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WM 2022: Die FIFA setzt an der WM eine neue Abseits-Technologie ein

Eine Abseitsposition wird an der WM noch genauer und vor allem schneller bestimmt werden können.
Eine Abseitsposition wird an der WM noch genauer und vor allem schneller bestimmt werden können.bild: fifa

Tracking-Kameras und Chip im Ball – FIFA setzt an der WM neue Abseits-Technologie ein

01.07.2022, 13:0001.07.2022, 13:00

Die Technologisierung des Fussballs schreitet voran. In Katar bekommen die Schiedsrichter erstmals bei einer WM bei Abseitsentscheiden Hilfe durch ein halbautomatisches System. Damit will die FIFA die Beschlüsse der Videoschiedsrichter schneller und zuverlässiger machen.

«Das System ist bereit – und wir sind soweit», sagte Schiedsrichter-Chef Pierluigi Collina: «Alle Tests sind zu unserer vollsten Zufriedenheit gelaufen.» Die neue Technologie wurde im vergangenen Jahr beim Arab Cup sowie im Januar bei der Klub-Weltmeisterschaft getestet. Zudem wurde die Neuerung laut FIFA von mehreren Universitäten weltweit überprüft.

Konkret wird über ein 500-Hertz-Signal im Ball und zwölf Kameras, die über Datenpunkte die Bewegungen der Spieler festhalten, noch genauer als bislang die Position von möglicherweise im Abseits postierten Akteuren erfasst. Die Daten sollen 29 Stellen am Körper der Spieler und den exakten Zeitpunkt der Ballabgabe wiedergeben. Innerhalb von fünf Sekunden wird das Signal beim Video-Schiedsrichter (VAR) erwartet. Bis zur endgültigen Entscheidung nach einer Überprüfung durch den VAR sollen lediglich 25 Sekunden vergehen. Danach soll die Animation auf dem Videowürfel im Stadion und im TV zu sehen sein.

«Bisher dauert es auch mit der besten Technik durchschnittlich 70 Sekunden, um eine Abseitsentscheidung zu prüfen. Durch die neue Technologie sind wir schneller und genauer. Das haben wir gebraucht», führte Collina aus: «Wir werden unsere Video-Schiedsrichter weiter im Umgang mit der Technologie schulen. Schon zwei Wochen vor der WM werden alle Schiedsrichter für den letzten Feinschliff vor Ort sein. Wir gehen davon aus, dass es so problemlos wie mit der Torlinientechnologie funktioniert.»

Ob und wann die neue Abseitstechnik in den internationalen Topligen oder der Schweizer Super League zum Einsatz kommen wird, ist noch offen. Derweil kündigte Collina an, dass die FIFA derzeit an einem «VAR light» mit weniger Kameras und entsprechend weniger Kosten arbeitet, um die Technik auch finanziell schlechter gestellten Verbänden zugänglich zu machen. (pre/sda)

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