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Tigers Sportchef Marco Bayer vor dem Meisterschaftsspiel der National League zwischen den SCL Tigers und den SC Rapperswil-Jona Lakers, am Freitag 21. September 2018 in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE /Marcel Bieri)

Marco Bayer trainiert seit diesem Jahr die Schweizer U20-Nationalmannschaft. Bild: KEYSTONE

Quarantäne-Stress in der Vorbereitung auf die U20-WM: «Unser Ziel ist eine Medaille»

Die Vorbereitung auf die U20-Eishockey-Weltmeisterschaft ist in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie so kompliziert wie noch nie. Wie Nationaltrainer Marco Bayer im Gespräch mit watson erzählt, hat die Schweiz dieses Jahr aber einen grossen Vorteil.



In etwas mehr als einem Monat, am 25. Dezember, beginnt die U20-Eishockey-Weltmeisterschaft in Edmonton. Dieses Jahr ist die Teilnahme am prestigeträchtigen Juniorenturnier so kompliziert wie nie. In der kanadischen Stadt findet die WM wie bereits die NHL-Playoffs in einer Bubble statt. Doch um in diese Blase reingelassen zu werden, muss der Schweizer Eishockeyverband hohe Anforderungen erfüllen.

Die Teams müssen bereits ab Anfang Dezember mit dem Zusammenzug beginnen und vor der Abreise mit dem vom internationalen Verband IIHF zur Verfügung gestellten Charterflug am 13. Dezember drei negative Covid-Tests aller Beteiligten vorlegen können. «Deshalb nominierten wir ein viel breiteres Kader für die Vorbereitung als normalerweise. Denn wir können bei Verletzungen nicht einfach jemanden nachziehen, der die Quarantäne-Bedingungen nicht erfüllt hat», erklärt U20-Trainer Marco Bayer.

Einmal in Kanada angekommen müssen alle Spieler und Trainer nochmals vier Tage in Quarantäne, jeder für sich im Hotelzimmer. Erst danach und bei einem weiteren negativen Covid-Test sind Trainings wieder möglich. «Dann starten wir in unsere zweite WM-Vorbereitung mit zwei Testspielen, ehe am Weihnachtstag dann der erste Ernstkampf folgt», sagt Bayer.

Das U20-Aufgebot für die erste Vorbereitungswoche:

Torhüter (4): Thibault Fatton (HC Lugano), Andri Henauer (SC Bern), Noah Patenaude (Saint John Sea Dogs/QMJHL), Lucas Rötheli (EV Zug).

Verteidiger (12): Iñaki Baragano (Kamloops Blazers/WHL), Giancarlo Chanton (Niagara IceDogs/OHL), Noah Delémont (Owen Sound Attack/OHL), Cédric Fiedler (Western Michigan University/NCAA), Bastian Guggenheim (SCL Tigers), Silvan Landolt (GCK/ZSC Lions), Noah Meier (GCK/ZSC Lions), Rocco Pezzullo (HC Ambri-Piotta), Dario Sidler (EV Zug), Alessandro Villa (HC Lugano), Nathan Vouardoux (Lausanne HC), Brian Zanetti (Peterborough Petes/OHL).

Stürmer (18): Dario Allenspach (EV Zug), Jérémie Bärtschi (EHC Biel-Bienne), Attilio Biasca (Halifax Mooseheads/QMJHL), Stefano Bottini (Penticton Vees/BCHL), Mika Burkhalter (SC Bern), Lorenzo Canonica (Shawinigan Cataractes/QMJHL), Jannik Canova (HC Davos), Ronny Dähler (SC Bern), Keanu Derungs (Victoria Royals/WHL), Raymond Fust (Chilliwack Chiefs/BCHL), Valentin Hofer (EV Zug), Gaétan Jobin (Fribourg-Gottéron), Simon Knak (Portland Winterhawks/WHL), Kevin Lindemann (Leksands IF/SWE), Lionel Marchand (Timrå IK/SWE), Joel Salzgeber (SCL Tigers), Elvis Schläpfer (EHC Biel-Bienne), Yves Stoffel (EV Zug).

