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Die HC Lugano-Eishockeyspieler Beat Eggimann, Alfred Luethi, Andy Ton und Bernasconi feiern am 25. Maerz 1987 in der Garderobe im Stadion La Resega nach dem entscheidenden gewonnenen Playoff-Spiel gegen den EHC Kloten den zweiten aufeinanderfolgenden Meistertitel. (KEYSTONE/Karl Mathis)

Der HC Lugano war Ende der 1980er-Jahre das Mass aller Dinge im Schweizer Eishockey. Bild: KEYSTONE

Playoff-Highlights: Als das «Grande Lugano» das Schweizer Hockey dominierte

Am 6. April 1988 holte der HC Lugano zum dritten Mal hintereinander den Meistertitel. Das «Grande Lugano» verlor in den ersten drei Playoff-Jahren gegen Davos (1986) und Kloten (1987 und 1988) keinen Playoff-Final.



Playoffs verhiessen damals nur beschränkt Spannung. Der HC Lugano dominierte die Konkurrenz. 1988 stellte das «Grande Lugano» neun Nationalspieler. Es verfügte mit Kent Johansson und Kari Eloranta über die stärksten Ausländer. Begründet wurden Luganos Triumphe vom Geld des Mäzens Geo Mantegazza und von Trainer John Slettvoll, der 1983 als 39-Jähriger nach Lugano kam und erstmals einem Schweizer Klub professionelle Strukturen verpasste.

Der ueberglueckliche HC Lugano-Trainer John Slettvoll haelt nach dem 5 zu 7 Sieg gegen den HC Davos den Eishockey-Meisterbecher in die Hoehe, aufgenommen am 2. Maerz 1986 in Davos. Diese Saison wird der Schweizermeister erstmals im Playoff-Modus ermittelt. Der HC Lugano gewinnt die Play-off-Serie gegen Davos und erringt seinen ersten Meistertitel.  (KEYSTONE/Walter Bieri)

John Slettvoll war der sportliche Macher des «Grande Lugano». Bild: KEYSTONE

Profis spielten damals gegen Amateure. Beispiel gefällig? Im letzten Playoff-Final 1987 musste Kloten in der Resega auf Goalie Reto Pavoni verzichten. Der Maurer-Lehrling fehlte wegen der Lehrabschlussprüfung.

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1987 legt Lugano zuhause gegen Kloten nach. Video: YouTube/catone82

1988 hatte sich Lugano längst ans Gewinnen gewöhnt. Vor der Verlängerung im dritten Playoff-Final gegen Kloten wurde das Publikum in der Resega gebeten, das Eis nicht zu betreten. Der Speaker war offenbar der Ansicht, das Siegtor könne sozusagen protokollarisch nur Lugano erzielen. Er behielt natürlich Recht: Thomas Vrabec erzielte schon in der 62. Minute das 4:3 – nachdem Kloten in der 57. Minute noch 3:2 in Führung gegangen war.

27 Spiele ungschlagen – die unglaubliche Serie des «Grande Lugano». Video: SRF

Die «Neue Zürcher Zeitung» sprach nach der Titel-Triplette Luganos von der «grossen Kunst eines künstlichen Teams». Der Hockey Club Lugano wurde als künstliches Team bezeichnet, weil mit Bernasconi bloss ein eigener Junior mittat; alle übrigen Spieler zügelten wegen des Profitums (und wegen des Geldes) aus der Deutschschweiz ins Tessin. Nicht alle wurden dabei glücklich: Riccardo Fuhrer wurde schon vor dem ersten Titelgewinn freigestellt, weil er es gewagt hatte, John Slettvoll zu kritisieren.

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Der dritte Titel in Serie wird in der Resega gefeiert mit viel Pyro. Video: YouTube/catone82

Der schwedische Coach machte im Tessin aber gewiss wenig falsch: In seiner Zeit in Lugano baute er gleich zwei Meisterteams auf, denn vor der Saison 1987/88 wurde die Hälfte des Kaders ausgewechselt.

Unvergessen bleibt aus dem Beginn der Ära des «Grande Lugano», wie 3000 Tessiner Fans im zweiten Playoff-Final von 1986 lange vor der Stadionöffnung den Davoser Eispalast stürmten und jene Rampe besetzten, auf der normalerweise die HCD-Fans standen. Die HCD-Anhänger erhielten in diesem Spiel Unterstützung von zahlreichen Ambri-Fans. Die 8000 Zuschauer bekamen das erste Playoff-Drama überhaupt auf Schweizer Eis zu sehen: Davos führte 4:2 und bis zur 58. Minute 5:4, Lugano setzte sich dank zwei Treffern in den letzten 53 Sekunden aber noch mit 7:5 durch und feierte den ersten Titelgewinn.

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Den ersten Titel feiert Lugano 1986 in Davos. Video: YouTube/catone82

Lugano überliess in den ersten Playoff-Jahren der Konkurrenz nicht viel Ruhm und Ehre. Zwei historische Goals erzielte indessen kein Luganese: Der Davoser Thomas Müller erzielte am 15. Februar 1986 in der 3. Minute gegen Kloten das erste Playoff-Tor im Schweizer Hockey. Und zwei Jahre später gelang dem gleichen Spieler im Halbfinal gegen Lugano nach 68:59 Minuten auch das erste Overtime-Goal in der Schweiz. Thomas Müller verstarb 2000 im Alter von nur 36 Jahren an Krebs. (pre/sda)

Serie: Playoff-Highlights

Playoffs im Schweizer Eishockey – 1985 eingeführt, 2020 ausgefallen. Angefangen bei der Angst der Klubs, die Fans würden der Qualifikation fernbleiben, bis zum Aufstieg zum 200-Millionen-Business, das seit 2015 Jahr für Jahr mehr als zwei Millionen Fans in die Stadien lockt. Playoff-Dramen garantieren beste Unterhaltung, auf diese Dramen blicken wir in einer Serie zurück.

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