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Sport
Formel 1

Max Verstappen und Red Bull zittern um den WM-Titel an der Formel 1

Red Bull driver Max Verstappen of the Netherlands during practice session of the Singapore Formula One Grand Prix, at the Marina Bay City Circuit in Singapore, Friday, Sept. 30, 2022. (AP Photo/Vincen ...
Er ist der Weltmeister der letzten Saison – doch nun droht Max Verstappen der Entzug des Titels.Bild: keystone

Verstappen zittert um den WM-Titel – die Konkurrenz fordert Strafen wegen Millionenbetrugs

Das Team um den letztjährigen WM-Sieger Max Verstappen steht unter Verdacht, die Budgetobergrenze missachtet zu haben. Mercedes und Ferrari sind empört und fordern harte Strafen.
05.10.2022, 12:4005.10.2022, 16:52
Tobia Gazzotto / ch media

Maximal 148.6 Millionen Dollar standen den Formel-1-Teams in der vergangenen Saison jeweils zur Verfügung. So will es die 2021 eingeführte Budgetobergrenze. Das Ziel: Die ausufernden Kosten senken und den sportlichen Konkurrenzkampf enger gestalten. Doch nun wurde bekannt: Gleich zwei Teams sollen die Obergrenze überschritten haben.

Im Fahrerlager wird gemunkelt, dass es sich dabei um Aston Martin und Red Bull handelt. Während es sich bei Aston Martin lediglich um eine geringe Überschreitung des Budgets aufgrund von Verfahrensfehlern handle, ist die Lage bei Red Bull deutlich angespannter.

Gerüchten zufolge handelt es sich um eine Überschreitung von rund 10 Millionen Dollar, die sich Red Bull – das Team von Weltmeister Max Verstappen – im vergangenen Jahr erlaubt haben soll. Dementsprechend gross ist die Aufregung bei der Konkurrenz.

epa10211104 Team Principal and CEO of Mercedes-AMG Petronas F1 team Toto Wolff (R) walking with his driver, British driver Lewis Hamilton (L) and British driver George Russell (C) after press conferen ...
Fordert eine Strafe, falls Red Bull das Budget überschritten hat: Mercedes-Teamchef Toto Wolff (r.).Bild: keystone

Mercedes-Teamchef Toto Wolff sagte gegenüber «Sky»:

«Sich nach dem Kostendeckel zu richten, war ein Mammutprojekt. Ich kann gar nicht sagen, was wir alles umstrukturieren mussten, um unter dieser Grenze zu bleiben. Wenn jemand das nicht getan hat, ist jede Million ein massiver Nachteil.»

Da bereits während einer laufenden Formel-1-Saison am Boliden der nächsten Saison getüftelt wird und das Wissen der Ingenieure auch in den folgenden Saisons von Nutzen ist, hätte sich Red Bull im Fall einer Überschreitung nicht nur 2021 einen Vorteil verschafft, sondern würde auch in der laufenden Saison davon profitieren, gar 2023 hätte es noch Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Autos. «Wenn du 2021 die Grenze überschritten hast, dann liegst du auch 2022 drüber. Das heisst, du hast für 2023 einen Vorteil», sagt Wolff.

Von der Konkurrenz wird deshalb eine ernst zu nehmende Strafe erwartet.

Bei Red Bull hingegen ist man sich sicher, dass man sich regelkonform verhalten hat, und zieht rechtliche Schritte aufgrund diffamierender Aussagen der Konkurrenten in Erwägung.

Team chief Christian Horner of Red Bull Racing, center, speaks with Red Bull driver Sergio Perez of Mexico prior to the qualifying session ahead of the Formula One Grand Prix at the Spa-Francorchamps  ...
Will die Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen und bläst zum Gegenangriff: Red-Bull-Teamchef Christian Horner.Bild: keystone

Verstappen droht Entzug des WM-Titels 2021

Das Problem: Im Regelwerk des Autosport-Weltverbands FIA ist nicht klar definiert, welche Strafen bei Missachtung der Budgetobergrenze drohen.

