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epa08476135 Leverkusen's Wendell (R) celebrates after the German DFB Cup semifinal soccer match between FC Saarbruecken and Bayer 04 Leverkusen in Voelklingen, Germany, 09 June 2020.  EPA/RONALD WITTEK / POOL CONDITIONS - ATTENTION: The DFB regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Saarbrückens Saison ist vorbei – Leverkusen steht im Endspiel. Bild: keystone

Das war das bis jetzt traurigste aller traurigen Geisterspiele

Das Märchen des 1. FC Saarbrücken ist vorbei. Im Halbfinal des DFB-Pokals scheitert der Viertligist chancenlos mit 0:3 gegen das Bundesliga-Spitzenteam Bayer Leverkusen. Das war schon vor dem Anpfiff abzusehen.



Der Kampf um die deutsche Meisterschaft ist seit Jahren nur ein Kampf der Bayern gegen sich selber. Sie gewinnen ihn selbst in einer Saison wie dieser, in der sie sich im Herbst zu einem Trainerwechsel gezwungen sahen. Für Überraschungen bleibt der DFB-Pokal. Er besitzt immer noch einen Funken Magie. Weil die Leistungsunterschiede in den Ligen weniger gross als in der Schweiz sind, gibt es regelmässig Aussenseiter, die für Furore sorgen.

Jüngstes Beispiel: Der 1. FC Saarbrücken. Der Regionallist warf mit dem 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf zwei Bundesligisten aus dem Wettbewerb und stürmte als erster viertklassiger Klub überhaupt in die Halbfinals.

Doch das war vor Corona. Nun ist nichts mehr, wie es vor gar nicht so langer Zeit war.

Kaltstart gegen Topteam

94 Tage lang hatte Saarbrücken vor dem Halbfinal gegen Bayer Leverkusen kein Pflichtspiel mehr bestritten – mehr als drei Monate. Der Gegner, der in der Liga um einen Platz in der nächsten Champions-League-Saison kämpft, trug derweil seit der Zwangspause fünf Bundesliga-Partien aus. Während der Aussenseiter kalt ins grösste Klubspiel seit Jahrzehnten startete, war der Motor des turmhohen Favoriten schon warm gelaufen.

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Die Zusammenfassung der einseitigen Partie.

Das ist einer der Gründe, weshalb über den Ausgang der Partie kein Zweifel herrschen konnte. Der andere war das Fehlen von Publikum im kleinen Ausweichstadion in Völklingen (der Ludwigspark wird gerade umgebaut). Das knapp 7000 Zuschauer fassende Stadion wäre trotz Laufbahn ums Spielfeld ein Hexenkessel gewesen. Für solche Affichen wurde der Begriff von den Fans als «zwölfter Mann» wohl erfunden. Eine Wand, die den eigenen Spielern Mut macht. Die vielleicht den Gegner ein wenig verunsichern kann und den Schiedsrichter ein bisschen beeinflussen.

«Vizekusen», die andere Cinderella-Story

Auch unter diesen Umständen hätte Saarbrücken, das nächste Saison in der 3. Liga spielen wird, über sich hinaus wachsen müssen, um Leverkusen zu schlagen. Doch durch die veränderten Umstände sank die Siegchance noch vor dem Anpfiff weiter. Und schon nach zwanzig Minuten und dem zweiten Leverkusener Tor war der Halbfinal, der eigentlich ein Fussballfest hätte sein sollen, entschieden.

«Wir wollten alle Waffen ziehen und haben mit Wattebällchen geworfen.»

Lukas Kwasniok, Saarbrückens Trainer

Sport Bilder des Tages DFB-Pokal Halbfinale 2019/2020: 1. FC Saarbrücken - Bayer 04 Leverkusen Saarbrueckens Trainer Lukas Kwasniok gestikuliert am Spielfeldrand. Foto: Andreas Schlichter/Pool Foto ist honorarpflichtig  Belegexemplar DFB regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video EDITORIAL USE ONLY. National and International News-Agencies OUT Voelklingen Hermann-Neuberger-Stadion Saarland Deutschland *** DFB Pokal Semifinal 2019 2020 1 FC Saarbrücken Bayer 04 Leverkusen Saarbruecken Saarbruecken coach Lukas Kwasniok gesticulating on the edge of the field Photo Andreas Schlichter Pool Photo is subject to fee Specimen copy DFB regulations prohibit any use of photographs as image sequences and or quasi video EDITORIAL USE ONLY National and International News Agencies OUT Voelklingen Hermann Neuberger Stadion Saarland Germany Poolfoto Andreas Schlichter/FotoSchlichter ,EDITORIAL USE ONLY

Saarbrücken-Trainer Lukas Kwasniok konnte gestern nicht zufrieden sein. Bild: Andreas Schlichter/ Pool

Das Coronavirus warf das Leben ganz vieler Menschen über den Haufen. Den 1. FC Saarbrücken kostete es das schönste Erlebnis seit Ewigkeiten und die kleine Möglichkeit vom ganz, ganz grossen Coup. So viel schien möglich zu sein nach dem Viertelfinal-Triumph. In den buntesten Farben wurde vom historischen Einzug in den Pokalfinal geträumt: «Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin», eine Reise vom Saarland in die weit entfernte Hauptstadt (Bern und Paris sind nur halb so weit weg), eine einmalige Auswärtsfahrt.

Leverkusens Finalgegner wird heute Abend zwischen Bayern München und Eintracht Frankfurt ermittelt (20.45 Uhr im watson-Liveticker). «Vizekusen» bietet sich im Endspiel die Chance, zum ersten Mal seit 1993 wieder einen Titel zu gewinnen. Auch eine Art Cinderella-Story – aber keine, die die Herzen so berührt wie der Erfolgslauf des 1. FC Saarbrücken im DFB-Pokal 2019/20.

Die Situation bei uns

Im Schweizer Cup stehen die Viertelfinals an. Die Partie zwischen Lausanne-Sport und dem FC Basel wird am Sonntag (16 Uhr) das erste Pflichtspiel im Land seit der Corona-Zwangspause sein. Die anderen drei Viertelfinals sind für Anfang August angesetzt: Rapperswil-Jona – Sion, Winterthur – Bavois und Luzern – YB. Sie sollen am 5./6. August ausgetragen werden, die Halbfinals dann am 8./9. August und der Cupfinal ist für den 12. August vorgesehen.

Dass mit Rappi und Bavois gleich zwei Klubs aus der Promotion League in den Viertelfinals dabei sind, ist bemerkenswert. Allerdings hatten beide in jeder Runde Losglück und durften jeweils gegen Unterklassige spielen.

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