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Der Mann des Spiels: Joker Cedric Itten.
Der Mann des Spiels: Joker Cedric Itten.Bild: KEYSTONE

Weil Itten beim Debüt trifft – der Nati fehlt noch ein Punkt für die EM-Quali

Die Schweizer Nationalmannschaft steht unmittelbar vor der vierten Endrunden-Teilnahme in Folge. Das Team von Vladimir Petkovic besiegte Georgien 1:0 und braucht zum Abschluss in Gibraltar noch ein Unentschieden, um an der EM 2020 dabei zu sein.
15.11.2019, 23:33

Ohne Glanz löste die ersatzgeschwächte Schweizer Auswahl die erste von zwei Pflichtaufgaben auf dem letzten Wegstück an die EM-Endrunde 2020. Vargas, Fernandes, Steffen. Sie alle spielten von Beginn weg, weil im Schweizer Team die Stammkräfte reihenweise ausfielen. Kurz vor Beginn musste auch noch Haris Seferovic Forfait erklären wegen einer leichten Verletzung in der linken Wade. Die Liste der Verletzten umfasste somit zehn Namen.

So war viel Geduld gefragt bei Team und Publikum, und als sich die Ersten bereits mit einem torlosen Remis befassten, führten die Schweizer die Entscheidung doch noch herbei – in einer Phase, in der die Gäste einem Tor sogar näher standen.

«Wir wollten das Tor etwas zu sehr erzwingen. Ich haben in der Halbzeit gesagt, dass wir ruhig bleiben und in Ruhe aufbauen müssen. Dann ist das Tor durch die hohe Flanke passiert.»
Vladimir Petkovic, Nationaltrainer

Itten, der Held des Abends

Zum Helden des Abends im Kybunpark in St. Gallen avancierte Cedric Itten. Der Stürmer des lokalen FC traf bei seinem Länderspiel-Debüt sechs Minuten nach seiner Einwechslung per Kopf zum 1:0 (77.) und erlöste damit die SFV-Auswahl.
Denis Zakaria flankte von halbrechts in den Strafraum und Itten erlöste sein Team mit einem Kopfball in die rechte untere Ecke.

Das goldene Tor von Cedric IttenVideo: streamja
«Ich kann es noch nicht realisieren. Bereits das Aufgebot war für mich unglaublich und unerwartet, dann dieser Match hier zuhause. Schon allein diesen Einsatz kann mir niemand mehr nehmen, dass er dann so endet, ist einfach wunderschön.»
Cedric Itten, Torschütze

Die Schweiz wusste zumindest vor der Pause zu gefallen. Sie dominierte, spielte variabel, suchte das Spiel über die Flügel. Bis zur Pause erspielten sich die Schweizer 10:2 Torschüsse und erarbeiteten sich 7:0 Corner. Umso erstaunlicher war, dass die Georgier bei einem Pfostenschuss von Otar Kiteischwili einem Treffer am nächsten kamen (19.).

Der teilweise etwas ungestüme Schweizer Auftritt hatte eben auch seine Kehrseite der Medaille. Petkovic stellte offensiv auf, was richtig ist in einem Heimspiel gegen die Nummer 90 im FIFA-Ranking. Aber das präventive Verteidigen, das Petkovic von seinem Team fordert, also immer auch ein Auge auf den Rückraum zu richten, wollte nicht so recht gelingen. So stiessen die Georgier bei ihren Kontern bisweilen gar einfach bis in den Schweizer Strafraum vor.

Goalie Sommer hatte mehr zu tun, als der Schweiz lieb sein konnte.
Goalie Sommer hatte mehr zu tun, als der Schweiz lieb sein konnte.Bild: KEYSTONE

Petkovic mit goldenem Händchen

In der zweiten Halbzeit baute die Schweiz dann ab wurde offensiv ideenloser und defensiv anfälliger. Nach 70 Minuten zischte ein Schuss von Giorgi Kwilitaia um Zentimeter am Tor von Yann Sommer vorbei. Die Georgier, die aus den fünf Spielen zuvor gegen die Schweiz, Dänemark und Irland nur einen Treffer zu Stande gebracht hatten, gefielen sich nun in der Rolle des möglichen Schweizer Spielverderbers.

«Ich habe eine sehr schwierige Zeit hinter mir. Ich bin darum sehr, sehr froh, dass ich diese Woche hier sein kann mit den Jungs, die mir viel positive Energie geben. Ich habe mich sehr gut vorbereitet, auch beim Klub und hatte einfach Freude, wieder auf dem Platz zu stehen.»
Granit Xhaka, Regisseur

Und Petkovic? Der nahm unter dem zunehmenden Druck den richtigen Wechsel vor. Er brachte Debütant Cédric Itten, und nahm für den St. Galler Angreifer Mittelstürmer Albian Ajeti vom Platz. Es war am Ende der entscheidende Einfall des Trainers, der die Geschichte des Abends schrieb.

