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WM 2018: Rückblick auf Länderspiele Schweiz – Schweden

Ciriaco Sforza enteilt am 12. Oktober 1994 im Wankdorf-Stadion in Bern mit dem Ball am Fuss den schwedischen Verteidigern. Die Schweiz gewinnt das EM-Qualifikations-Laenderspiel gegen Schweden mit 4 z ...
Ciriaco Sforza nicht zu stoppen: Kurz nach Schwedens Rang 3 bei der WM gewinnt die Schweiz 4:2.Bild: KEYSTONE

Gegen die Schweden hatten wir legendäre Duelle – und feierten wertvolle Siege

Gegen Schweden feierte die Schweiz den grössten Erfolg ihrer Länderspielgeschichte. Weil er fast 100 Jahre zurückliegt, sind andere Erinnerungen an Duelle gegen Schweden präsenter.
01.07.2018, 14:1901.07.2018, 15:05
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Gegen andere Länder hat die Schweiz häufiger gespielt und öfters gewonnen. Die Bilanz gegen Schweden ist sogar negativ. Doch gegen die Skandinavier hat die Schweiz zwei Siege realisiert, die Wegmarken in der Geschichte des SFV sind. Der Erfolg von 1924 im Olympia-Halbfinal ist im Prinzip bis heute der grösste Fussball-Sieg der Schweiz. Und das 2:1 vor 58 Jahren im Entscheidungsspiel der WM-Qualifikation ist sage und schreibe das letzte K.o.-Spiel über 90 Minuten, das die Schweiz gewinnen konnte.

Doch zurück ins Jahr 1924. Damals gab es noch keine Fussball-WM, eine Euro ebenfalls nicht. Das olympische Fussball-Turnier war der Anlass, an dem die Besten gegeneinander antraten. Und vor nun 94 Jahren spielte sich die Schweizer Auswahl tatsächlich in den Final – dank des 2:1 im Halbfinal gegen Schweden. Was das bedeutete? Die Schweiz war damit das letzte europäische Team im Turnier – der Finalgegner hiess Uruguay – und sicherte sich den inoffiziellen Titel des Europameisters.

Kein Forfait dank dem «Sport»

Gerade im Jahr 2018 mit der perfekt organisierten WM-Endrunde und den stets bestens abgeschirmten Protagonisten lohnt sich ein Blick zurück. Die Schweizer Mannschaft hatte vor dem Halbfinal kein Geld mehr und es drohte, sie müsse abreisen und für das Spiel gegen Schweden Forfait erklären. Doch die Fachzeitung «Sport» sammelte Geld in der Bevölkerung und überwies schliesslich 6000 Franken nach Frankreich. Die Schweizer traten zum Halbfinal an und siegten dank zwei Toren von Max Abegglen 2:1.

War der Sieg im Olympiahalbfinal der grösste der Geschichte, so war das 2:1 im Entscheidungsspiel in der WM-Qualifikation im November 1961 der letzte in einem einzelnen K.o.-Spiel. Damals gab es noch keine Barrage mit Hin- und Rückspiel. Es musste nach 90 Minuten einen Sieger geben (allenfalls mit Verlängerung in Form eines Wiederholungsspiels) – so wie heute an der WM oder EM in der K.o.-Phase.

Der Schweizer Nationalspieler Charles "Kiki" Antenen, Mitte, schiesst am 29. Oktober 1961 im Wankdorf-Stadion in Bern, Schweiz, waehrend des WM Qualifikationsspiels Schweiz gegen Schweden da ...
Kiki Antenen schiesst in Bern das 1:1 gegen Schweden.Bild: KEYSTONE

Das Spiel fand in Berlin statt und die Entscheidung führte der Verteidiger Heinz Schneiter mit einem Kopfball herbei. Die Schweiz war für die WM 1962 in Chile qualifiziert, verlor dort aber in der Vorrunde alle drei Spiele. Später schaffte sie die WM-Teilnahme zweimal in der Barrage, allerdings in Hin- und Rückspielen. Und an den WM- und EM-Endrunden verlor sie in der K.o.-Phase stets bei erster Gelegenheit in den Achtelfinals.

