben und schafft es, stattdessen eine taugliche Nummer 1 zu verpflichten.
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Die Verteidigerfrage
Wie sieht die Devils-Verteidigung der Zukunft aus? Simon Nemec, der Nummer-2-Draft von 2022 war unter Fitzgerald nie so richtig glücklich und stets Teil von Trade-Diskussionen. Dabei erzielte der Slowake auf dem Eis bislang die besseren Resultate als der beinahe gleichaltrige Luke Hughes, der vor dieser Saison einen Fünfjahresvertrag unterschrieb, der ihm neun Millionen jährlich einbringt. Fitzgeralds Nachfolger muss diesen Sommer Nemec von einem Verbleib in New Jersey überzeugen oder ihn wohl unter Wert wegtraden.
Fragezeichen gibt es auch um Dougie Hamilton. Der 32-jährige Verteidiger verdient bis 2028 noch neun Millionen pro Saison. Auch ihn wollte Fitzgerald schon loswerden, um Platz im Kader für jüngere Verteidiger zu machen. Hamilton kann aber ohne Zustimmung des Spielers nicht an andere Teams abgeschoben werden. Der neue GM muss mit dem Kanadier und seinem Agenten entweder eine Trade-Lösung finden oder ihn bis zum Ablauf des Vertrags im Kader behalten.
Die Stürmerfrage
Kein Team hat in dieser Saison weniger aus seinen Torchancen gemacht als die Devils. Angesichts der herausgespielten Chancen hätte New Jersey eigentlich fast 27 zusätzliche Tore erzielen müssen. Doch die Effizienz war wie schon so oft bei den Devils mangelhaft. Der Kern des Sturms (Hischier, Hughes, Bratt) sind allesamt Spielmacher. Und Timo Meier konnte die Rolle des Snipers bislang nicht übernehmen.
Finishing - April 5https://t.co/V5gSnFb3RE pic.twitter.com/NTC4Xso0s5
— JFresh (@JFreshHockey) April 5, 2026
Die Devils bräuchten einen Starflügel wie Cole Caufield oder Matt Boldy, der diese Sniper-Rolle übernehmen könnte. Zumal es dann auch weniger ins Gewicht fallen würde, wenn Jack Hughes einmal mehr verletzt ausfällt. Das wird für den neuen Devils-GM aber eine beinahe unmögliche Aufgabe. Er hat für die nächste Saison zwar zwölf Millionen an Cap-Space zur Verfügung, muss aber auch mit Arseny Gritsyuk und Simon Nemec verlängern.
