Am Samstag um 18 Uhr trifft die Schweiz im Achtelfinale in Berlin auf Italien. Das wichtige Spiel für die Mannschaft von Murat Yakin hat im Tessin schon in dem Moment begonnen, als Deutschland und Italien gegen die Schweiz und Kroatien ihre entscheidenden Last-Minute-Tore erzielten, wie der Corriere del Ticino schreibt.
«Diese beiden Tore besiegelten das Aufeinandertreffen der Schweiz und Italien im Achtelfinal – eine Partie, gleichermassen erhofft wie gefürchtet», schreibt die Zeitung und fügt an: «Ein Spiel wie kein anderes, vor allem im Tessin».
Tatsächlich wird die Partie im Tessin mit besonderer Spannung erwartet. «Es ist ohne Zweifel das Sportereignis des Jahres», kommentiert Tio. «Je näher die Partie rückt, umso kräftiger lodert das Feuer.»
Das Tessin und Italien sind unweigerlich miteinander verwoben. Nach Angaben des BFS besitzen fast 20 Prozent der Tessiner die italienische Staatsangehörigkeit. Mehr als 78'000 Grenzgänger – bei einer Bevölkerung von rund 350'000 Einwohnern – pendeln täglich für die Arbeit über die Grenze. Und so verwundert es nicht, dass die kantonale Presse einstimmig von einem «Derby» spricht.
«Es ist eine Frage des Herzens, der offenen Wunden und der Erfahrung», sagt Corriere del Ticino. «Momente und Erinnerungen, die die Tessiner Fans mehr oder weniger tief geprägt haben.» Die Tessiner, so die Zeitung, teilen mit den Italienern nicht nur die Kultur und die Gewohnheiten, sondern auch die Macken.
Tatsache sei, dass «diese Rivalität besonders im Tessin stark spürbar ist». «Die Spannung nimmt zu» und, wenig überraschend, «haben die Sticheleien am Montag begonnen». Tatsächlich sind die sozialen Netzwerke seit der Bekanntgabe des Duells damit beschäftigt, Memes im Zusammenhang mit der Partie zu produzieren.
«Schweiz-Italien hat bereits begonnen», ist auf dem Instagram-Account «Non parlo lo svizzero» (wörtlich: Ich spreche kein Schweizerisch) zu lesen. Ein RSI-Journalist hat den Account jüngst als «offizieller Meme-Produzent des Kantons» bezeichnet.
Während wir auf den Moment der Wahrheit warten, noch ein letzter Ausflug in die Welt der Statistik. «Gegen kein anderes Nationalteam hat die Schweiz so oft gespielt wie gegen die Azzurri», schreibt La Regione. Seit dem 7. Mai 1911 gab es 61 offizielle Spiele. Zugegeben, die Ergebnisse sind nicht besonders ermutigend: «Die Schweiz ging nur acht Mal als Siegerin vom Platz, die Siegerrate beträgt 13 Prozent».