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Les joueurs du HC Sierre, se concentrent au debut du match de National League B, LNB, du championnat suisse de hockey sur glace, entre le Lausanne HC, LHC, et le HC Sierre, ce samedi 22 decembre 2012 a la patinoire de Malley a Lausanne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Einst spielte Sierre in der höchsten Schweizer Liga. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Sierre in die NLB? Aber die Köpfe der Walliser sind wohl zu hart

Sierre statt Martigny in der NLB? Ja, wenn Sierre will und die Ligaversammlung zustimmt. Aber diese perfekte Lösung dürfte am «Kampf der Kulturen» scheitern.



Seit Wochen arbeitet Chris McSorley intensiv am «Projekt Farmteam». Er ist ja bei Servette «nur» noch Sportdirektor und nicht mehr Besitzer, Pressechef und Coach. Also hat er Zeit. Als Sportchef ist ihm daran gelegen, dass Servette durch ein Farmteam eine breitere sportliche Basis bekommt. Um für den anstehenden welschen «Titanenkampf» gegen Lausanne besser gerüstet zu sein.

Das Problem ist der Standort. In Genf, Yverdon, Lausanne, Sion oder Morges gibt es in der Westschweiz keinen Markt für ein Farmteam in der NLB. Und Martigny zu übernehmen ist erst recht keine Lösung. Die Schulden müssten übernommen werden und in Martigny gibt es weder einen Markt noch ein brauchbares Stadion für die zweithöchste Liga. Aber es gibt in der Westschweiz eine Stadt mit einer langen Hockey-Tradition und einer grossen Hockey-Begeisterung, die nicht mehr auf der nationalen Hockey-Bühne steht: Sierre.

Bild

Eine Stadt mit Hockey-Begeisterung: Sierre im Kanton Wallis. Bild: KEYSTONE

Hockey-Weltgeschichte geschrieben

Sierre hat eine NLA-Vergangenheit (Abstieg 1991 unter Juhani Tamminen), schrieb Ende der 1970er Jahre in der NLB mit dem Engagement des Stanley Cup-Siegers Jacques Lemaire als Spielertrainer Hockey-Weltgeschichte und spielt heute in der 1. Liga. Bereits sind gut 900 Saisonkarten für nächste Saison verkauft. Selbst in der 1. Liga ist ein Schnitt von über 1000 Fans möglich.

Deshalb verhandelt Chris McSorley mit Sierre. Ein Macher wie er ist dazu in der Lage, aus dem Erstligisten Sierre bis zum Saisonbeginn eine NLB-Mannschaft zu formen, die sich für die Playoffs qualifizieren kann. Spieler gibt es nach wie vor genug auf dem Markt, die gut genug sind für die NLB. Und ein Zuschauerschnitt bis zu 2000 Fans und damit die Finanzierung eines NLB-Budgets von 1,5 Millionen wird in der «Hockeystadt» Sierre kein Problem sein.

Nun verfällt Martigny dem Konkurs und die NLB hat für nächste Saison nur noch elf Teams. Damit tritt das «Projekt Sierre» unverhofft bereits jetzt in die entscheidende Phase. Jetzt oder nie. Sierre als Ersatz für Martigny.

Noch diese Woche braucht Chris McSorley die Zustimmung von Sierre zur Zusammenarbeit und, wenn er die bekommt, am nächsten Dienstag bei der Nationaliga-Versammlung die Zustimmung der anderen Nationalliga-Klubs mit einer Dreiviertelmehrheit.

Kampf der Kulturen

Es gibt zwei Probleme. Erstens – und das ist das grössere Problem: Sierre ist eine Stadt mit rund 15'000 Einwohnern im Kanton Wallis. Katholisch, stolz, eigenwillig. Darauf bedacht, die eigene Identität zu wahren. Erst recht gegenüber grossen welschen Städten wie Genf und Lausanne. Aus der Losung «Wir sind gegen die übrigen Welschen und die Ausserschweiz, also sind wir» schöpfen die Walliser ja seit jeher Energie. Eigentlich ein «Kampf der Kulturen».