Damit soll verhindert werden, dass Teams es absichtlich überschreiten, da sie mit den drohenden Konsequenzen leben könnten. Deshalb werden bloss mögliche Massnahmen wie Punkteabzüge angeführt.

Sollten Red-Bull-Pilot Max Verstappen nachträglich Punkte in der Fahrerwertung des letzten Jahres abgezogen werden, ist sein erster WM-Titel bedroht. Denn der Vorsprung des Holländers auf seinen Mercedes-Rivalen Lewis Hamilton betrug lediglich acht Punkte.

211213 -- ABU DHABI, Dec. 13, 2021 -- Red Bull driver Max Verstappen R of the Netherlands and Mercedes Lewis Hamilton of Britain celebrate after the Formula One Abu Dhabi Grand Prix in Abu Dhabi, the  ...
Lieferten sich 2021 ein packendes Duell um den Titel: Lewis Hamilton und Max Verstappen (r.).Bild: imago

Einfluss auf das Strafmass hat die Summe des Betrags, welcher überzogen wurde. Die FIA unterscheidet dabei zwischen kleinen Übertretungen und grossen Übertretungen. Eine Überschreitung von bis zu fünf Prozent gilt als klein. Für das Jahr 2021 beläuft sich dieser Betrag auf 7.4 Millionen Dollar.

«Damit holt man eine halbe Sekunde heraus»

Mit dieser Unterscheidung nicht einverstanden ist Ferrari-Teamchef Mattia Binotto. Eine Überschreitung um vier Millionen sei nicht geringfügig. Er sagt gegenüber «Sky Italia»: «Dieser Betrag entspricht unserem gesamten Entwicklungsbudget in einer ganzen Saison. Das sind 70 Techniker und Ingenieure, die ich bezahlen kann, um bessere Lösungen zu finden.» Damit hole man pro Runde eine halbe Sekunde heraus.

Auch Binotto fordert Konsequenzen. Er habe volles Vertrauen in die FIA, dass man im Fall einer Missachtung der Budgetobergrenze eine gerechte Strafe ausspricht.

epa09932623 Scuderia Ferrari team principal Mattia Binotto looks on during the qualifying for the Formula One Grand Prix of Miami at the Miami International Autodrome in Miami Gardens, USA, 07 May 202 ...
Auch er wettert gegen Red Bull: Mattia Binotto.Bild: keystone

Die FIA befindet sich in einer äusserst delikaten Situation. Denn fällt die Bestrafung zu lasch aus, stellt das die ganze Glaubwürdigkeit der erst frisch eingeführten Budgetobergrenze infrage. Eine Stellungnahme der FIA bezüglich der 2021-Budgets wird am Mittwoch erwartet. (aargauerzeitung.ch)

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77 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ilovepies
05.10.2022 15:24registriert Februar 2015
Es muss wohl eine Konsequenz ergeben betreffend Team-Leistung (Championship Punkte). Eine finanzielle Strafe wäre bloss Anreiz, dass man das Budget wieder überschreitet denn ein paar % Performance-Vorteile erringen ist mehr Wert als ein paar Millionen Strafe. Man muss sich einfach bewusst sein: kann ein Team 0.1 Sekunden Vorteil rausholen ist das zu einem grossen Teil auch Championship-Entscheidend.
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Lowend
05.10.2022 13:11registriert Februar 2014
Ich finde, dass finanzielle Vergehen auch finanzielle Strafen zur Folge haben sollten und das Budget des Teams für das nächste Jahr um den überzogenen Betrag plus einer Strafe gekürzt wird.
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Raembe
05.10.2022 15:41registriert April 2014
Disqualifikation des Teams und der Fahrer wäre die logische Konsequenz. RB hat sich einen unfairen Vorteil gegönnt und die Fahrer haben davon profitiert.
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