
Gareth Southgate und Captain Harry Kane unterschätzen die Schweiz definitiv nicht.Bild: keystone
02.07.2024, 12:3302.07.2024, 14:21
Ausgerechnet in diesem herausfordernden EM-Viertelfinal feiert Gareth Southgate ein schönes Jubiläum. Der 53-Jährige steht am Samstag gegen die Schweiz zum 100. Mal als englischer Nationaltrainer an der Seitenlinie.
Nach einer bislang schwachen Euro seines Teams sieht sich Southgate allerdings massivem Druck ausgesetzt. Mit hohen Erwartungen ins Turnier gestartet, käme ein Ausscheiden der Engländer gegen die Schweiz definitiv zu früh, ungeachtet der Formstärke unserer Nati. Bei vielen Fans und Medien hat der Trainer derzeit einen schweren Stand.
Dass die Schweizer Mannschaft seit Jahren nicht mehr unterschätzt wird, ist allseits bekannt. Auch Gareth Southgate äussert grossen Respekt vor Xhaka, Akanji und Co. Der «Blick» zitiert Englands Nationaltrainer folgendermassen:
«Die Schweiz ist schlicht exzellent! Das ist für mich kein bisschen eine Überraschung. Ich denke das seit Jahren, echt!»
Southgate lobt die Konsistenz der Schweiz, die Art und Weise, wie das Team von Murat Yakin das Spiel von hinten aufbaut.
«Ihr System ist schwierig zu pressen. Sie haben eine ausgezeichnete Rotation im Spiel. Ihre Angreifer haben Speed. Und wenn sie einmal führen, sind sie enorm gut strukturiert.»
Der Trainer Englands hat die letzten zwei Spiele der Nati entweder ganz angeschaut oder er wurde von seinen Analysten mit Videomaterial versorgt. Auf jeden Fall sagt Southgate:
«Gegen Deutschland zum Beispiel standen sie derart gut, dass es kaum möglich war, da durchzukommen. Auch gegen Italien.»
In zwei Partien der Nations League und in einem Testspiel konnte sich Southgate bereits in der Vergangenheit einen Eindruck machen über die Fähigkeiten der Schweiz. Er sagt: «Das waren für uns enorm komplizierte Spiele. Es gibt jedenfalls viel vorzubereiten!»
Auch Harry Kane spricht in den höchsten Tönen vom Schweizer Team. In einer YouTube-Sendung des englischen Fussballverbandes sagt Englands Captain:
«Die Schweiz spielt bislang ein grossartiges Turnier. Italien zu schlagen, ist nicht einfach. Wir erwarten ein zähes Spiel und werden das tun, was wir immer tun: Wir werden uns diese Woche gut vorbereiten, das vergangene Spiel analysieren. Wir schauen uns die Stärken an der Schweiz, aber auch ihre Schwächen. Diese versuchen wir auszunutzen.»

Jude Bellingham und Harry Kane sind mit je zwei Treffern die bislang einzigen Torschützen ihrer Mannschaft.Bild: keystone
Schaut man sich die Direktduelle der beiden Teams an, sieht es für die Schweiz trotz allen Lobs nicht ganz so rosig aus. In bislang 27 Aufeinandertreffen konnte die Nati nur dreimal gewinnen, 19 der Duelle gingen an England. Der letzte Sieg gegen die Three Lions gelang der Schweizer Nati im Jahr 1981, in den folgenden zehn Partien bis heute konnte die Schweiz gegen England nie mehr gewinnen.
Am Samstag ab 18 Uhr bietet sich dem Team von Murat Yakin die Chance, die Bilanz etwas aufzuhübschen.
Mehr zur Statistik gibt es hier:
Die besten Bilder der Fussball-EM 2024
1 / 102
Die besten Bilder der Fussball-EM 2024
Spanien jubelt als Europameister! Im Final schlägt die «Furia Roja» England dank eines späten Tors von Mikel Oyarzabal mit 2:1.
quelle: keystone / frank augstein
Die Langstrasse brennt – so wird der Nati-Sieg in Zürich gefeiert
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Der Uitiker Silvan Wallner, 23, trat vor fünf Monaten Knall auf Fall als Profifussballer zurück. Mittlerweile wohnt der ehemalige Nachwuchs-Internationale in Brisbane und besucht dort eine Bibelschule.
Am 10. November letzten Jahres wurde bekannt, dass Silvan Wallner, der damals 22-jährige Verteidiger und Schweizer U21-Nationalspieler aus Uitikon, seine Karriere per sofort beendet. Wallner wurde 2022 mit dem FC Zürich Schweizer Meister und spielte zum Zeitpunkt seines plötzlichen Rücktritts in Österreich bei Bundesligist Blau-Weiss Linz. Sofort wurden Stimmen laut, die ihn in den Fängen einer christlichen Sekte wähnten, was Wallner in einem aufsehenerregenden Interview mit den Zeitungen von CH Media jedoch vehement verneinte. Man habe damals seine christliche Glaubensausrichtung in Zweifel gezogen, weil er den Samstag als den siebten Tag der Woche ehren wolle. Seither wurde es ruhig um den ehemaligen Junior von 4.-Ligist FC Uitikon. Fünf Monate nach seinem Rücktritt vom Profisport äussert sich Wallner erstmals wieder öffentlich. Seit zwei Monaten weilt er in Brisbane im Nordosten Australiens.