Die Entscheidung in der Gruppe fällt am letzten Spieltag am Montag. Dann treffen die Schweizer auf das punktlose Gibraltar. Der Gegner, im FIFA-Ranking die Nummer 196, hat bisher alle 27 Spiele einer EM- oder WM-Qualifikation verloren. Selbst wenn Gibraltar gegen die Schweiz den ersten Punkt holen sollte, würde es der SFV-Auswahl zur vierten Endrunden-Teilnahme in Folge reichen. In Dublin kommt es zum Duell zwischen Irland und Dänemark.

Dänemark souverän

Währenddessen erfüllte auch Dänemark die Pflicht und schlug Gibraltar mit 6:0. Trotz drückender Überlegenheit und frühem 1:0 kam das Team des Norwegers Age Hareide gegen den Aussenseiter Gibraltar aber erst nach der Pause in Fahrt.

Gibraltar hilft beim 2:0 der Dänen tüchtig mitVideo: streamja

Bis zur Pause stemmte sich der krasse Aussenseiter Gibraltar erfolgreich gegen eine weitere Kanterniederlage, wurde mit dem Wiederanpfiff allerdings kalt geduscht. Innert sechs Minuten stellte Dänemark - begünstigt von Fehlern des Underdogs - von 1:0 auf 3:0.

Auch beim 3:0 durch Braithwite sieht die Gibraltar-Abwehr nicht eben gut ausVideo: streamja

Für die Dänen ist nach der erfüllten Pflichtaufgabe die Ausgangslage für das abschliessende Gruppenspiel in Irland am Montag klar: verlieren verboten. Mit einem Remis wären die Dänen auf Kosten Irlands sicher an der EM-Endrunde 2020 dabei, bei einer Niederlage müssten sie auf einen Ausrutscher der Schweiz in Gibraltar hoffen. (ype/sda)

Die Tabelle

Die Telegramme

Schweiz - Georgien 1:0 (0:0)
Kybunpark, St. Gallen. - 16'400 Zuschauer (ausverkauft). SR Makkelie (NED).
Tor: 77. Itten (Zakaria) 1:0.Schweiz: Sommer; Elvedi, Akanji, Rodriguez; Lichtsteiner, Zakaria, Xhaka, Steffen; Fernandes (84. Sow), Vargas (78. Fassnacht); Ajeti (71. Itten).
Georgien: Loria; Kakabadse, Kaschia, Grigalawa, Chotscholawa; Kiteischwili (84. Papunaschwili), Kankawa; Schengelia, Qasaischwili, Dawitaschwili (85. Gwilja); Kwilitaia (82. Lobjanidse).
Bemerkungen: Schweiz ohne Drmic, Embolo, Freuler, Gavranovic, Klose, Mehmedi, Schär, Seferovic, Shaqiri und Zuber (alle verletzt), Georgien ohne Ananidse, Tabidse und Tschakwetadse (alle verletzt). Länderspiel-Debüt von Cedric Itten. 19. Pfostenschuss Kwilitaia.
Verwarnungen: 29. Chotscholawa (Foul). 31. Kankawa (Foul). 74. Steffen (Foul).

Dänemark - Gibraltar 6:0 (1:0)
Kopenhagen. - SR Vad (HUN).
Tore: 12. Skov 1:0. 47. Gytkjaer 2:0. 65. Skov 4:0. 85. Eriksen 5:0. 94. Eriksen 6:0.
Dänemark: Schmeichel; Wass, Jörgensen, Kjaer, Larsen (78. Christensen); Delaney, Schöne (54. Höjbjerg); Skov, Eriksen, Braithwaite (54. Dolberg); Gytkjaer.Gibraltar: Goldwin; Sergeant, Roy Chipolina, Joseph Chipolina, Olivero; Badr (65. Hernandez), Mouelhi (65. Barnett); Casciaro, Walker, Britto; De Barr (72. Styche).
Verwarnungen: 14. Olivero (Foul). 26. Joseph Chipolina (Foul).

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Manuel Schild
16.11.2019 00:25registriert März 2019
Wenn man gegen solche Mannschaften nicht früh ein Tor macht das gibt es ein geknorze. Was die ersten Halbzeit sehr gut, das Tor fehlte leider. Vargas und Ajeti harmonierten gut und zeigten ein gute Leistung in der ersten Halbzeit. Ich hätte lieber Lichtsteiner, Elvedi und Akanji hinten gesehen, mit Rodriguez und Mbabu auf den Flügeln und Steffen auf der Position von Edimilson.

Das Tor habe ich mir so oft angesehen. Xhaka‘s startet das Pressing und gibt Itten die Anweisung aussen zu bleiben, was dann dank einem Xhaka-Itten Doppelpass und Superflanke von Zakaria zum Tor führt. So gut!
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Bravo
16.11.2019 08:49registriert Juli 2018
Gut gemacht! Der Blick schon wieder am Zündeln, einfach schlimm. Ebenso schlimm und völlig blöd war allerdings die Aktion von Steffen. Wenn der die verdiente Rote dafür kriegt, hätte es danach das Tor so nicht gegeben.
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Glenn Quagmire
16.11.2019 07:30registriert Juli 2015
Irland und Dänemark haben nur 4 Punkte gegen Georgien geholt
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