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Russlands Superstar Artem Dzyuba müsste an der WM 2022 in Katar Stand jetzt unter neutraler Flagge antreten.
Russlands Superstar Artem Dzyuba müsste an der WM 2022 in Katar Stand jetzt unter neutraler Flagge antreten.Bild: AP

WADA-Sperre gegen Russland betrifft Fussball-EM nicht – dafür die WM 2022 in Katar

09.12.2019, 16:01

Das Exekutivkomitee der Welt-Anti-Doping-Agentur hat am Montag in Lausanne einen Katalog von Sanktionen gegen Russland wegen der Manipulation von Dopingdaten verhängt. Russischen Sportlerinnen und Sportlern, die nachweisen können, dass sie sich einem unabhängigen Testprogramm unterworfen haben, ist es jedoch erlaubt, unter neutraler Flagge an Sportgrossereignissen teilzunehmen.

Forensische Untersuchungen durch WADA-Experten hatten ergeben, dass die Dopingdaten aus dem Moskauer Labor von 2012 bis 2015 «weder vollständig noch vollständig authentisch» sind. Dies konnte im Vergleich mit einer der WADA im Jahr 2017 von einem Whistleblower zugespielten Daten-Kopie nachgewiesen werden. Dabei hat Russland nach WADA-Angaben «Hunderte von mutmasslichen nachteiligen Analyseergebnissen gelöscht oder geändert». Dabei sollen 145 mutmassliche Doping-Fälle vertuscht oder verfälscht worden sein.

Nachfolgend die von der WADA gegen Russland verhängten Strafen im Einzelnen:

  • Die russische Anti-Doping-Agentur Rusada wird für vier Jahre gesperrt (non-compliant).
  • Athleten des Landes sowie Trainer und Betreuer dürfen in diesem Zeitraum bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio und 2022 in Peking sowie Weltmeisterschaften von Sportarten, die sich dem WADA-Code verpflichtet haben, nicht unter eigener Fahne starten und müssen als neutrale Athleten antreten. Das heisst, sie dürfen nicht durch den McLaren-Report, in dem das Staatsdoping in Russland detailliert beschrieben wird, belastet werden.
  • Russische Regierungsvertreter dürfen in dieser Zeit nicht an Sitzungen von Vorständen oder Ausschüssen internationaler Sportorganisationen teilnehmen oder in diese Gremien gewählt werden. Sie dürfen zudem nicht an Olympischen Spielen und Paralympics (Sommer und Winter) sowie anderen Sportgrossveranstaltungen teilnehmen.
  • Das Land darf während des Vierjahreszeitraumes keine Sportgrossveranstaltungen ausrichten oder sich um WM oder andere wichtige Ereignisse bewerben. Darüber hinaus kann Russland sich nicht als Ausrichter für die Olympischen Spiele und Paralympics 2032 bewerben.
  • Weder der Präsident, der Generalsekretär, der Geschäftsführer noch Mitglieder des Exekutivkomitees des russischen Nationalen Olympischen Komitees oder russischen Paralympischen Komitees dürfen an einer grösseren Veranstaltung im Vierjahreszeitraum teilnehmen.
  • Die Rusada muss zudem alle seit Januar 2019 angefallenen Kosten der WADA für die Untersuchungen und zusätzlich eine Geldbusse von zehn Prozent ihres Einkommens im Jahr 2019 oder 100'000 Dollar – je nachdem, welcher Betrag niedriger ist – an die WADA zahlen.

Der Strafenkatalog der WADA gegen Russland hat auf den Fussball unterschiedliche Auswirkungen. Die EM 2020 ist von der vierjährigen Sperre nicht betroffen, da es sich laut der WADA um «ein regionales/kontinentales Sportereignis» handelt. Dies trifft demnach auch auf den Champions-League-Final 2021 in St. Petersburg zu. Die UEFA hat zudem den WADA-Code gar nicht unterschrieben. Damit kann die russische Nationalmannschaft ohne Einschränkungen an der EM teilnehmen.

Anders verhält es sich im Weltfussball. Die genauen Konsequenzen sind noch unklar. «Die FIFA ist in Kontakt mit der WADA und der Vereinigung der olympischen Sommersportverbände, um das Ausmass der Entscheidung in Bezug auf den Fussball zu klären», teilte der Weltverband mit. Da sich der Weltverband allerdings dem WADA-Code unterworfen hat, muss er dem Urteil vom Montag Rechnung tragen. Gemäss dem WADA-Entscheid dürfte bei der WM 2022 in Katar nur ein russisches Team unter neutraler Flagge teilnehmen, sofern sich die Mannschaft denn qualifiziert.

Das Szenario wäre dann vergleichbar mit der Mannschaft russischer Eishockey-Spieler, die bei den Olympischen Spielen im vorletzten Winter in Südkorea unter neutraler Flagge Gold gewonnen hatten. (sda/dpa)

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