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Messi offen wie selten über sein Privatleben – und über seine Zukunft

Argentina's player Lionel Messi celebrates his goal during the second half of an international friendly soccer match against Jamaica on Tuesday, Sept. 27, 2022, in Harrison, N.J. (AP Photo/Eduardo Mun ...
Der WM-Titel fehlt ihm noch: Argentiniens Fussballheld Lionel Messi.Bild: keystone

Messi plaudert so offen wie selten über sein Privatleben – und über seine Zukunft

Fussball-Superstar Lionel Messi gibt nur selten Interviews. Umso mehr interessiert es deshalb, was der Argentinier sagt, wenn er doch mal spricht.
07.10.2022, 12:1207.10.2022, 13:30
Ralf Meile
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Er hat vier Mal die Champions League gewonnen. Wurde elf Mal Landesmeister. Gewann zahlreiche weitere Pokale. Wurde sieben Mal als Weltfussballer des Jahres ausgezeichnet. Führte Argentinien 2021 zum Sieg an der Copa America.

Doch eines gelang Lionel Messi in seiner einzigartigen Karriere bislang nicht: Argentinien den dritten Weltmeister-Titel zu schenken. Etwas, was ihn vom Fussball-Heiligen Diego Armando Maradona unterscheidet, dank dem die «Albiceleste» 1986 zum zweiten Mal nach 1978 den WM-Pokal eroberte.

Letzte Chance in Katar

2014 waren Messi und Argentinien nahe dran. Doch dann wechselte Joachim Löw im WM-Final Mario Götze ein, machte ihn mit den Worten heiss, er solle der Welt zeigen, dass er besser sei als Messi, und Götze traf in der Verlängerung zum 1:0-Sieg Deutschlands.

(L-R) goalkeeper Manuel Neuer of Germany, Lionel Messi of Argentina during the final of the FIFA World Cup 2014 on July 13, 2014 at the Maracana stadium in Rio de Janeiro, Brazil. Germany v Argentina  ...
2014 gab es für Messi nur die Auszeichnung zum besten Spieler der WM und Trost von Weltmeister Manuel Neuer.Bild: imago sportfotodienst

Nun hat Lionel Messi noch eine Chance. Denn wie der 35-jährige Offensivspieler ankündigte, wird die WM in Katar seine fünfte und letzte sein. «Ich bin etwas aufgeregt und gleichzeitig nervös, denn es wird mein letztes WM-Turnier sein», sagte Messi gegenüber «Star Plus».

Es war das erste Mal, dass der Star von Paris Saint-Germain öffentlich über seine Zukunftspläne im Nationalteam sprach. Ob er an der WM zugleich zum letzten Mal für Argentinien auflaufen wird, oder ob er weiterhin für sein Land spielt, blieb unklar.

Das ausführliche Interview von Lionel Messi beim argentinischen Journalisten Sebastian Vignolo (spanisch).Video: YouTube/Los Mejores Videos

Ein Team in grosser Form

Argentinien legt derzeit eine Serie der Ungeschlagenheit hin, die auf mittlerweile 35 Spiele angestiegen ist. Beim letzten Sieg, einem 3:0 im Test gegen Jamaika vor rund einer Woche, traf Messi doppelt. Auch wegen dieser Bilanz zählen die Südamerikaner in Katar für viele Beobachter zu den Topfavoriten auf den Titel. Messi will den Druck vom Team nehmen: «Ich denke, es gibt andere Mannschaften, die über uns stehen.»

