Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Tiger's player Chris DiDomenico, during the preliminary round game of National League Swiss Championship 2018/19 between Switzerland's HC Lugano and SCL Tigers, at the ice stadium Corner Arena in Lugano, Switzerland, Tuesday, January 29, 2019.(PPR/Ti-Press/Pablo Gianinazzi)

Wohin des Weges, Chris DiDomenico? Bild: TI-PRESS

Eismeister Zaugg

Der «Fall DiDomenico» oder die schier unmögliche Suche nach der Wahrheit

Nun ist also das Sauerkrautfass im Emmental in die Luft geflogen. Die SCL Tigers bestätigen hochoffiziell sogar auf ihrer Webseite den Abgang von Leitwolf Chris DiDomenico. Aber eine grosse Frage bleibt nach wie vor unbeantwortet: Wohin geht er?



Also doch. Der Eismeister hatte recht. Das Gerücht stimmt. Chris DiDomenico (30) verlässt Langnau Ende Saison. Langnaus Sportchef Marco Bayer sagt: «Er hat mich am Donnerstagvormittag telefonisch darüber informiert.» Natürlich bedaure er die ganze Sache.

Aber wäre dieser Abgang nicht zu verhindern gewesen? Hatte denn nicht der für den Sportbereich zuständige Verwaltungsrat Karl Brügger dringend angemahnt, den Vertrag mit dem Kanadier noch vor dem Spengler Cup zu verlängern? Fast ein wenig kleinlaut sagt Langnaus in die Bredouille geratener Sportchef: «Wir hatten mit seinem Agenten abgemacht, dass wir die Gespräche nach dem Spengler Cup führen werden.» Mehr könne er dazu nicht sagen. So ist das halt: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Das Gerücht soll wasserdicht gemacht werden

Nun bestätigen alle Gewährsleute (die ihre Namen natürlich nicht gerne irgendwo lesen), dass Chris DiDomenico auf nächste Saison zu Gottéron wechselt. Er wird ja wohl Langnau nicht offiziell den Verzicht auf eine Vertragsverlängerung ohne Aussicht auf einen neuen Arbeitgeber mitgeteilt haben. Oder doch?

Der geneigte Leser denkt nun, ein Chronist habe es einfach. Er müsse nur die Leute befragen und dann gewissenhaft aufschreiben, was ihm gesagt worden ist.

Wenn es nur so einfach wäre! Der Chronist hat, nachdem ihm noch einmal hoch und heilig und wasserdicht versichert worden ist, dass «DiDo» bei Gottéron bereits unterschrieben hat, bei Gottérons Sportchef und Trainer Christian Dubé nachgefragt. Worauf sich folgendes, leicht gekürzt wiedergegebenes Zwiegespräch ergeben hat:

Chronist: Haben Sie den König der Tiger gestohlen?
Christian Dubé: Ich habe noch nicht entschieden, ob ich für nächste Saison einen ausländischen Center oder Flügel verpflichten werde. Wenn ich mich für einen Center entscheide, ja, dann ist Chris DiDomenico ein Spieler, der für mich interessant sein könnte.

Na kommen Sie – Sie haben ihn schon unter Vertrag genommen.
Nein.

Ersatz-Cheftrainer und Sportdirektor Christian Dube fotografiert, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den HC Fribourg Gotteron und dem SC Rapperswil-Jona Lakers, am Samstag, 5. Oktober 2019, in der BCF Arena in Fribourg. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Fribourgs Sportchef Dubé. Bild: KEYSTONE

Hey, die Gewährsleute melden in Langnau, dass er bei Gottéron unterschrieben hat.
Das ist unmöglich. Er hat von uns noch nicht einmal eine Vertragsofferte.

Wie ist das denn möglich?
Da müssen Sie nochmals nachfragen.

Ich habe nachgefragt. Er hat unterschrieben.
Okay, ich rufe nun seinen Agenten an und erkundige mich, was das alles soll, wo Chris von uns ja nicht einmal eine Offerte hat.

Dann sagen Sie Derek McCann (DiDomenicos Agent – die Red.) schöne Grüsse von mir.
Werde ich machen.

