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epa06360986 Russia's deputy prime minister Vitaly Mutko (L) and FIFA President Gianni Infantino (R) attend a press conference before the Final Draw of the FIFA World Cup 2018 at the State Kremlin Palace in Moscow, Russia, 01 December 2017. The FIFA World Cup 2018 will take place from 14 June until 15 July 2018 in Russia.  EPA/SERGEI CHIRIKOV

Schmiergelder bei der Vergabe der FIFA Fussball-WM an Russland und Katar? Die Strafverfolgungsbehörden erheben Anklage. Bild: EPA/EPA

Bestechung bei WM-Vergabe an Russland und Katar? USA klagen Medienrechtehändler an

Eine neue Anklageschrift in den USA im Nachgang des FIFA-Skandals 2015 enthält neben den Bestechungsvorwürfen gegen drei Medienrechtehändler auch brisante Details insbesondere zur Vergabe der WM 2022.



Die amerikanischen Strafverfolgungsbehörden sind sich laut der in New York veröffentlichten Anklage sicher, dass Russland (WM 2018) und Katar (WM 2022) wie Südafrika vor der WM 2010 Schmiergeld bezahlt haben.

In den USA wurden seit dem FIFA-Skandal im Frühling 2015 etliche teils hochrangige Funktionäre angeklagt. Ende 2017 kam es gegen einige von ihnen zum Prozess, in dem auch wieder Korruptionsvorwürfe gegen Russland und Katar aufkamen. Beide wiesen die Anschuldigungen stets zurück.

Auch im FIFA-internen Untersuchungsbericht, der 2017 von Chefermittler Michael Garcia veröffentlicht wurde, hiess es, es gebe keine Hinweise, «dass die Weltmeisterschaften 2018 oder 2022 gekauft wurden». Russland weigerte sich damals, der Untersuchungskommission eigene Computer zur Investigation freizugeben, weil diese «schon zerstört wurden».

Doch hat die US-Strafverfolgungsbehörde eben diese Anklage erhoben. In einer Schrift, die das Vorgehen der Betrüger in einer nie gesehenen De­tail­liert­heit beschreibt, wie die «New York Times» berichtet. Demnach sollen fünf hochrangige FIFA-Mitglieder Zahlungen erhalten haben, dass sie 2010 für Russland und Katar als Austragungsorte stimmen.

Allein an den wegen der Entgegennahme von Bestechungsgeldern bereits verurteilte Jack Warner, den ehemaligen Präsidenten der Nord- und Zentralamerikanischen und Karibischen Konföderation (CONCACAF), soll Russland fünf Millionen Dollar bezahlt haben. Rafael Salguero, ein FIFA-Abgeordneter aus Guatemala, soll rund eine Million Dollar erhalten haben, damit er für die russische Kandidatur stimmt.

FILE - In this June 2, 2011,  file photo, suspended FIFA executive Jack Warner gestures during a news conference at the airport in Port-of-Spain, Trinidad and Tobago. Interpol added six men with ties to FIFA to its most wanted list on Wednesday, June 3, 2015, issuing an international alert for two former FIFA officials and four executives on charges including racketeering and corruption. Two of the men, former FIFA vice president Jack Warner of Trinidad and former executive committee member Nicolas Leoz of Paraguay, have been arrested in their home counties. Warner has since been released and Leoz is under house arrest.  (AP Photo/Shirley Bahadur, File)

Jack Warner wurde bereits verurteilt: Jetzt kommen neue Vorwürfe ans Licht. Bild: AP/AP

Summen im Zusammenhang mit der Bewerbung Katars stehen in der Anklageschrift nicht. Involviert soll neben den mittlerweile verstorbenen FIFA-Funktionären Julio Grodona (Argentinien) und Nicolas Leoz (Paraguay) auch Ricardo Texeira, der frühere Präsident des brasilianischen Fussballverbands sein.

Angeklagt sind insgesamt 16 Einzelpersonen und Firmen. Die Medienrechtehändler Hernan Lopez und Carlos Martinez von 21st Century Fox Inc – die mittlerweile zu grossen Teilen Disney gehört – sollen im Ringen um die TV-Rechte für die Turniere 2018 und 2022 Bestechungsgelder bezahlt haben. Der Geschäftsführer von Imagina Media Audiovisual, Gerard Romy, und die Medienrechtefirma Full Play Group SA werden der Geldwäsche und des Überweisungsbetrugs beschuldigt.

Die FIFA will nach den neuen Details zu angeblichen Bestechungen rund um die WM-Vergaben an Russland 2018 und Katar 2022 weitere Informationen durch die Strafermittler in den USA einholen. Man unterstütze alle Untersuchungen von kriminellem Fehlverhalten, teilte die FIFA am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit und kündigte weiterhin «vollständige Kooperation» mit den Behörden an. Konkret werde man die Vorwürfe nicht kommentieren, da es sich um laufende Verfahren handle, hiess es weiter. (abu/sda/dpa)

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