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epa08491907 Manchester City manager Pep Guardiola reacts during the English Premier League soccer match between Manchester City and Arsenal FC in Manchester, Britain, 17 June 2020.  EPA/DAVE THOMPSON / NMC / AP POOL EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or 'live' services. Online in-match use limited to 120 images, no video emulation. No use in betting, games or single club/league/player publications.

Pep Guardiola an der Seitenlinie während dem Spiel gegen Arsenal. Bild: keystone

Pep Guardiola: «Weisse sollten sich dafür entschuldigen, wie sie Schwarze behandeln»



Am Mittwoch ist der Restart in der englischen Premier League erfolgt. Dabei stand nicht nur der Fussball im Vordergrund. Auch die «Black Lives Matter»-Debatte war ein viel diskutiertes Thema.

«Weisse Menschen sollten sich dafür entschuldigen, wie wir schwarze Menschen seit über 400 Jahren behandeln», sagte Trainer Pep Guardiola nach dem 3:0-Sieg seines Teams Manchester City gegen Arsenal.

Manchester City players bun fists after Kevin De Bruyne scored the second goal from the penalty spot during the English Premier League soccer match between Manchester City and Arsenal at the Etihad Stadium in Manchester, England, Wednesday, June 17, 2020. The English Premier League resumes Wednesday after its three-month suspension because of the coronavirus outbreak. (Laurence Griffiths/Pool via AP)

Die Spieler trugen alle den Schriftzug «Black Lives Matter» anstelle ihres Namens auf dem Trikot. Bild: keystone

Bei der Wiederaufnahme der finanzkräftigsten Fussball-Liga des Globus waren Spieler und Trainer aller vier am Mittwoch spielenden Teams vor dem Anpfiff auf die Knie gegangen, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Die Spieler trugen auf ihren Trikots statt ihres Namens den Schriftzug «Black Lives Matter» (Schwarze Leben zählen).

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Der Kniefall zu Beginn des Premier-League-Restarts. Video: YouTube/Guardian Football

«Botschaften wie diese sind gut, denn wir müssen kämpfen. Alles, was wir tun können, um klarzumachen, dass das nicht akzeptabel ist», betonte Guardiola. «Wir sollten tausend Millionen Nachrichten an die schwarzen Menschen schicken.»

Der frühere Trainer des FC Barcelona und von Bayern München meinte, er fühle sich «beschämt» angesichts der Diskriminierung schwarzer Menschen «nicht nur in Amerika», das Problem sei allgegenwärtig. «Wie kommen die Leute darauf, dass sie anders sind, nur weil man mit einer anderen Hautfarbe geboren ist?»

Auch in Deutschland setzten sich Fussballer gegen Rassismus ein:

Der schwarze City-Stürmer Raheem Sterling, der das erste Tor nach über 100 Tagen Coronavirus-Pause erzielte, sah in den Anti-Rassismus-Aktionen vom Mittwoch einen «massiven Schritt», es zeige, dass man «in die richtige Richtung» gehe. «Nach und nach sehen wir Veränderungen.»

Bei den Fans waren die Meinungen über die Aktion der Spieler gespalten. Während einige die Solidarität begrüssten, argumentierten andere, man solle Sport und Politik nicht vermischen.

Die Premier-League-Spieler haben das gut gemacht, indem sie #BlackLivesMatter gestern Abend unterstützt haben. Das ist nicht politische Agenda. Es geht um das einfache Konzept, dass alle gleich behandelt werden. Fussballspieler haben die Plattform, um gute Sachen zu tun und gestern haben sie es richtig gemacht.

Ich bin sehr glücklich zu sehen, dass die Premier League Stellung bezieht, um die #BlackLivesMatter-Bewegung zu unterstützen, mit dem Niederknien, den Trikots und den Schweigeminuten. NFL, schaut her!

