Das freut die Spieler – Red Bull wird einer der drei Liga-Hauptsponsoren
Der österreichische Kraftsafthersteller baut sein aktuelles Engagement in der National League massiv aus und wird ab der nächsten Saison für drei Jahre bis 2029 einer der drei Hauptsponsoren unserer höchsten Liga. Mit Abstand am meisten zahlt nach wie vor der Hosentelefon-Titan Sunrise für die TV-Rechte von MySports (rund 30 Millionen). Dann folgt die Postbank PostFinance und Nummer drei wird neu Red Bull. Zahlen werden keine genannt. Kenner der Sportmarktszene schätzen das Engagement auf erheblich mehr als eine Million.
Die 14 NL-Klubs dürfen also ab nächster Saison mit Mehreinnahmen von gut 100'000 Franken pro Saison rechnen. Auch die Spielerhändler und ihre Klienten reiben sich die Hände: Wie üblich investieren die NL-Klubs Mehreinnahmen praktisch ungebremst in die Spielersaläre. Unsere oberste Liga kann ihre Marktposition als weltweit bester Arbeitgeber nach der nordamerikanischen National Hockey League (NHL) festigen. Zumindest so lange, wie die russische KHL aufgrund der weltpolitischen Lage weitgehend vom Hockey-Weltmarkt ausgeschlossen bleibt.
Wichtig ist im Zusammenhang mit dem Engagement der global verbreiteten Energiedrink-Marke: Der Name «National League» bleibt rein und bekommt keinen Werbezusatz. Grundsätzlich verkauft die National League ihren Namen klugerweise nicht an einen Werber und stärkt so den Wert der Bezeichnung «National League» als Marke und dadurch auch die Klubs. Es kommt ja auch der NHL nicht in den Sinn, die Liga-Bezeichnung auf dem Werbemarkt zu verhökern. Red Bull kauft sich in der Schweiz nicht bei einzelnen NL-Klubs ein und investiert auch nicht in Stadien. Es bleibt bei einem konventionellen Werbeauftritt.
Achtung, jetzt ein bisschen Polemik: Die National League rockt, die Swiss League hingegen darbt. Es ist zwar schwierig, aber keineswegs unmöglich, die zweithöchste Liga im Markt viel besser zu positionieren. Einmal mehr zahlt sich in diesem Zusammenhang die juristische Selbstständigkeit der National League aus. Sie ist nicht in die Verbandsstrukturen eingebunden, muss keine hockeypolitischen Verrenkungen machen, hat mit Denis Vaucher einen dynamischen Macher, der dank kurzer Entscheidungswege die Liga vermarkten kann.
Eines der grössten Probleme der Swiss League ist und bleibt: Es gibt nach wie vor beim Verband keinen «Mister Swiss League». Also keinen starken Liga-Manager (wie Denis Vaucher bei der NL), der die politischen Interessen der Liga im Gestrüpp der Verbandsadministration und auf dem Werbemarkt vertritt und durchsetzt. Es passt ins Bild, dass es dem Verband erst dank Vermittlung von NL-Vertretern gelungen ist, doch noch einen Sponsor für den Topskorer der Swiss League zu finden.
Es ist ein Armutszeugnis, dass es den Verbandsbürogenerälen einfach nicht gelingt, die Swiss League im Markt besser zu positionieren, die National League hingegen schon wieder einen schönen Werbevertrag in trockenen Tüchern hat. Ende der Polemik.
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