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ZUM ABTIEG DES EHC KLOTEN IN DIE SWISS LEAGUE, NACH 56 JAHREN IN DER HOECHSTEN SPIELKLASSE, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Enttaeuschte Klotener im siebten Eishockey Spiel der Ligaqualifikation der National League zwischen dem EHC Kloten und den SC Rapperswil-Jona Lakers, am Mittwoch, 25. April 2018, in der Swiss Arena in Kloten. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Trauer bei Kloten nach dem Abstieg 2018. Ein Bild, das wir 2021 bei keiner Mannschaft sehen. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Kein Abstieg – eine gute Arznei mit gefährlichen Nebenwirkungen

Nächste Saison gibt es keine Absteiger aus der National League und der Swiss League. Ein vernünftiger, richtiger Entscheid in Zeiten der Krise. Es gibt nun sogar die Option einer «Radikallösung» in der Ausländerfrage.



Richtig oder falsch? Die Frage erübrigt sich. Der Entscheid ist richtig und weise. In Zeiten der Krise brauchen die Klubs diesen «Selbstschutz» vor Panik- und Angstmassnahmen (Trainer- und Ausländerwechsel) gegen die Abstiegsgefahr.

Eine Saison ertragen unsere beiden Profiligen die Arznei des Nichtabstieges. Nur wenn die höchste Liga dauerhaft geschlossen würde, wären die Nebenwirkungen der «Arznei» Nichtabstieg und die wirtschaftlichen Folgen dramatisch. Wenn es in zu vielen Spielen um «nichts» mehr geht, schwindet das Interesse.

Das warnende Beispiel

Finnland hat heute eine geschlossene höchste Liga ohne sportlichen Abstieg und hat dadurch 20 Prozent der Zuschauer verloren und ist in Europa vom Publikumsinteresse her hinter der Schweiz, Russland, Deutschland, Schweden und Tschechien nur noch die Nummer 6. In der zweiten Liga beträgt der Zuschauerrückgang sogar gut 30 Prozent. Das sei nur erwähnt, um der Versuchung entgegenzutreten, permanent auf den Abstieg zu verzichten.

Für die Swiss League ist die Aussetzung des Abstieges aus der National League für eine Saison sogar eine stimulierende Arznei. Weil der Aufstieg nächste Saison so günstiger und einfacher zu haben ist. Es genügt, die Swiss League zu gewinnen und es ist nicht mehr notwendig, eine Mannschaft zu finanzieren, die sich in der Liga-Qualifikation gegen einen Gegner aus der National League durchsetzen kann. Kloten und die «Nichtaufsteigbaren» aus Olten erfüllen die wirtschaftlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen für den Aufstieg. Gewinnt einer dieser beiden Klubs die Swiss League, dann besteht die National League übernächste Saison halt aus 13 Teams.

Es droht Fatalismus

Die zweite Nebenwirkung hängt von der «sportlichen Gesundheit» eines Klubs ab. Wenn die Leistungskultur gesund ist und der Nichtabstieg erst noch dazu genutzt wird, vermehrt junge Talente einzusetzen, dann gibt es kein Problem. Wenn hingegen die Leistungskultur verarmt, weil es ja keinen Abstieg mehr gibt und die Notwendigkeit entfällt, konkurrenzfähig zu sein, dann gibt es ein Problem.

Die Versuchung ist erheblich, ohne Abstiegsgefahr finanziell und sportlich alles so billig wie möglich zu machen und Niederlagen mit dem gleichen Fatalismus hinzunehmen wie das Wetter. Im Falle einer solchen Haltung wendet sich das Publikum ab, die Medienpräsenz schwindet und es wird noch schwieriger, Sponsoren zu finden. Was an Löhnen gespart wird, geht durch sinkende Einnahmen wieder verloren.

Ein Langnauer Fan in Aktion, im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen den SCL Tigers und dem EHC Biel, am Freitag, 31. Januar 2020 in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Wann darf «der Zöggeler» wieder Stimmung machen? Bild: KEYSTONE

Bei einer Saison ohne Abstieg kann eigentlich ein Klub, der ohnehin nicht Meister werden kann, sogar das Risiko eingehen, mit nur drei, zwei, einem oder gar ohne Ausländer zu spielen. Die Lohn- und Lohnnebenkosten eines guten Ausländers betragen insgesamt rund eine halbe Million Franken.