Der «Hockey-Heilsbringer» Chris McSorley kommt aber ausgerechnet aus Genf. Diese Stadt ist calvinistisch (also «ungläubig»), weltoffen, vorlaut, arrogant. Die Kulturen des urbanen Genf und des ländlich-alpinen Sierre zusammenzuführen ist eigentlich unmöglich. Obwohl es hockeytechnisch die beste, die aufregendste, ja die perfekte Lösung wäre. Selbst innerhalb des Wallis ist es bis heute nicht gelungen, die Hockeykräfte zu bündeln und alle Fusionsversuche zwischen Visp, Sierre und Martigny sind gescheitert. Diese politische Konstellation, dieser Unterschied der Kulturen, wird von Chris McSorley unterschätzt.

ARCHIVBILD ZUR ABSETZUNG VON CHRIS MCSORLEY ALS TRAINER DES HC SERVETTE GENF GSHC --- Geneve-Servette's Head coach Chris McSorley instructs his player, during the game of National League A (NLA) Swiss Championship between Geneve-Servette HC and Lausanne HC, at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Saturday, February 18, 2017. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Kann Chris McSorley die Walliser und die Liga überzeugen? Bild: KEYSTONE

Das zweite Problem ist die Liga – und es ist das kleinere Problem: Sind die NLB-Klubs mit einem weiteren Farmteam einverstanden? Die NLB-Unternehmen mit Ambitionen und Charisma (wie Olten, Langenthal, Visp, Rapperswil-Jona, Ajoie oder La Chaux-de-Fonds) entfernen sich immer mehr von den Klubs ohne Ambitionen und Ausstrahlung (wie Winterthur, Thurgau, EVZ Academy, GCK Lions und Ticino Rockets).

NLB-Vertreter irritiert und verärgert

Am letzten Montag hatten sich die Vertreter der NLB-Klubs zur Vorberatung der Liga-Versammlung getroffen – und sie wurden über das «Projekt Sierre» nicht informiert. Martigny war da ja noch nicht Konkurs gegangen. Es hiess lediglich vage, es könnte eventuell ein Antrag auf ein neues Farmteam gestellt werden. Nun sind die einflussreichen NLB-Klubgeneräle durch die Entwicklung, durch die Martigny-Pleite überrascht worden. Sie sind irritiert bis verärgert und emotional gegen das «Projekt Sierre.»

Allerdings ist es für Chris McSorley machbar, diesen politischen Widerstand zu überwinden, wenn er die NLA-Generäle überzeugen kann. Für die ist es bei der Ligaversammlung am nächsten Dienstag möglich, die erforderliche Stimmenmehrheit zu organisieren und die NLB-Meinungsmacher aus Langenthal, Visp, Rapperswil-Jona, Olten und La Chaux-de-Fonds zu neutralisieren. Weil sie ja die Stimmabgabe ihrer NLB-Farmteams oder der abhängigen NLB-Klubs kontrollieren.

Die gut gefuellte Tribuehne in der Kunsteisbahn Kuesnacht beim Eishockey Achtelfinal Cupspiel zwischen den GCK Lions und dem HC Davos in der Eishalle KEK, am Dienstag, 25. Oktober 2016, in Kuesnacht. (KEYSTONE/Manuel Lopez)

Nur im Cup schaffen es Farmteams wie die GCK Lions, ihre Hallen zu füllen. Bild: KEYSTONE

Chris McSorley ist dazu in der Lage, aus Sierre in zwei Monaten eine konkurrenzfähige NLB-Mannschaft zu machen. Dazu kommt, dass Sierre eine Hockeykultur mit Ausstrahlung bis in die «Ausserschweiz» ist. Sierre wäre also La Chaux-de-Fons, Visp, Olten, Rapperswil-Jona oder Langenthal viel näher als den «seelenlosen» Farmteams und eine Bereicherung der NLB. Und mit einem Macher wie Chris McSorley in drei Jahren ein NLB-Spitzenteam.

Umfrage

Soll Sierre den HC Red Ice in der NLB beerben?

  • Abstimmen

2,102

  • Ja, das ist eine gute Idee.67%
  • Nein, es braucht kein weiteres Farmteam.26%
  • Ich will nur das Resultat sehen.7%

Es ist eine einmalige Chance, die Hockeykultur von Sierre zu neuem Leben zu erwecken. Aber was wird stärker sein? Der Stolz der Walliser, der Härtegrad der Walliser Köpfe oder der Mut, über den eigenen Schatten zu springen und diese einmalige Chance zur Rückkehr auf die nationale Bühne zu ergreifen?

