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Ohne VAR hätte St.Gallen gegen Luzern nicht 0:2 verloren.
Ohne VAR hätte St.Gallen gegen Luzern nicht 0:2 verloren.bild: screenshot teleclub

Marcel Reif zum St.Galler VAR-Drama: «Das ist nicht die Idee des VAR, so schadet er»

21.07.2019, 14:0121.07.2019, 14:23

Der Luzern-Fluch hat wieder zugeschlagen: Gegen die Innerschweizer kann der FC St.Gallen einfach nicht gewinnen, zum Saisonauftakt verlor das Team von Peter Zeidler ärgerlich mit 0:2. Bei der zehnten Niederlage gegen den FCL in Serie waren die Ostschweizer klar die bessere Mannschaft und hatten Pech, dass der neu eingeführte VAR gleich zweimal zu ihren Ungunsten eingriff.

Die beiden Fälle

  • 18. Minute: Schiedsrichter Lionel Tschudi revidiert bei seiner ersten Video-Konsultation einen Penaltypfiff für die St.Galler, obwohl Axel Bakayoko im Strafraum von Lazar Cirkovic wohl ganz leicht berührt worden war. Statt Penalty gibt es Gelb für Schwalbe für Bakayoko.
  • 87. Minute: Der aufgerückte Verteidiger Lucas Alves kommt zu einer Doppelchance, bei der er zunächst an FCSG-Torhüter Dejan Stojanovic scheitert und dann per Kopf nur die Latte trifft. Doch Schiri Tschudi schaut sich die Szene noch einmal an und sieht, wie Stojanovic Alves mit den Fäusten am Kopf trifft. Statt Abstoss gibt es Penalty für Luzern und Gelb für St.Gallens Keeper. Blessing Eleke verwandelt souverän, wenig später macht Christian Schneuwly mit dem 2:0 alles klar.

Zu hitzigen Diskussionen führt vor allem der erste VAR-Entscheid. Denn eigentlich darf der Videoschiedsrichter in Volketswil nur dann eingreifen, wenn eine klare Fehlentscheidung vorliegt. Das war bei Cirkovics Grätsche gegen Bakayoko aber nicht der Fall. Selbst in der Wiederholung aus allen möglichen Winkeln war nicht klar ersichtlich, ob der St.Galler ohne Berührung abhob oder nicht.

Was sagst du zum VAR-Entscheid in St.Gallen?

«War das eine klare Fehlentscheidung? Nein. Also hat der VAR hier nichts verloren», wettert Experte Marcel Reif deshalb zu Recht im Teleclub-Studio. «Ich begreife einfach nicht, weshalb der Schiedsrichter hier sagt: ‹Ich habe mich geirrt.› Es wäre wichtig zu erfahren, weshalb er seine Meinung änderte. Aber die Schiedsrichter dürfen ja nicht darüber sprechen.»

Reif ist sich sicher: «Der Schiedsrichter hat hier Kompetenzen abgegeben. Wenn das so läuft, ist der er nur noch ein Erfüllungsgehilfe von irgendwelchen Einflüsterern. Das ist nicht die Idee des VAR. Auf diese Art schadet er.»

Ärgerlich ist der VAR-Entscheid von St.Gallen auch, weil der Eingriff in Widerspruch zu einer Szene stand, die sich im Parallelspiel in Thun ereignete. Dort griff der VAR nach einem strittigen Penaltypfiff wegen eines Handspiels von Basil Stillhart nicht ein, weil kein eindeutiger Fehler vorlag.

Die Handszene bei 0:40 Minuten.Video: YouTube/SRF Sport

Beim FC St.Gallen hält man sich trotzdem mit Kritik zurück:

FCSG-Sportchef Alain Sutter:

«Der VAR soll den Fussball gerechter machen. Heute hat er das sicher nicht getan. Von der Tribüne aus sah das wie ein klarer Elfmeter aus. Auch die Reaktion von Axel Bakayoko zeigt, dass eine Berührung da gewesen sein muss. Vor einigen Tagen waren die Schiedsrichter bei uns und sie haben uns klar gesagt, dass der VAR nur bei krassen Fehlentscheiden eingreifen werde.»

FCSG-Trainer Peter Zeidler:

«Das war eine gute Leistung meiner Mannschaft. Jeder hat gesehen, dass es in diesem Spiel nur einen Sieger hätte geben dürfen; das ist der FC St.Gallen! Aber wir hatten zweimal Pech mit dem neuen Ding da, dass sie da eingeführt haben. Wir haben die ganze Woche gesagt, dass wir das akzeptieren und ruhig bleiben. Am Ende der Saison wird sich das ausgleichen. Bei der Analyse des Spiels kommen wir aber nicht am VAR vorbei.»
bild: screenshot srf

Beim FC Luzern, der übrigens als einziger nicht für die Einführung des VAR gestimmt hatte, ist man plötzlich froh, dass es ihn gibt:

FCL-Legende David Zibung:

«Der VAR soll für Fairness sorgen. Zweimal wurde er in diesem Match eingesetzt, zweimal sind die Schiedsrichter-Entscheide dank der VAR-Unterstützung meiner Meinung nach richtig gefällt worden.»

FCL-Goalie Marius Müller:

«Das war ein richtig dreckiger Arbeitssieg für uns. Wir müssen aufpassen und uns steigern, so viel Dusel werden wir so schnell nicht wieder haben.»
bild: screenshot srf

FCL-Torschütze Christian Schneuwly:

«Am Ende der Partie zählen die drei gewonnenen Punkte. Aber ja, es stimmt, das war definitiv kein gutes Spiel von uns. Die VAR-Entscheide sind uns sicher entgegengekommen. «Zum Glück gibt es ihn, ich bin definitiv ein Befürworter.»

(pre)

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22 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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HockeyTime
21.07.2019 14:10registriert Mai 2016
Höre nur Mimimimi. Mann sieht bereits von weitem, wie sich Bakayoko wie ein Sack Kartoffeln fallen lässt. Hoffe in Zukunft lassen sich dank dem VAR weniger offensichtlich fallen, auch wenn vlt eine sanfte Berührung erfolgte.
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Forrest Gump
21.07.2019 14:47registriert Februar 2014
Könnte man endlich mal aufhören bei jeder Berührung von Penalty zu sprechen? Nur weil man berührt wird, muss man nicht gleich umfallen wie ein Sack Mehl. Im Mittelfeld würden sie auch einfach weiterspielen.
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DasBier
21.07.2019 14:30registriert August 2018
Klare Schwalbe... Wenn der VAR solche sachen verhindert, dann bitte mehr davon.
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