Silber schmeckt besser als Salat – Aerials-Weltmeister Noé Roth brilliert bei Olympia
Aerials-Crack Noé Roth sorgte in Livigno mit Silber für das nächste Schweizer Olympia-Highlight. Der 25-jährige Zuger wurde knapp hinter dem Chinesen Wang Xindi Zweiter. «Unglaublich, mega schön, ich habe vier Jahre für diesen Moment gearbeitet, eine Medaille in den Händen halten zu dürfen», sagte Roth im SRF.
Roth erhielt im Super-Final der Top 6 für seinen Back Double Full-Double-Full-Full 131,58 Punkte – womit ihm nur 1,02 Punkte zu Olympiasieger Wang fehlten. «Bis auf den Umstand, dass meine Füsse wohl etwas zu weit auseinander waren, war der Sprung perfekt», befand Roth. «Die Landung war sehr gut, aber am Schluss bin ich etwas eingebückt. Das wird genau bewertet, sonst wäre es wahrscheinlich sogar Gold gewesen.»
Der 30-jährige Chinese zeigte den gleichen Sprung in leicht besserer Ausführung. Mit Li Tianma ging auch die Bronzemedaille nach China.
Für Pirmin Werner endete der Wettkampf mit einer Enttäuschung. Er stürzte im Super-Final bei der Landung und musste den Traum von einer Medaille im Schnee von Livigno begraben. Nach Rang 4 vor vier Jahren belegte er nun Rang 5.
«Ässed mal chli Salat»
Die beiden Schweizer waren im Veltlin von Swiss-Olympic-Präsidentin Ruth Metzler-Arnold und Walter Reusser, Co-Geschäftsführer von Swiss-Ski, angefeuert worden –und von zahlreichen Freunden und Verwandten. Dabei stach dieses Fan-Transparent ins Auge:
Die Geschichte hinter dem Spruch verriet Andrin Schädler, einst ein Teamkollege von Roth und Werner, im SRF. «Unsere Juniorentrainerin wollte die beiden überzeugen, Salat und Früchte zu essen. ‹Wenn ihr keinen Salat esst, schafft ihr es nicht an die Spitze›, sagte sie. Aber sie haben nun wohl gezeigt, dass es auch ohne Salat geht.»
In Mutters Fussstapfen
Noé Roth sorgte für die erste olympische Aerials-Medaille für die Schweiz seit 20 Jahren. 2006 in Turin war Evelyne Leu Olympiasiegerin geworden.
Acht Jahre davor hatte Colette Brand, Roths Mutter, in Nagano Bronze geholt. «Es ist sehr cool, in die Fussstapfen vom Mami zu treten», sagte Noé Roth. Bei den Männern gab es auf olympischer Ebene erst eine Schweizer Medaille: 1994 in Lillehammer durch Olympiasieger Andreas «Sonny» Schönbächler.
Der Erfolg hing indes an einem seidenen Faden. Während Werner schon in der Qualifikation am Morgen als Bester brillierte, musste Roth lange zittern. Als Zwölfter stellte der 25-Jährige die Teilnahme am Final der besten zwölf gerade so noch sicher. (ram/sda)