«Radikallösung» im Emmental?

Der Verzicht auf einen, zwei, drei oder gar alle Ausländer ist allerdings nur bei einer kommunikativen Meisterleistung möglich und sinnvoll. Also nur dann, wenn es gelingt, diesen extremen Schritt dem Publikum als ganz besondere Herausforderung und Pflege des einheimischen Schaffens zu verkaufen und so einen Zuschauerschwund zu verhindern.

Die SCL Tigers haben beispielsweise für nächste Saison nur noch Robbie Earl unter Vertrag und es ist offen, ob der Amerikaner sich bis zum Saisonstart von seiner Gehirnerschütterung vollständig erholen kann. Die Frage geht also an Geschäftsführer Peter Müller, ob die «Radikallösung», ohne oder nur mit einem Ausländer zu spielen, diskutiert wird. Er sagt, diese Massnahme sei keine Option. «Wir sind gegenüber unseren Zuschauern und Sponsoren verpflichtet, konkurrenzfähig zu sein. Nicht alle Ausländer-Positionen zu besetzen wäre nur dann ein Thema, wenn wir ohne Publikum spielen müssten. Zumindest für die Zeit ohne Zuschauereinnahmen müssten wir uns diese Option überlegen.»

Wenn es dabei bleibt, den Abstieg nur für eine Saison auszusetzen und daraus nicht die Versuchung erwächst, daraus eine Dauerlösung zu machen, dann hat die Liga soeben einen ihrer klügsten Beschlüsse gefasst.

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Bubble Diese Diskussion wurde geschlossen.
15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • DaKa 12.05.2020 15:38
    Highlight Highlight Alles Kokolores....
    Kein Absteiger - kein Wettkampf. Wer sind die Verlierer?
    Alle Clubs die Ihre Ausaufgaben machen und sich auf besondere Situationen einstellen können. Solche Situationen wird es immer wieder geben. Die neue Saison kann nur positiv werden wenn zusätzliche Auflagen gemacht werden, z,B Junioreneinsätze. Ich wäre für 12 Liga (48 Spiele) mit 10 Playoffteams Beste of 7 (Playoff länger Spielen) Playoff sind die waren Spiele der Grossen und der "kleinen" Clubs die Gross sein werden können! Die 2 letzten spielen um den Abstieg (Beste of 7) wie bisher - inkl. Auf- Abstiegsspiel
  • radical 12.05.2020 13:56
    Highlight Highlight Ohne Absteiger, neuer Modus...Panik in der Liga. Ich glaube die Schweiz ist bereit für grosse Reformen. System wie die NHL, kein Absteiger, Salary cap, klare Regeln, Draft etc....sonst gibt es irgendwann nur noch 4 bis 5 Clubs....und das Ganze wird öde.....Bern, ZSC, Zug, Lausanne machen die Liga mit ihren Salären kaputt.
    • dechloisu 12.05.2020 14:23
      Highlight Highlight die Frage ist, wie lange es Lausanne noch gut geht.
      dass es Rumort weiss man ja nicht erst seit gestern
  • dechloisu 12.05.2020 12:46
    Highlight Highlight Jetzt sehen wir erstmal wie sich die Saison entwickelt.
    Grundsätzlich finde ich diese Regel schwirig.

    Klar für Kloten bietet sich eine Chance die genutzt werden muss, aber schwierig genug wird.

    Anderseits kann dies auch zu finanziellen Schweirigkeiten im B führen.