Die Bilanz gegen Schweden
28 Spiele
10 Siege, 7 Unentschieden, 11 Niederlagen

Den letzten Sieg gegen Schweden feierte die Nati im Oktober 1994. 4:2 bodigten Chapuisat, Sforza und Co. den frisch gebackenen-WM-Dritten in der EM-Qualifikation im alten Wankdorf. Christoph Ohrel, Ciriaco Sforza und Kubilay Türkyilmaz schossen die Tore, ausserdem traf Blomqvist ins eigene Tor.

Das sensationelle 4:2 gegen Schweden 1994.video: youtube

«Die Nullen der Nation»

Die Spiele gegen Schweden von 1924, 1961 und 1994 gelten als Höhepunkte. Doch es gab auch Duelle gegen die Skandinavier, die durchaus als Tiefpunkte angesehen werden können. Zum Beispiel am 24. September 1986, als die Schweiz im ersten Pflichtspiel unter Daniel Jeandupeux zum Start in die EM-Qualifikation in Stockholm sang- und klanglos 0:2 unterlag. In der folgenden Woche setzte die «Schweizer Illustrierte» die Konterfeis der Spieler auf die Titelseite und den Titel darüber: «Die Nullen der Nation».

Ciriaco Sforza jubelt am 12. Oktober 1994 im Wankdorf-Stadion in Bern nach seinem Tor gegen die Schweden. Der schwedische Goalie Thomas Ravelli liegt geschlagen am Boden. Die Schweiz gewinnt das EM-Qu ...
Schweden Goalie Thomas Ravelli geschlagen, Ciriaco Sforza jubelt im Oktober 1994.Bild: KEYSTONE

Ähnlich mussten sich die Schweizer Fussballer 15 Jahre später bei einem Freundschaftsspiel in Genf gegen Schweden fühlen. Sie unterlagen wieder 0:2. Was sportlich nicht bedeutend war, war atmosphärisch in diesen Tagen im April 2001 umso schlimmer.

Switzerland's Johann Vogel, right, fights for the ball with Sweden's Fredrik Ljungberg, left, during a friendly soccer match Switzerland vs Sweden in Geneva, Switzerland, Wednesday, April 25 ...
Das Beinahe-Geisterspiel gegen Schweden 2001 in Genf.Bild: KEYSTONE

Knapp 5000 Zuschauer verloren sich in der Charmilles. Die Nationalmannschaft war nur noch eine Randerscheinung im Sportland Schweiz. Gleichzeitig füllten die Eishockeyaner in ihrer WM-Vorbereitung auf dem Höhepunkt der Euphorie um Ralph Krueger die Stadien und wurden von einer Welle der Begeisterung getragen. In Genf gab es dagegen für die Fussballer nur frustrierte Pfiffe.

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Schweizer Anti-Atom-Proteste in Göteborg.Bild: KEYSTONE

Und dann gibt es in der Länderspiel-Geschichte mit Schweden auch noch diese Episode: Am 6. September 1995 sorgten Alain Sutter und Co. vor dem Spiel in der EM-Qualifikation in Göteborg für einen Eklat. Sie präsentierten sich zur Nationalhymne mit dem berühmten «Stop it, Chirac»-Banner, um gegen die Atomversuche Frankreichs in der Südsee zu protestieren. Die neutrale Schweiz sah durch ihre Fussballer die Neutralität gefährdet.

Die Highlights der Partie.video: youtube

Am Ende war alles halb so schlimm. Die SFV-Auswahl holte in Schweden mit dem 0:0 den vorentscheidenden Punkt auf dem Weg an die Endrunde in England, und für die politische Protestaktion gab es von der UEFA nur einen Verweis. (ram/sda)

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