Sport
Eismeister Zaugg

Nico Gross: Soll der Verteidiger in Zug bleiben?

EV Zugs Marc Michaelis, Nico Gross, Fabrice Herzog und Brian O'Neill, von links, bejubeln das Tor zum 1:0 im Eishockey Qualifikationsspiel der National League zwischen dem EV Zug und Geneve-Serve ...
Nico Gross (ganz links) jubelt mit seinen Teamkollegen über einen Treffer.Bild: keystone
Eismeister Zaugg

«Fall Gross» – Verteidigungsminister werden oder vorerst ein Lehrling bleiben?

Zugs Verteidiger-Talent Nico Gross (23) steht vor einer heiklen Wahl: Verteidigungsminister in Davos, Kloten oder bei den Lakers werden oder eine Verlängerung der Lehrzeit bei Zug?
21.10.2023, 18:1222.10.2023, 10:51

Schon lange ist es nicht mehr möglich, ein Meisterteam zusammenzukaufen. Die Sportchefs können lediglich durch ein paar kluge Transfers aus einem guten ein sehr gutes Team machen. Oder aus einer sehr guten Mannschaft eine Meistermannschaft.

Lugano hat mit der Verpflichtung von David Aebischer (ab nächster Saison für fünf Jahre) einen Spieler geholt, der die Mannschaft besser machen kann. Sind die Hockeygötter gnädig, wird David Aebischer Luganos Antwort auf Roman Josi.

Nico Gross ist ein Verteidiger mit einem ähnlichen Potenzial. Er ist in Zug mit einem Punkt aus 6 Partien in Zug nicht so produktiv und präsent (12:48 Minuten Eiszeit) wie David Aebischer (13 Spiele / 8 Punkte / 21:04 Minuten Eiszeit) zurzeit bei den Lakers. Das liegt primär in der viel besseren Besetzung der Verteidigung in Zug. Aber auch daran, dass Nico Gross einen anderen Stil pflegt: Defensiv seriöser, nach drei Jahren auf höchstem nordamerikanischem Junioren-Level (2017 bis 2020) intensiver und so gesehen eher kompletter als David Aebischer und eher noch geeigneter für die Rolle eines Verteidigungsministers. Er ist sogar besser, als er denkt.

2018 haben die Rangers seine Rechte im Draft (Nr. 101) erworben. Das bedeutet im Grundsatz das Potenzial für die NHL. Ob dieses Potenzial später tatsächlich umgesetzt werden kann, ist eine andere Frage. Nico Gross kann beides: Mit einem schnellen ersten Pass oder einem Sturmlauf die Offensive befeuern und mit einfachem, seriösem Spiel die Defensive stabilisieren. Ein NHL-Scout sagte es schon vor zwei Jahren so: «Highly competitive well rounded defensman but not an offensive guy. I love the way that guy competes.» Keine Frage: Er ist zu gut für weniger als 15 Minuten Eiszeit pro Spiel.

Für Nico Gross ergeben sich inzwischen vier Optionen. Bei Zug bleiben und sozusagen ein weiteres «Lehr- und Entwicklungsjahr» absolvieren oder ein Transfer. Bei Trainer Dan Tangnes gilt zwar das Leistungsprinzip: Niemand hat seinen Platz auf sicher, ohne Rücksicht auf Verdienste und Beziehungen zählt die Leistung. Trotzdem wird Nico Gross in Zug keine zentrale Rolle bekommen. Die interne Konkurrenz ist zu stark.

In Kloten, Rapperswil-Jona und Davos kann er Verteidigungsminister werden. Von diesen drei Klubs ist Davos die attraktivste Option. Trainer Josh Holden war zuvor Assistent in Zug. Der HCD-Trainer kennt Nico Gross und will ihn. Ein Faktor, der nicht unterschätzt werden sollte. Nico Gross hätte in Davos gute Chancen auf die gleiche zentrale Position wie bei den Lakers und Kloten: Die Nummer 1 der Verteidiger mit Schweizer Lizenz. Er kann auf Augenhöhe mit Dominik Egli oder Michael Fora spielen. Sollte Dominik Egli bei Davos bleiben, hätte der HCD durch den Zuzug von Nico Gross in der Abwehr ein maximales Upgrade. Kommt dazu: Die Aussichten in der Spitzengruppe zu spielen, sind in Davos im Quadrat besser als in Kloten und immer noch viel besser als in Rapperswil-Jona.

Geld dürfte beim Entscheid von Nico Gross keine zentrale Rolle spielen. Kloten, Davos, die Lakers und Zug dürften bei ihren Offerten nicht weit auseinanderliegen.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Alle Schweizer Eishockey-Meister seit Einführung der Playoffs 1985/86
1 / 41
Alle Schweizer Eishockey-Meister seit Einführung der Playoffs 1985/86
2024: ZSC Lions, Finalserie: 4:3 gegen den Lausanne HC.
quelle: keystone / urs flueeler
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Wer macht diese Logos?!» – so schlecht kennen wir die NHL
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Jetzt ist es offiziell: Dieser Serbe wird neuer Cheftrainer beim FC Basel
Der FC Basel hat den Nachfolger von Stephan Lichtsteiner gefunden. Der serbisch-spanische Doppelbürger Slavisa Jokanovic übernimmt den Trainerjob beim aktuellen Vierten der Super League.
Der FC Basel hat einen neuen Trainer gefunden: Wie der FCB am Freitagnachmittag bestätigt, ist der Serbe Slavisa Jokanovic neuer Chef an der Seitenlinie. Er hat bis Ende Saison bei den Baslern unterschrieben. Zuletzt trainierte der 58-Jährige Al-Nasr in den Vereinigten Arabischen Emiraten – nicht zu verwechseln mit Al-Nassr in Saudi-Arabien, wo Cristiano Ronaldo unter Vertrag steht. Zudem teilte der FCB mit, dass der bisherige Assistenz- und Interimstrainer Luigi Nocentini den Klub verlässt.
Zur Story