    Ein Gedankenspiel:
    Kloten Olten und Visp wollen hoch.
    alle drei investieren so viel Geld wie es geht in das Kader, um den vereinfachten Aufstieg wahr zu nehmen.
    Schliesslich wartet das A und höhere einnahmen

    Am Ende schafft es nur ein Team und die anderen zwei haben ein Problem
  • ironmike 12.05.2020 11:19
    Highlight Highlight klar wird die nächste Saison speziell, wir wissen ja nicht einmal wann gespielt werden kann. Abstieg nur für diese Saison ist o.k. Lombardi wollte aber gleich 5 Jahre ohne Abstieg was absurd gewesen wäre. Finanziell hat sowieso nur Kloten die Möglichkeit wieder aufzusteigen, aber der Titel dürfte trotzdem kein Selbstläufer werden.
  • Canuck79 11.05.2020 20:36
    Highlight Highlight Ich weiss ja nicht, ob ein nicht absteigen können, wirklich etwas mit dem Zuschauerschnitt zu tun hat. Ein aussichtslos zurückliegendes Team hat Zuschauerprobleme. Da spielt es bis im März nicht wirklich eine Rolle ob man absteigen kann. Vor der Ligaquali interessiert doch eigentlich nur eine mögliche Playoffquali.

    Playoffchancen und Ausgeglichenheit erhöhen die Zuschauerzahlen.
  • bullygoal45 11.05.2020 20:36
    Highlight Highlight Guter Beitrag 👍🏻! Der Ligaerhalt ist sozusagen die Meisterfeier der Armen.

    Die Gladiatoren Kämpfe waren auch ein Zuschauermagnet weil man stets gespannt war, wer überlebt 😉

    In dem Sinn: Lasst die Löwen, Bullen und Tiger in die Arena und eröffnet die Spiele 🦁🐮🐯!
  • MikeT 11.05.2020 20:34
    Highlight Highlight Ich wage zu behaupten, dass auch es auch ohne Abstieg zu diversen Wechseln bei Trainern und Ausländern kommen wird. Oder glaubt hier jemand, dass bei einer Niederlagenserie und einem 9. Rang im Dezember der Trainer in Zug, Zürich oder Lausanne ruhig schlafen kann? Oder dass ausländische Stürmer in Bern oder Lugano mit 3 Toten aus 20 Spielen nicht ersetzt werden? Oder dass Langnau, Ambri oder Rappi völlig tatenlos abgehãngt am Tabellenende dümpeln werden?
    • Reader09 11.05.2020 21:43
      Highlight Highlight Sind die Ausländer zum Töten angestellt? 😳😂
  • PostFinance-Arena 11.05.2020 20:28
    Highlight Highlight Aber dann wird es in der Saison 21/22 ja einen direkten Absteiger sowie die Barrage geben; damit es ab 22/23 wieder eine 12er Liga gibt; oder?

    Das bedeutet ja dann, dass der Abstieg ein noch viel grösseres Schreckgespenst darstellt, da einerseits 2 Teams gefährdet sind plus dem Tabellenletzten auch der Rettungsanker Ligaquali fehlt. Entsprechend werden die horrenden Panikausgaben, die man mit dieser Regelung unterbinden will, einfach um ein Jahr verschoben. Wo ist da der Sinn?
    • Harald aka the drunken Juhnke 12.05.2020 07:38
      Highlight Highlight Es gibt 21/22 keinen direkten Abstieg. Aber eine Ligaquali.
    • dali 12.05.2020 08:18
      Highlight Highlight Das habe ich mir auch schon überlegt. Der Vorteil ist halt, dass wenn in der Saison 21/22 ein oder zwei Clubs in den ersten beiden Ligen konkurs gehen, bereits die Klubs zum Auffüllen vorhanden sind. Aber die Entwicklung bleibt spannend...
  • Bobby Sixkiller 11.05.2020 20:21
    Highlight Highlight Gerade jetzt, in Krisen Zeiten für die NLA finanzielle Hürden festzulegen, die es in der Form vorher nicht gab, ist sehr fragwürdig. Auch wir in Visp könnten aufsteigen. Die Infrastruktur hätten wir allemal. Aber eben, das liebe Geld...
    • dali 12.05.2020 08:21
      Highlight Highlight Hallo Bobby, wo sind die neuen Anforderungen einsehbar? Mittlerweilen glaube ich aber auch, das Visp Olten beim finanziellen Potential, bei einem allfälligen Aufstieg, nicht mehr sehr stark nachsteht.
    • Porcupain 12.05.2020 08:38
      Highlight Highlight Traurig aber wahr!
      Hach, ich würde Visp wirklich gerne in der NL sehen, das wäre toll!

      Gruss aus Bern

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