Bergsteigerin verzichtete auf Aufstieg und warnte Dahlmeier vor extremen Bedingungen
«It's dangerous. Oh. Many avalanches. It's not possible to climb.»
Das sagte Maria Martin (38) zu Laura Dahlmeier († 31), wie die Spanierin der NZZ berichtete. Die beiden trafen sich im Basislager, wo sich Martin schon länger aufgehalten hatte, als die Deutsche und ihre Seilpartnerin Marina Krauss dort ankamen.
Laura habe sie gefragt, ob sie auf den Laila Peak gestiegen sei, erinnerte sich Martin, und ob sie die Verhältnisse kenne. Sie habe ihr einige Fotos gezeigt und ihr dann, wie eingangs erwähnt, abgeraten. Der Weg sei gefährlich, immer wieder würden Lawinen niedergehen, der Aufstieg sei nicht möglich.
«An dem Berg kann man momentan keine Touren machen»
Diesen Eindruck hatte auch der erfahrene Alpinist Stefan Köhler (65), der unterwegs zum Basislager des K2 am Laila Peak vorbei kam. Es habe viel zu wenig Schnee gehabt, sei zu warm gewesen und er habe immer wieder von Steinschlag Notiz genommen, sagte Köhler der NZZ. Er erinnere sich gut daran, wie er am 22. Juli am Fusse des Bergs seiner Gruppe gesagt habe: «An dem Berg kann man momentan keine Touren machen.»
Sechs Tage später kam Laura Dahlmeier ums Leben. Krauss und sie hatten trotz ungünstiger Umstände versucht, den Gipfel des 6096 Meter hohen Bergs in Pakistan zu erreichen. Kurz unterhalb des Gipfels, rund 300 Meter vom höchsten Punkt, entschieden sie sich zur Umkehr. Beim Abseilen wurde Dahlmeier von einem Stein getroffen, der sich gelöst hatte. (ram)