Wenn das «Projekt Sierre» scheitert, muss Spielplangeneral Willi Vögtlin nach dem Konkurs von Martigny einen neuen Modus für eine NLB mit elf Teams und einen neuen Spielplan ausarbeiten. Das Problem: damit die Budgets aufgehen, braucht es beim neuen Modus in einer NLB mit elf Teams gleich viele Heimspiele für alle wie bei der 12er-NLB.

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Andifoll 15.06.2017 13:33
    Highlight Highlight 18er Liga Quali NL A/B von Sept. bis Dez. jeder gegen jeden heim , auswärts. Platzierungsrunde Nl A und NL B heim ,auswerts. Letzter Nl A und B scheiden aus. Play off NL A und B mit Meister NL A und B. Vorteile Intressante Spiele bis Dez. Derbys gewinnen an Wert . Wirtschaftlicher . Junge Spieler einfacher zu Integrieren. Viele Hockeyfachleute würden das unterstützen dürfen leider nichts sagen.
    • faustus 15.06.2017 14:04
      Highlight Highlight ???
    • Hochen 15.06.2017 14:31
      Highlight Highlight Ich sehe da einen neuen Ansatz aber bitte das ganze nochmals ein bisschen verständlicher?
    • Andifoll 15.06.2017 15:13
      Highlight Highlight NL A und B insgesamt 18 Teams spielen je zweimal gegeneinander als Quali ( 34 Spiele) . Teams 1- 9 ( NL A) spielen danach zweimal in einer Platzierungsrunde um die Startplätze für die Play Offs NL A (16 Spiele). Das gleiche in der NL B Teams 10 - 18. Der Sieger der NL B stösst zusätzlich in die A Gruppe . Play Offs mit allen Teams wie gehabt . Der erste der NL A beginnt gegen den zusätzlichen Aufsteiger. 10 Teams spielen Play Offs um den A Titel. 8 Teams NLB um den B Titel. Die Nachwuchsteams in die My Sports League integrieren und Evtl. noch 2 Teams in die B Play Off integrieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Steven86 15.06.2017 13:17
    Highlight Highlight Glaube kaum das man mit dieser Lösung den Sierre Fans ein gefallen gemacht wird. Man muss immer beachten bei den Farmteams. Wenn der A Club Spieler braucht wird das Farmteam ausgeschlachtet, das am ende ein Rumpfteam antraben muss und wenn es schlecht lauft eine klatsche einfahren. Wenn es länge geht, am ende die Playoff verpasst. Welcher Fan möchte das schon. Darum werden die Farmteams nie an der Spitze anzutreffen sein.
  • Lan25d 15.06.2017 12:43
    Highlight Highlight Ich bezweifle stark dass sich die Halle von Sierre in der NLB füllen würde als Farmteam.Ich hoffe dass Sierre irgendeinmal und irgendwie aufsteigt,aber nicht als Farmteam.
  • Scrj1945 15.06.2017 11:26
    Highlight Highlight Ajoie soll ein ambitionierter klub sein? Die sind doch schon inofiziell ein farmteam von biel. Und bitte nicht noch ein farmteam. Spiele geen farmteams sind für die zuschauer langweilig und bringen auch keine ins stadion. Das heisst miese stimmung. Vorallem unter der woche, da auch keine auswärtsfans dabei sind. Das ist anderst bei spielen gegen langenthal, olten und la chaux de fonds
  • dechloisu 15.06.2017 10:45
    Highlight Highlight Es wird Zeit die NLA zu Vergrössern und aus der NLB eine Farmteam Liga zu machen.
    Alles andere macht keinen Simn mehr.

