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Grasshopper Robin Kamber, beim Fussball Super-League Spiel zwischen dem FC St. Gallen und dem Grasshopper Club Zuerich, am Mittwoch, 3. April 2019, im Kybunpark in St. Gallen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

In St. Gallen reichte es GC zu einem Punkt. Doch will der Traditionsverein den Abstieg verhindern, muss ein Sieg her. Bild: KEYSTONE

Das Zürcher Derby wird zum Krisengipfel: Schafft GC die Wende?

Das 274. Zürcher Derby vom Samstag ist auch der Krisengipfel der Super League. Für die Grasshoppers sieht es ganz düster aus. Der Rekordmeister zerfleischt sich gerade selbst.



Die grössten Zürcher Sportklubs kriseln. Die Grasshoppers ganz besonders und der FC Zürich nach einem Zwischenhoch auch wieder. Hat der FCZ seine Talsohle mit dem Abstieg 2016 durchschritten, manövrieren sich die Grasshoppers von Tiefpunkt zu Tiefpunkt. Immer, wenn man dachte, es gehe nicht mehr schlimmer, bewiesen Klub und Fans zuletzt das Gegenteil. Inzwischen steuert der Rekordmeister ungebremst auf die Challenge League zu.

Der 27-fache Meister ist zum grossen Sanierungsfall des Schweizer Fussballs verkommen. Trainer werden verschlissen, interne Machtkämpfe ausgetragen, Spieler geholt und alsbald wieder aussortiert. Die Fans provozieren einen Spielabbruch, es setzt eine Forfaitniederlage ab. Der Ruf des Klubs ist ramponiert, die Mannschaft am Tabellenende angelangt.

Seit November ohne Sieg

Seit November ist GC ohne Sieg. Es gibt viele Verletzte, aber das ist nur einer von vielen Gründen für das inzwischen chronische Scheitern. Es fehlt an Qualität, vor allem aber an Mentalität und Zusammenhalt. Die Mannschaft ist verunsichert und vermittelt nach einer Serie von Tiefschlägen nicht den Eindruck, den Abstieg noch verhindern zu können - zumal der eben erst genesene Schlüsselspieler Marko Basic erneut ausfällt. Stephan Anliker hat sein Präsidenten-Amt niedergelegt, CEO Manuel Huber räumt seinen Sessel Ende Saison.

Drei Trainer haben sich in den letzten zwei Jahren erfolglos versucht im GC-Sumpf. Sie traten mit teils grossen Worten und Erwartungen an, zerbrachen aber in relativ kurzer Zeit an der Realität. Der vierte, Tomislav Stipic, konnte die Talfahrt bislang nicht stoppen. Er sortierte unter anderem den im letzten Sommer als vermeintlichen Leader und Leistungsträger verpflichteten Raphael Holzhauser aus, dazu Shani Tarashaj und vier weitere Spieler. Nach zwei Unentschieden spricht er von «zwei kleinen Schritten in die richtige Richtung». Der Rückstand auf Neuchâtel Xamax, den Vorletzten, wuchs auf sechs Punkte an.

Harmloser FCZ

Le defenseur valaisan Ermir Lenjani, gauche, lutte pour le ballon avec le defenseur zuerichois Levan Kharabadze , droite, lors de la rencontre de football de Super League entre le FC Sion et le FC Zuerich, FCZ,  ce samedi 30 mars 2019 au stade de Tourbillon a Sion. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Auch dem FCZ droht der Abstiegskampf, sollte er heute verlieren. Bild: KEYSTONE

Den unrühmlichen Vorgängen beim Derby-Gegner hat es der FC Zürich zu verdanken, dass es bislang um ihn selbst erstaunlich ruhig geblieben ist, obwohl er selbst in eine Krise gerutscht ist. Anfang November noch die Nummer 3 der Liga und im europäischen Geschäft die positive Schweizer Überraschung, droht auch der FCZ noch in den Abstiegskampf verwickelt zu werden. Mit acht Punkten aus neun Spielen ist der Cup-Halbfinalist die zweitschlechteste Mannschaft der Rückrunde, nur GC schnitt noch schlechter ab. «Wir spielen nicht den Fussball, den wir uns vorstellen. Uns fehlt das Selbstvertrauen und deshalb auch die Emotionen», stellt Trainer Ludovic Magnin fest.

Auch der FCZ beklagt gewichtige Absenzen. Auch bei ihm gibt es aber weitere Gründe für den Sinkflug. Einer ist, dass die Mannschaft keine funktionierende Achse mehr hat, ein anderer die erschreckende Harmlosigkeit vor dem gegnerischen Tor. Noch bewahren sie beim FCZ Ruhe, eine Niederlage gegen GC könnte das ändern. «Wir sind nicht zufrieden mit der Entwicklung», sagt Sportchef Thomas Bickel. Für das dritte Zürcher Derby der Saison im Letzigrund lässt sich also ableiten: Ein Sieg täte diesmal beiden Mannschaften besonders gut.

Jubel bei GC-Fans

Video: watson/Sarah Serafini

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