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Taya Currie wurde als erste Frau der Geschichte in die kanadische Juniorenliga OHL gedraftet.
Taya Currie wurde als erste Frau der Geschichte in die kanadische Juniorenliga OHL gedraftet.Bild: screenshot twitter

Diese Torhüterin wurde als erste Frau in die kanadische Juniorenliga OHL gedraftet

Die 16-jährige Taya Currie schrieb gestern Eishockeygeschichte. Sie wurde als erste Frau überhaupt in die Ontario Hockey League gedraftet.
06.06.2021, 15:1207.06.2021, 06:36

Nicht nur in der NHL, auch im Teenager-Alter werden die besten Eishockeyspieler Nordamerikas durch einen Draft den Teams in den besten Nachwuchsligen Kanadas zugeteilt. Gestern fand etwa der diesjährige Draft der Ontario Hockey League (OHL) statt – und es gab ein spannendes Novum.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Liga wurde nämlich eine Frau im OHL-Draft gezogen. Die Mannschaft namens Sarnia Sting wählte in der 14. Runde die 16-jährige Torhüterin Taya Currie. «Es ist ziemlich verrückt, ein Traum, der in Erfüllung geht», erzähl Currie kurz nach Draft gegenüber dem kanadischen TV-Sender «Sportsnet».

Taya Currie im Gespräch mit «Sportsnet».Video: YouTube/OHL - Ontario Hockey League

Die Kanadierin spielt schon seit sieben Jahren gegen Jungs in den jeweils höchsten Nachwuchsstufen. «Ich will die Torhüterin sein, gegen die es alle hassen, zu spielen und die alle im eigenen Team haben möchten», sagt Currie selbstbewusst.

Wenig überraschend wird ihr grosses Talent attestiert: «Taya ist für die Rolle als Goalie nicht besonders gross (170cm/65kg), aber sie ist unglaublich athletisch. Sie ist sehr schnell und besonders bei tiefen Schüssen äusserst sicher. Sie spielt schon lange gegen Knaben und ist sich deshalb auch das höhere Tempo gewöhnt», sagt Darrell Woodley, Scouting-Direktor der OHL.

Auch bei den Sarnia Sting glaubt man an die Kanadierin und will nichts von einem Publicity-Stunt wissen: «Natürlich ist es auch verlockend, Grenzen in diesem Sport niederzureissen. Aber an erster Stelle stand die Qualität der Spielerin. Ihre Athletik, die schnellen und sicheren Hände und wie sie gegen den Puck spielt – diese Dinge haben uns beeindruckt», sagt General Manager Dylan Seca gegenüber nhl.com.

GM Dylan Seca meldet sich bei Taya Currie.Video: streamable

Ob Taya Currie dereinst dann auch ein Spiel in der OHL absolviert, ist noch unklar. Ein Vertrag in der Ontario Hockey League würden es ihr verunmöglichen, College-Eishockey auf höchstem Level (NCAA) zu spielen – ein Risiko, das bislang noch keine Frau eingegangen ist. Sie bestätigt gegenüber «Sportsnet», dass sie bereits mit einigen NCAA-Teams im Gespräch ist. Der Einladung ins Trainingscamp der Sting im Spätsommer dürfte sie aber folgen.

Die Reaktionen auf den Draft-Pick der Sarnia Sting fallen durchs Band positiv aus. Überhaupt habe sie als Mädchen in einem Knabenteam noch keine negative Erfahrung gemacht. «Ich erhalte an Turnieren viel Unterstützung von Eltern, aber manchmal auch von Gegner. Sie klopfen mir auf die Schulter, wenn ich einen guten Save zeige. Es ist immer positiv», erklärt Currie, die letzte Saison aufgrund der Coronaviruspandemie kaum spielen konnte.

Erst zwei Frauen haben in einer der drei grossen kanadischen Juniorenligen (neben der OHL auch noch die WHL und die QMJHL) ein Spiel absolviert: Manon Rhéaume und Shannon Szabados, beide ebenfalls Torhüterinnen. Rhéaume stand einmal für die Trois-Rivières Draveurs zwischen den Pfosten und absolvierte 1992 und 1993 auch Testspiele mit den Tampa Bay Lightning.

Szabados, für viele Experten die beste Torhüterin der Eishockey-Geschichte, durfte einmal für die Tri-City Americans auflaufen. Die 34-Jährige meldete sich gestern Abend auf Twitter zu Wort, um Taya Currie zu ihrem Draft-Erfolg zu gratulieren.

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7 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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MrBlack
06.06.2021 16:16registriert September 2016
"Ein Vertrag in der Ontario Hockey League würden es ihr verunmöglichen, College-Eishockey auf höchstem Level (NCAA) zu spielen."

Diese Regel kann ich nicht verstehen. Alina Müller hat z. B. auch schon viele Spiele in der schweizer Liga der Damen gespielt, bevor sie an eine Universität und damit in die NCAA gegangen ist. Dass man nicht zeitgleich zu einem Engangement in der NCAA woanders unter Vertrag stehen darf, ist logisch, alles andere finde ich aber übertrieben.
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