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Wer hat am Ende der nächsten Saison die Nase vorn – Biel oder der SC Bern? Keystone, shutterstock; montage: watson

Das Undenkbare denken: Ist Biel gar besser als der SCB?

Mag sein, dass der «Berner Cup» nur schöne Saisonvorbereitungs-Folklore war. Aber es gibt Zeichen an der Wand, die wir als Zeitenwende für Biel und gegen den SCB deuten können.

27.08.18, 11:45


Der SC Bern nicht die Nummer 1 im Bernbiet? Undenkbar. Inzwischen kann sich kaum mehr jemand erinnern, dass Biel in einer Meisterschaft besser war als der SCB. Es ist einfach zu lange her. Es war im Frühjahr 1988. Biel kam in der Qualifikation auf Rang 5, der SCB auf Platz 7. Damals spielten nur die ersten vier die Playoffs.

Inzwischen ist eine neue Generation herangewachsen. Für die Berner im 21. Jahrhundert ist es undenkbar und unvorstellbar, dass die Bieler eine Qualifikation vor dem SCB beenden könnten.

Die Resultate am Berner Cup

Halbfinals:
Langenthal – SCL Tigers 0:6
SC Bern – Biel 2:3
Kleiner Final:
Langenthal – SC Bern 2:1 n.V.
Final:
SCL Tigers – Biel 3:2 n.V.

Letzte Saison betrug der Rückstand der Bieler (3.) auf den SCB (1.) in der Qualifikation noch 13 Punkte. Bis zum nächsten Frühjahr könnten die Bieler diesen Rückstand wettmachen. Wir sollten das Unvorstellbare zumindest denken.

Nehmen wir einmal an, ein Kanadier, der noch nie etwas über unser Hockey gehört hat, wäre zum Berner Cup nach Langenthal gereist. Mit dem Auftrag, das Potenzial für die kommende Saison einzuschätzen. Der SCB und Biel sind für ihn einfach zwei Hockeyteams. Er beobachtet die Spiele unbeeindruckt und unbeeinflusst durch Leistungen der Vergangenheit, Namen an der Bande und auf den Spielerleibchen. Es geht nur um Hockey und eine Momentaufnahme.

Es wäre zu recht interessanten Schlussfolgerungen gekommen. Die Niederlage erst gegen Biel (2:3 nach einer 2:0-Führung) und gegen das zweitklassige Langenthal (1:2 n.V.) wollen wenig heissen. Solche Resultate gehören zu Testpartien.

Berns Eric Blum verfolgt beim ersten Heimspiel nach seiner Verletzung einen Spielzug von der Bank aus im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und den ZSC Lions, am Freitag, 13. Oktober 2017, in der PostFinance Arena in Bern.  (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Eric Blum erhält beim SCB bereits in der Vorbereitung schon wieder viel Verantwortung. Bild: KEYSTONE

Erstaunlicher ist schon die extreme Belastung für Oldies wie Andrew Ebbett (35) und Eric Blum (32) im zweiten Spiel gegen das zweitklassige Langenthal. Beide waren doch Ende der letzten Saison im Halbfinale gegen die ZSC Lions mit leeren Energietanks stehen geblieben. Und nun wird beiden schon wieder mehr als 20 Minuten Eiszeit zugemutet.

Und die «Hinterbänkler» wie Alain Berger und Colin Gerber kommen nicht einmal auf zehn Minuten. Beeindruckt dürfte ein neutraler Beobachter auch von Langenthals Torhüter Marco Mathys (Fangquote 97,14 Prozent) gewesen sein. Warum hat eigentlich vor zehn Jahren in Davos oben niemand sein Talent erkannt? Aber das wäre wiederum ein anderes Thema.

Item, SCB-Cheftrainer Kari Jalonen vertraut also auf die Alten. Er hat in den Partien gegen Biel und Langenthal Leonardo Genoni eingesetzt und den Jungen nicht einmal gegen Langenthal über den Weg getraut.

Das eher schematische SCB-Spiel kontrastiert bei diesem Vorsaisonturnier mit dem Lauf- und Tempospiel der jüngeren, leichteren und kleineren Bieler. Biel spielt moderner, schneller, unberechenbarer als der SCB. Der neutrale Beobachter aus Kanada denkt sich: die dynamischen Bieler werden in der Qualifikation besser sein als die konservativen Stadtberner.

Damien Brunner, Damien Riat und Michael Hügli. Der EHC Biel hat seine Offensive aufgerüstet. Bild: keystone

Biel zelebriert das modernste, dynamischste Hockey der drei bernischen NLA-Teams und müsste eigentlich in der kommenden Qualifikation am weitesten kommen. Der SCB ist noch immer taktisch schlau und mächtig. Aber wie weit tragen die Füsse die jetzt schon am stärksten von allen belasteten Veteranen in einer langen Saison inklusive Zusatzbelastung Champions League?