Ich dachte, wir sollen Politik aus dem Fussball draussen lassen. Es sollte «klar» sein, dass natürlich alle Spieler und Zuschauer glauben, dass schwarze Leben wichtig sind. Es sollte nicht auf ihren Trikots stehen. Man stelle sich vor, was einem Spieler passiert wäre, wenn er nicht niedergekniet wäre...

Ich dachte, politische Statements seien im Fussball nicht erlaubt?

Bereits vor dem Restart war die Bewegung im englischen Fussball thematisiert worden. Auch Leader Liverpool hatte sich solidarisch gezeigt, indem alle Spieler im Training auf dem Mittelkreis niedergekniet waren und manche das Foto auf den Sozialen Medien mit einer solidarischen Botschaft geteilt hatten. (dab/sda/dpa)

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Unity is strength #BlackLivesMatter

Ein Beitrag geteilt von Virgil van Dijk (@virgilvandijk) am

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ueberfluessig 19.06.2020 09:14
    Highlight Highlight sehr oft - und zumehmend - sind rassistische aktionen von fans passiert, ohne grosse folgen: dass die spieler beginnen, öffentlich solidarität mit schwarzen zu zeigen, ist begründet.
    und war m.m.n. überfällig.

    über die traineraussage lässt sich streiten.

  • JefftheBeff 18.06.2020 18:47
    Highlight Highlight Gut gemeint Pep, doch ich bin niemanden etwas schuldig, da ich jede Person mit gleich viel Respekt behandle. Religion, Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht, Schuhgröße ist mir egal. Ja, ich bin hellhäutig, aber ich schäme mich nicht dafür.
  • easy skanking 18.06.2020 14:17
    Highlight Highlight «Wie kommen die Leute darauf, dass sie anders sind, nur weil man mit einer anderen Hautfarbe geboren ist?»
    naja.. schwarz ist nicht weiss.. von daher per definition anders..
    warum sollte auch nur irgend ein mensch besser sein als der andere??
    und wenn ich jemanden frage woher er komme, macht mich das noch lange nicht zum rassisten.. das frage ich alle!
    blanco's wie negro's..
    (negro ist spanisch und bedeutet schwarz, für die empfindlichen unter euch)
    • Mbokani 18.06.2020 19:19
      Highlight Highlight Kommt noch dazu, dass er als Katalane bei jeder Möglichkeit betonen muss, dass sie anders sind als die Kastilier...
  • My Senf 18.06.2020 13:44
    Highlight Highlight Wollen wir wirklich dass Fass aufmachen?!

    Wer sagt dem Pep, dass sich die Spanier endlich mal bei den inkas, Mayas & Co. entschuldigen sollen? Und an den heutigen Bewohner SA, die immer noch (Emperor Spanien sei dank) z.T 3 Welt Zustände haben

    Ja eben das Fass
    Die Portugiesen können sich dann gleich auch anschliessen
    Und die Engländer (grösste Verbrecher) die Franzosen die Deutschen die Holländer und ganz sicher die Chinesen! Uih die Saudis hät ich jetzt noch fast vergessen
  • manzh 18.06.2020 13:25
    Highlight Highlight sehr guter Mann. Hoffe, dass beide Seiten sich entschuldigen - der Hass ggü Weissen hier in Südafrika ist schon auch sehr hart, dazu die täglichen Morde von weissen Farmern die mit Machetten masakriert werden. Hoffe auch diese Schwarzen Gangs finden einen Weg sich zu entschuldigen. Vielleicht hat die Frau des Farmers ja Glück und wird nach der x. Vergewaltigung am Leben gelassen....
    • Chili5000 18.06.2020 13:36
      Highlight Highlight Wie du so schön sagst, "Die weissen Farmer" die ihr Land den Schwarzen einst weg genommen haben. Klar kannst du nichts dafür, aber darüber nachdenken solltest du trotzdem. Und wenn es dir zu gefährlich ist im Status Quo als Landbesitzer zu leben, dann überlege dir welche Möglichkeiten du hast und tue das was wir weissen den Ausländern gerne an den Kopf werfen. "Geh dahin wo du Hergkommen bist..."
    • easy skanking 18.06.2020 14:20
      Highlight Highlight @ chilli
      naja.. freund von mir ist weiss, blond, blauäugig und im senegal geboren..
      vater ch, mutti norwegen.. muss er jetzt auch dahin wo er hergekommen ist? pfff...
  • Mbokani 18.06.2020 13:18
    Highlight Highlight Genau! Entschuldigt euch bei jedem Schwarzen den ihr trefft. Entschuldigt euch dafür, dass ihr weiss seid. Auch wenn ihr noch nie etwas rassistisches und abwertendes getan habt, ihr seid schuldig aufgrund der helleren Hautfarbe. *Ironie off*