Es ist jetzt 18.43 Uhr am Donnerstagabend, den 27. Dezember. Einige Zeit später, um 20:18 Uhr. Nochmals ein Anruf bei Christian Dubé, der ausrichtet:

Derek hat mir gesagt, dass man Langnau nur mitgeteilt habe, dass Chris per Ende Saison geht. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.

Danke. Dann sagt mir also jemand nicht die Wahrheit.
Oder Sie haben mit jemandem gesprochen, der keine Ahnung hat.

Das kann sein und Sie sehen nun, wie schwer das Leben eines Hockey-Poeten ist.
Ja, er hat wirklich ein hartes Leben. Hahaha.

Freiburg im Breisgau wird es wohl nicht sein …

Tja was nun? Wechselt Chris DiDomenico zu Gottéron oder nicht? Es ist schier unmöglich, die Wahrheit herauszufinden. Der Chronist neigt noch immer zur Ansicht: Ja, die Sache mit Gottéron ist geritzt. Christian Dubé hat schliesslich als Sportchef das Anrecht auf die sportliche Notlüge, die von den Hockeygöttern nicht bestraft wird. Er will Ruhe haben und seine ausländischen Arbeitgeber in den kommenden schweren Wochen nicht verunsichern.

Wenn dann die Saison gelaufen ist oder die Playoffs erreicht sind, kann er immer noch offiziell die Verpflichtung DiDomenicos verkünden – und kein Mensch wird mehr Fragen stellen. Nur der Chronist wird ihn mindestens um ein Freibier bitten.

Tigers Chris DiDomenico aufgebracht und muss von Linienrichter David Obwegeser zurueck gehalten werden, waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League zwischen den SCL Tigers und dem HC Ambri-Piotta, am Samstag, 30. November 2019, im Ilfisstadion in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Sogar die Schiedsrichter hätten «DiDo» wohl gerne in ihrem Team … Bild: KEYSTONE

Und wenn Dubé die Wahrheit und nichts als die Wahrheit gesagt hat? Wohin wechselt dann Chris DiDomenico? Da der Chronist ein seriöser ist und die Gerüchtemacherei meidet wie der Teufel das geweihte Wasser, verzichtet er auf jegliche Spekulationen.

Theoretisch gibt es für Chris DiDomenico, wenn wir Gottéron nicht mitzählen, immerhin die Möglichkeit von zehn möglichen neuen Arbeitgebern in der National League. Dass er irrtümlich nicht bei Fribourg, sondern beim EHC Freiburg im Breisgau (zurzeit auf Platz 5 der zweithöchsten Deutschen Liga) unterschrieben hat, können wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschliessen.

watson Eishockey auf Instagram

Selfies an den schönsten Stränden von Lombok bis Honolulu, Fotos von Quinoa-Avocado-Salaten und vegane Randen-Lauch-Smoothies – das alles findest du bei uns garantiert nicht. Dafür haben wir die besten Videos, spannendsten News und witzigsten Sprüche rund ums Eishockey.

Folge uns hier auf Instagram.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

FAIL! Hier kommen die «World of Watson»-Outtakes

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Chris McSorley vor dem Amtsantritt beim SC Bern

Die Verhandlungen zwischen SCB-Manager und -Mitbesitzer Marc Lüthi (59) und Chris McSorley (58) stehen vor dem Abschluss. Noch vor Mitte Februar soll der charismatische Kanadier seine Arbeit beim SC Bern aufnehmen. Nicht nur als Sportchef.

Die Gewährsleute aus dem Inneren des grössten Hockeyunternehmens im Land melden: Marc Lüthi und Chris McSorley haben sich in den wesentlichen Punkten (Salär, Aufgabenbereich) geeinigt. Wenn die beiden erfolgreichsten und charismatischsten Hockey-Macher der letzten 20 Jahre tatsächlich zusammenspannen, dann wird die Liga gerockt.

Der SCB-Chef hat inzwischen den Handlungsbedarf in der Sportabteilung erkannt. Aus den innersten SCB-Machtzirkeln wird berichtet: Chris McSorley wird neuer Sportchef und …

Artikel lesen
Link zum Artikel