Und was sagt er zu den SCL Tigers? Immerhin der Turniersieger. Der richtige Turniersieger. Denn als Sieges-Wanderpreis gibt es eine grosse Treichel. Also dieses Lärminstrument, das den Kühen um den Hals gebunden wird. Eine Treichel gehört in den Tigersaal des Emmentaler Hockeytempels. In Bern oder Biel hätte man die Treichel wahrscheinlich im nächsten Frühjahr sowieso als Werbegeschenk in den Gabentempel des seeländischen bzw. mittelländischen Schwingfestes gestellt.

Plaffeien, 21. Juni 2015, Schwingen - Schwarzsee - Schwinget. Gabentempel/Treichel  (Rolf Eicher/EQ Images)

Treicheln gibt es auch im Schwingen zu gewinnen. Bild: Rolf Eicher

Und sportlich? Die Langnauer besiegen im Finale Biel nach 0:2-Rückstand schliesslich in der Verlängerung 3:2. Sie sind gut organisiert, erstaunlich flink und offensiv frech. Und Leitwolf Chris DiDomenico hat mit dem Siegestreffer in der Verlängerung schon mal ein Ausrufezeichen gesetzt. Die Bieler sind allerdings wie gegen den SCB erneut ohne ihre Titanen Beat Forster, Damien Riat und Damien Brunner und diesmal mit Ersatzgoalie Elien Paupe angetreten. Aber zweifelsfrei sind die Emmentaler besser vorbereitet als vor einem Jahr.

Der neutrale Besucher aus Kanada prognostiziert für die kommende Qualifikation eine Neuordnung der bernischen Hierarchie. Biel vor Bern und Langnau gut genug für die Playoffs.

Der heimische Chronist mag noch nicht daran glauben und denkt: Bern bleibt ein Titan, Biel ist noch kein Titan und Langnau mag die Treichel als Siegestrophäe gewonnen haben. Aber noch lange nicht einen Playoff-Platz. Weisheiten im August sind oft genug die Torheiten im März.

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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • JtotheP 28.08.2018 12:41
    Highlight Yessss, meine Worte wurden erhört. WIEDER ein Beitrag zum SCB.

    Was ist nur los Klaus? gibt noch andere Teams ...
    8 5 Melden
  • Bieler95 28.08.2018 09:49
    Highlight Diese Jahr wird unser Jahr sein. ❤️Allez Bienne Allez💛
    30 20 Melden
  • din_scheff 27.08.2018 22:18
    Highlight Das Undenkbare denken: Watson bringt eine Hockey-Kolumne, in der es nicht um den SCB geht...
    26 4 Melden
  • Mia_san_mia 27.08.2018 22:03
    Highlight Nein! Ich habe nur den Titel gelesen und schnell kommentiert. Mehr muss gar nicht sein.
    24 15 Melden
    • JtotheP 28.08.2018 12:42
      Highlight hier, genau dasselbe 😄
      3 9 Melden
  • Nelson Muntz 27.08.2018 18:59
    Highlight Das letzte Spiel der Saison gewinnen genügt, siehe ZSC.
    42 8 Melden
  • goldmandli 27.08.2018 17:35
    Highlight Ist ja nur logisch. Wie soll das kleine Gallische Dorf auch gegen das reiche Biel ankommen?
    75 11 Melden
  • Beat Galli 27.08.2018 16:51
    Highlight Ich gehe jetz mal mit der Zaugg Logik ein Stück weiter.
    Den Final hat Langnau gewonnen. Ist den der SCL jetzt besser als Biel und Bern?
    40 13 Melden
    • Pat the Rat (der Echte) 27.08.2018 17:52
      Highlight Nein, Zaugg braucht den SCL in der Rolle des Underdogs.
      Sonst findet Er keine brauchbaren Argumente sie über den Klee zu loben, falls es mal gut laufen würde...
      55 7 Melden
  • dizzy 27.08.2018 16:38
    Highlight immer wenn bern in den testspielen „schlecht“ war,war die saison dafür gut,wenn die testspiele gewonnen wurden,ist man in der regel immer grottenschlecht in die saison gestartet
    14 18 Melden
  • DerSimu 27.08.2018 15:41
    Highlight Naja Bern ist auch nur so Stark, weil sie ein enormes Budget haben. Nehmt ihnen 3/4 davon und lasst sie ohne Ausländer spielen, dann siehts ganz anders aus.

    Aber das ist ja nicht nur bei Bern so.

    Der EHC macht seit Jahren das Beste aus den (bescheidenen) vorhandenen Mitteln. das macht sie so sympathisch.