    Das passiert wenn man einen realitätsfremden Millionär zu solchen Themen befragt.
    • eddie_c 18.06.2020 13:41
      Highlight Highlight Überprüfe deinen Privileg, weisser Mann.
    • eddie_c 18.06.2020 14:00
      Highlight Highlight Das war ironisch gemeint
    • You will not be able to use your remote control. 18.06.2020 15:05
      Highlight Highlight Hi,

      das war mindestens drei mal *nicht* die Aussage von Guardiola.
  • Neruda 18.06.2020 13:15
    Highlight Highlight Ja, schön entschuldigen und dann weiter ohne wimpernzucken Afrika weiter ausbeuten. Die Staaten sollen endlich anfangen fair handeln mit den Entwicklungsländern und nicht noch ihre ausbeuterischen Konzerne schützen! Neustes Beispiel: Evo Morales kündigt nach Protesten den Lithiumfördervertrag mit einem deutschen Unternehmen und setzt einen neuen Chef des Förderprogramms ein. Die verfassungsverletzende rechte Übergangsregierung entlässt diesen nach einem Brief des deutschen Botschafters. Unsere Regierungen sind alles ausbeuterische Heuchler. Eine Entschuldigung ändert da gar nichts.
    • Mbokani 18.06.2020 13:29
      Highlight Highlight Das wäre mal ein richtiger Ansatz!
    • Herr J. 19.06.2020 09:50
      Highlight Highlight Handel ist nicht Ausbeutung.
      Die grössten Fortschritte in der Bekämpfung der Armut hat die Globalisierung der letzten Jahre gebracht (ohne damit zu sagen, dass alles wunderbar abgelaufen wäre).
      Die alte Leier, dass der Westen nur ausbeute und der Süden nur Opfer sei, ist nur alt aber nicht wahr.
  • pop_eye 18.06.2020 13:02
    Highlight Highlight Ich habe Mühe wenn privilegierte wie Guardiola einer ist von "wir" quatschten.
    Ich für meine Person kann nur sagen, dass ich jede und jeden so behandle wie ich selber gerne behandelt werde. Ob grün, rot, schwarz od. weiss interessiert mich sowas von gar nicht.

    Zuguter letzt, dass Thema wird versanden wie alles, sobald es für den Mainstream (inkl. Medien) nicht mehr nützlich ist.
  • Heini Hemmi 18.06.2020 13:00
    Highlight Highlight Eine kollektive Entschuldigung von Weissen zu verlangen, ist eben auch rassistisch.
    • Hans Jürg 18.06.2020 13:55
      Highlight Highlight Ich höre von Weissen immer, dass die Schwarzen gefälligst nicht so mimosenhaft sein sollen wegen dem bischen Rassismus.

      Wenn ich aber viele Kommentare von Weissen höre, wenn es gegen sie geht, ist klar, wer die Mimöschen sind.
    • easy skanking 18.06.2020 14:24
      Highlight Highlight nein nein, völlig i.o
      ist ja nicht so, dass sich yaya touré bei barça und man city, von pep rassistisch behandelt gefühlt hat..

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