    Ich war immer ein Gegner davon, allerdings gehen die grossen Teams der NLB Bankrott wenn es so weiter geht.
    • sevenmills 15.06.2017 11:08
      Highlight Highlight Geschlossene Liga funktioniert in der Schweiz nicht. Vergesst es. Auch wenn man die 8 arrivierten B-Clubs noch mit ins NLA-Boot holt, das wird trotzdem nicht klappen. Es würde viiiel einfacher gehen: Gescheiter Auf- und Abstiegsmodus bei 12 er oder 10er Liga (jedes Jahr mindestens ein Aufsteiger), und zwar auch bis in die tieferen Ligen hinunter Durchlässigkeit schaffen, und ALLEN wäre geholfen! Keine andere der guten europäischen Ligen hat ein Farmteamsystem, am allerwenigsten Schweden, wo das Eishockey fantastisch ist. Und mit den USA können wir uns auf so vielen Ebenen nicht vergleichen.
    • dechloisu 18.06.2017 22:37
      Highlight Highlight Ich gebe dir im Geundsatz recht, aber bei immer mehr werdenden Farmteams muss man etwas machen, z.B. die 8 NLB Teams hoch holen
  • Luzi Fair 15.06.2017 09:34
    Highlight Highlight Das Mittelwallis hat das Potential zu einem eigenen NLB-Team. Dazu braucht McSorley gar nicht.
    Was es braucht, ist ein neues Stadion. Dieses wurde durch die Politik in den letzten 15 Jahren wieder und wieder blockiert. Dies obwohl private Investoren bereit standen. Wären diese Leute damals über ihren Schatten gesprungen, hätten wir heute eine attraktive Liga mit drei Walliser Klubs.
  • mcllwain 15.06.2017 09:32
    Highlight Highlight damit nächste saison auch 12 nlb-teams spielen, sollte der scb ein farmteam eröffnen. geld dafür wäre genügend vorhanden, spieler dafür auch. wieso nicht bsp. in burgdorf, thun oder worb spielen? sierre war schon mal in der nlb und konnte sich das finanziell nicht leisten. daran würde sich auch als farmteam nichts ändern.
    • sevenmills 15.06.2017 10:05
      Highlight Highlight Bern hat eine erfolgreiche und aktive Partnerschaft mit Visp, ein Farmteam würde also nicht viel mehr Sinn machen.
    • Hochen 15.06.2017 10:08
      Highlight Highlight So ein Schwachsinn! Wer für mehr Farmteams in der NLB ist ist gegen das Schweizer Eishockey!
    • sevenmills 15.06.2017 10:14
      Highlight Highlight Ausserdem: Lieber eine Meisterschaft mit 11 Teams als mit einem vierten Farmteam.
    Weitere Antworten anzeigen
  • gofor 15.06.2017 09:05
    Highlight Highlight Arosa for NLB!
  • sevenmills 15.06.2017 08:34
    Highlight Highlight Als ob die National League nicht schon an sich zu einem Witz verkommen wäre, so ist das der schlechteste seit Langem.
    Ist das überhaupt legal, was die NLA-Vereine da für eine Mafia betreiben? Den erfolgreichen B-Club wird Jahr für Jahr mehr die Wettbewerbsfähigkeit beschränkt und sie sind absolut machtlos dagegen. Wir steuern auf eine NLB mit einem DRITTEL (!!) Farmteams zu! In einer Liga mit starken Profiteams!
    Vielleicht ist es für letztere an der Zeit, langsam eine Alternative zu suchen (vielleicht die Alps HL?). Visp baut einen neuen Hockeytempel. Wozu? Für Spiele gegen Juniorenteams??
    • play off 15.06.2017 15:30
      Highlight Highlight Du hast es auf den Punkt gebracht!

Wie aus dem Titanen Leonardo Genoni auf einmal ein «Lotter-Leo» geworden ist

Leonardo Genoni (32) muss zum ersten Mal in seiner Karriere hinter einer «Lotter-Verteidigung» spielen. Logisch, dass er gegen ein grandioses Langnau zum «Lotter-Leo» geworden ist. Zug kassiert im vierten Spiel bereits die zweite Niederlage. Die SCL Tigers gewinnen 5:3 (2:1, 1:2, 2:0)

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Es wäre für den legendären Ingenieur Gustaf Eiffel einfacher gewesen, aus Jasskarten einen Eiffel-Turm zu bauen als für Leonardo Genoni in Langnau aus Zugs Abwehr ein Bollwerk zu machen.

In seiner 13. Saison in der …

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