    In diesem Sinne:

    Ici c'est Bienne!
    42 65 Melden
    • hockeyaner 27.08.2018 17:53
      Highlight Macht das beste aus seinen bescheiden Mitteln......🙈😂👍🏽 Da ist natürlich der böse SCB nicht nett wenn er die Spieler mit Geld bezahlt....da die Spieler in Bielfür ein Stück Brot und einen feuchten Händedruck spielen....😱😉
      61 25 Melden
    • Nelson Muntz 27.08.2018 19:02
      Highlight Biel bescheiden? Dann ist Fribourg wohl Rekordmeister
      44 18 Melden
    • Chivay 27.08.2018 19:33
      Highlight Der Hiller war ja gratis in Biel ;)
      55 15 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • MARC AUREL 27.08.2018 14:28
    Highlight Biel hat sich sicher gut verstärkt aber von eine Wachablösung zu sprechen ist lächerlich! Ausserdem spielt es keine Rolle wie man spielen lässt! Viele Wege führen zum Erfolg und dies hatte der SCB mit Kari!
    20 83 Melden
  • Pat the Rat (der Echte) 27.08.2018 14:20
    Highlight Hmmm... Ein kurzes Resümee:

    In den letzten 10 Artikeln des Eismeisters, geht es sieben mal um den SCB, einmal um Davos, einmal um Kloten und einmal um einen verdienten und leider verstorbenen Weltklasse-Torhüter...
    Dann fehlen nur noch ein paar Artikel über die anderen 10 Mannschaften der "National league" und die 10 anderen Mannschaften der "Swiss league".

    Deal?
    111 15 Melden
    • MARC AUREL 27.08.2018 15:00
      Highlight Pat the Rat das Problem ist das kaum jemand diese Artikel kommentiert im vergleich zum SCB der gehasst und viel Neid entgegengebracht wird schweizweit!
      14 80 Melden
    • magnet1c 27.08.2018 16:07
      Highlight Immerhin wurde erstmalig der EHC Biel nebst dem „grossen und mächtigen“ SCB erwähnt, obschon natürlich ein kleiner Abstecher zu Langnau nicht fehlen durfte.
      Wenn man Jalonen unterstellt, er würde aus Furcht vor Fehlschlägen nicht auf die Jungen setzten, darf man dann Klaus Zaugg fehlenden Mut bezüglich Reportage über andere Teams vorwerfen? Fragen über Fragen… ;-)
      65 2 Melden
  • Chatzegrat Godi 27.08.2018 13:25
    Highlight Ich habe jetzt einige Spiele vom SCB versucht zu analysieren und dies inklusive Playoffs. Der Jalonen ist einfach lernresistent. Der hat die gleiche Strategie bezüglich Coaching wie letztes Jahr. Ein Jammer! So bringt der das Kollektiv nicht weiter.
    81 8 Melden
  • Leguan 27.08.2018 13:14
    Highlight Solche Grümpelturniere lassen keine Schlussfolgerungen zu und auch die Trophäe interressiert die Spieler nicht!
    33 14 Melden
  • Eifach öpis 27.08.2018 13:00
    Highlight Man sollte Testspiele nicht überbewerten. Anhand der Transfers muss man allerdings schon feststellen, dass Biel und auch Fribourg ein weiterer Sprung richtung Spitze gelungen sein könnte. Auch Genf wird wieder stärker werden. Davos ist mittlerweile playout Kandidat, der ZCS ist satt und der SCB hat im Vergleich zur letzten Saison eher abgebaut.
    Zum ersten Mal seit laaanger Zeit habe ich das Gefühl, dass mal wieder ein anderes Team den Titel holen könnte💪🏻
    65 26 Melden
    • Hoscheho 2049 27.08.2018 18:35
      Highlight Da wird dir Arno ein Kränzchen winden😄
      19 1 Melden
  • Gondeli 27.08.2018 12:13
    Highlight Wenn schon, werden die Tiger die neue Nr.1 im Kanton sein!!! Biel? Niemals! Und Bern wird schon noch mit den Geldnoten rumwedeln und Verstärkung holen, falls nötig! Aber ja - der Tiger wird grün sein am Ende der Saison!

    Läbeslangnou!!!
    34 147 Melden
    • Kane88 27.08.2018 12:54
      Highlight Guete Morge, ufwache. 😂😂😂
      93 10 Melden
    • Simon Probst 27.08.2018 13:03
      Highlight ich freue mich schon auf das gehorne bei euch im forum, dort hinten oben, im tal der heulenden plüschkatzen
      68 17 Melden
    • chandler 27.08.2018 13:08
      Highlight Sehr objektiver Kommentar, danke ;)
      36 5 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Max Dick 27.08.2018 11:54
    Highlight Ich finde es schön, dass Watson extra einen Hockey-Kolumnisten für die beiden Vereine SCB und Langnau hat. Das ist noch Service. Nur - könnten sie das für andere Teams auch machen? Einen, der auf Ambri und Lugano spezialisiert ist, einen für Genf und Lausanne, einen für ZSC und Zug, einen für Rappi und Davos, und einen für Biel und Fribourg?
    344 33 Melden
    • Beat Galli 27.08.2018 16:48
      Highlight Die Berner Vereine sind halt noch Vereine.
      Wärend die anderen Mäzenen finanzierte Spielzeuge gefälligst zahlen sollen, wenn sie Werbung in den Medien wollen
      27 61 Melden
  • marak 27.08.2018 11:54
    Highlight Ein Hoch auf Testspiele. Da kann man schreiben, was man will. Es spielt keine Rolle. Entweder waren die Testspiele ein Indikator für eine schlechte Saison oder man hat die Lehren daraus gezogen.
    131 2 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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