Sport
Eishockey

Diese Logik bringt die Lakers in die NLB

ZSC-Spieler Marc Andre Bergeron (r.) im Kampf gegen den Laker Stefan Hürlimann.
ZSC-Spieler Marc Andre Bergeron (r.) im Kampf gegen den Laker Stefan Hürlimann.Bild: PHOTOPRESS
Nach dem Saisonauftakt

Diese Logik bringt die Lakers in die NLB

Die grosse, mächtige Hockey-Maschine ZSC Lions hat die Lakers verschlungen (4:1). So kommt das letztjährige Schlusslicht nie vom Tabellenende weg.
11.09.2014, 07:2012.09.2014, 10:00

Die neue Saison hat so angefangen wie die letzte aufgehört hat: Die ZSC ganz oben. Die Lakers ganz unten. Der Titelverteidiger ist nach dem ersten Spieltag der erste Leader und die Lakers sind das erste Schlusslicht. 

Das 4:1 ist ein logisches Resultat. Schliesslich holten die Zürcher im Vorjahr 69 Punkte mehr, kassierten 89 Tore weniger und erzielten 50 mehr. Diese Logik ist für die Lakers kein gutes Zeichen. Was auf den ersten Blick wirkt wie eine ehrenvolle Niederlage eines tapferen Aussenseiters, ist auf den zweiten Blick eine schlimme Pleite. 

Mike Kuenzle (l.) jubelt nach dem Tor zum 1:1 zusammen mit Teamkollege Morris Trachsler.
Mike Kuenzle (l.) jubelt nach dem Tor zum 1:1 zusammen mit Teamkollege Morris Trachsler.Bild: Daniela Frutiger/freshfocus

Noch keine Playoff-Intensität

Die Hockeygötter servieren den Lakers nämlich den Favoriten zum Saisonstart auf dem Silbertablett. Der Meister kämpft zwei Drittel lang leidglich mit Übungsmunition. Auf den Ernsteinsatz der kräftigeren Posturen wird weitgehend verzichtet. Die Sinne für heikle Situationen sind noch nicht geschärft. 

Leichtes und lüpfiges Lauf- und Tempohockey. Alles läuft für die Lakers. Eine frühe 1:0-Führung. Ein aberkanntes Tor der ZSC Lions zum 2:1. Nach diesem Muster werden im Herbst die schmählichen Niederlagen der grossen Favoriten gestrickt. Wenn jetzt keine Sensation gelingt, wann dann? 

Hier behauptet sich Derrick Walser (Lakers) gegen Dan Fritsche (ZSC).
Hier behauptet sich Derrick Walser (Lakers) gegen Dan Fritsche (ZSC).Bild: Daniela Frutiger/freshfocus

Der Meister wankte ein bisschen. Aber er fiel nicht um. Am Schluss rollte er einfach über den Gegner hinweg. Bei den Lakers hat jeder brav seine taktische Pflicht getan. Aber es ist blutleeres Systemhockey ohne Emotionen.  

Immerhin schien der Aussenseiter lange Zeit wenigstens statistisch auf Kurs. Als wenig inspirierendes Saisonziel ist die Reduktion der Anzahl Gegentreffer von 200 auf 150 verkündet worden. 

ZSC-Spieler Mathias Seger schaut Leker Patrick Obrist bei seiner Flugeinlage zu.
ZSC-Spieler Mathias Seger schaut Leker Patrick Obrist bei seiner Flugeinlage zu.Bild: PHOTOPRESS

Mit einem 1:3 wäre die Rechnung aufgegangen: Je 3 Treffer in den 50 Qualifikationsspielen machen exakt 150 Gegentore. Aber es passt zu diesen Lakers, dass sie 27 Sekunden vor Schluss das 1:4 ins leere Tor kassierten. 

Führt die Logik die Lakers in die NLB?

Der erste Abend dieser Meisterschaft endet also mit einem logischen Resultat. Die zwingende Logik der Niederlage, die wir bei diesem 1:4 im Hallenstadion gesehen haben, wird die Lakers am Ende in die NLB bringen. 

Die einzige Hoffnung: Vielleicht war es der einzige Hockeyabend, der von A bis Z so gelaufen ist, wie allseits erwartet bzw. befürchtet worden ist. Vielleicht war es einfach ein schlechter Abend. Zu viel Respekt. Kein Mut. Kein Glück. Wir haben noch nicht die wahren ZSC Lions gesehen und vielleicht auch noch nicht die wahren Lakers. 

Mehr Eishockey

Anders Eldebrink und sein Team müssen ins Tessin reisen.
Anders Eldebrink und sein Team müssen ins Tessin reisen.Bild: KEYSTONE

Zum Auftakt der schlimmen letzten Saison hatten die Lakers bei einem 2:3 n.P. gegen Lugano nicht logisch verloren und überraschend einen Punkt geholt. Zum nächsten Spiel treten sie am Freitag in Lugano an. Wieder ein Favorit, der zu Überheblichkeit neigt.

Wenn auch diese zweite Chance nicht genützt wird, wenn es eine zweite Niederlage absetzt, dann ist die Mannschaft von Anders Eldebrink bereits im September nur noch drei oder vier Pleiten von der frühzeitigen Resignation und den Playouts entfernt.  

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Vom Lama zum Löwen – so ist ein 690-Franken-Seminar bei Patrick Fischer
Patrick Fischer hat als Nationaltrainer Erfolge gefeiert, schwierige Entscheidungen getroffen und Krisen erlebt. Was er dabei gelernt hat, will er nun Menschen auch ausserhalb des Spitzensports mitgeben. Ein Besuch bei seinem Seminar «TimeOut».
Patrick Fischer schläft. Friedlich liegt er auf der Bühne des OYM in Cham – gekleidet in ein Lama-Kostüm.
Zur Story