Trainer: Marco Bayer, Patrick Fischer, Tommy Albelin

«Am Ende profitieren die Teams auch davon, wenn ihr Spieler an einer WM wertvolle Erfahrungen sammeln kann.»

Marco Bayer, Cheftrainer U20-Nationalmannschaft

Der Zusammenzug der U20-Nati ist dieses Jahr damit länger als normalerweise. Bayer und seinen hochrangigen Assistenten Patrick Fischer und Tommy Albelin bleibt so mehr Zeit, um Spieler zu sichten, die sich in den letzten Wochen ins Rampenlicht gespielt haben.

Das alles bedeutet aber auch, dass den Klubs der National League und Swiss League wegen der diesjährigen WM nicht nur mehr Spieler fehlen, sondern dass diese auch noch länger absent sind. Das sei aber kein Problem, findet Bayer: «Es findet ein guter Austausch mit den Klubs statt. Und am Ende profitieren die Teams auch davon, wenn ihr Spieler an einer WM wertvolle Erfahrungen sammeln kann.» Bei einem gewöhnlichen Zusammenzug hätte man allenfalls darüber diskutiert, dass man von jedem Klubs jeweils nur eine beschränkte Anzahl Spieler aufbieten dürfe. Doch bei einer Weltmeisterschaft sei das eine andere Ausgangslage.

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Vor einem Jahr begeisterte die Schweiz unter anderem mit einem 5:2 gegen Finnland. Video: YouTube/MySports

Tatsächlich sind nur wenige der aufgebotenen Spieler auch Stammkräfte in der National League. Von 34 Athleten kommen nur Bastian Guggenheim (Langnau/5 Spiele), Rocco Pezzullo (Ambri/14 Spiele) und Simon Knak (Davos/8 Spiele) regelmässig in der höchsten Schweizer Spielklasse zum Einsatz.

Dazu kommt noch ZSC-Stürmer Marco Rossi, der mit dem österreichischen Team nach Edmonton reisen wird. Österreich wird es, wie auch der Slowakei, Deutschland und der Schweiz zugute kommen, dass es dieses Jahr keinen Absteiger aus der höchsten Juniorenstufe geben wird. Die Turniere der tieferen Stufen wurden allesamt abgesagt. So können auch die kleineren Mannschaften von Beginn weg ohne Druck aufspielen.

«Wenn man sich die Medaille nicht als Ziel setzt, muss man gar nicht erst antreten.»

Marco Bayer, Cheftrainer U20-Nationalmannschaft

Auch sonst scheinen die Umstände die Schweiz etwas zu bevorteilen. Während hier seit Oktober der Spielbetrieb in den höchsten Ligen und Juniorenstufen wenigstens einigermassen aufrecht erhalten werden konnte, fand andernorts noch kein einziges Spiel statt. In Deutschland werden die ersten Ernstkämpfe erst im Dezember stattfinden. In der NHL, AHL und in den kanadischen Juniorenligen OHL und WHL vermutlich gar erst im neuen Jahr. Das hat zur Folge, dass in Edmonton Spieler antreten, die diese Saison bislang noch kaum gespielt haben.

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Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Emily Engkent

Ein Vorteil für die Schweiz? Durchaus, glaubt Marco Bayer. «Die höchsten Schweizer Nachwuchsligen (U20-Elit/U17-Elit) konnten durchspielen, was weltweit beinahe einzigartig war. Das ist ein Vorteil, den wir nutzen müssen», sagt der U20-Coach. Die Schweizer Spieler hätten bereits einen Spielrhythmus, während andere Mannschaften einen Kaltstart hinlegen müssten.

Dementsprechend offensiv formuliert Bayer auch die Ziele: «Wir gehen dorthin und wollen mindestens die Viertelfinals erreichen. Danach wollen wir eine Medaille. Wenn man sich das nicht als Ziel setzt, muss man gar nicht erst antreten.»

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