Argentina's forward Lionel Messi (10) fights for the ball against Jamaica's forward Shamar Nicholson during the second half of an international friendly soccer match on Tuesday, Sept. 27, 2022, in Har ...
Von den «Reggae Boyz» liess sich Messi beim 3:0 nicht aufhalten: Er schoss seine Tore 89 und 90 im 164. Länderspiel.Bild: keystone

In seiner Vorrundengruppe trifft der zweifache Weltmeister der Reihe nach auf Saudi-Arabien, Mexiko und Polen mit Weltfussballer Robert Lewandowski. Das klingt nach einer machbaren Aufgabe, um in die Achtelfinals vorzustossen. Doch Messi, dem das bei vier WM-Teilnahmen jedes Mal gelang, betonte: «Bei einer WM kann alles passieren, jedes Spiel ist hart. Nicht immer gewinnt der Favorit.»

Endlich einen Final gewonnen

Er werde zuversichtlich nach Katar reisen, sagte Messi und sprach von einem Generationenwechsel. «2019 kam eine neue Gruppe mit vielen jungen Spielern und gemeinsam haben wir die Copa America gewonnen. Es war eines meiner grossen Ziele, denn es war sehr wichtig für mich, auch endlich mit dem Nationalteam etwas zu gewinnen. Sonst hätte ich immer die ganzen verlorenen Finals im Hinterkopf gehabt.» Nebst dem verlorenen WM-Endspiel musste Messi auch in den Copa-Finals 2007, 2015 und 2016 als Verlierer vom Platz.

Argentina's Lionel Messi celebrates with the trophy after beating Brazil 1-0 in the Copa America final soccer match at the Maracana stadium in Rio de Janeiro, Brazil, Saturday, July 10, 2021. (AP Phot ...
Messi mit dem massiven Pokal der Copa America.Bild: keystone

Der Generationenwechsel führte aber auch dazu, dass viele Spieler ihre erste WM absolvieren werden. «Ob man will oder nicht, man weiss nicht, wie jeder von ihnen mit den Erwartungen umgehen kann. Es wird sehr wichtig sein, das erste Spiel zu gewinnen.» Die Galionsfigur der neuen Mannschaft sagte zugleich, vieles erinnere ihn an das Team von 2014, gerade der Umgang untereinander.

Weil Messi seine Heimat schon als 13-Jähriger verliess und beim FC Barcelona im Nachwuchs anheuerte, hatte er dort nie den gleichen Stellenwert wie Maradona. Und weil er den Fans eben nie den WM-Pokal schenken konnte, blieb es dabei. Auch wenn Messi klarstellte: «Heute steht das argentinische Volk bedingungslos hinter mir. Ich bin dankbar für alles, was ich erleben und geniessen durfte.»

«Ich habe nur wenige Freunde»

Körperlich fühlt sich Leo Messi bereit für das Turnier auf der arabischen Halbinsel. «Im Vergleich zur letzten Saison hatte ich in diesem Sommer eine gute Vorbereitung. Das war der Schlüssel, um besser spielen zu können.» Hinzu kommen mentale Stärke und der Eifer, nicht nachzulassen. Je acht Tore und Assists in 13 Saisonspielen für Paris Saint-Germain sind Beleg seiner Verfassung.

Nebst dem grossen Highlight im Advent sprach Messi auch über sein Privatleben. «Ich bin normal wie jeder andere auch», sagte er. Auf seine Erfolge bilde er sich nichts ein. So sei er von seinen Eltern erzogen worden und so habe er das bei Barcelona gelernt, «einem Verein mit sehr starken Werten». Er sei rundum ein sehr glücklicher Mensch, der das tun könne, wovon er als Kind geträumt habe.

Das Leben als globaler Superstar bedingt aber vielleicht auch eine gewisse Einsamkeit. «Ich habe nur wenige Freunde, echte Freunde», verriet Messi dem Interviewer. Sein Rückzugsort sei stets die Familie gewesen. «Ich bin glücklich, mit ihr zusammen zu sein, und brauche nicht viel mehr. Messi zu sein, ist nicht immer einfach. Ich verpasse viele Dinge und meine Kinder leiden darunter. Es wäre schön, einmal mit der Familie allein zu sein und unbemerkt zu bleiben, wenn wir einen Ausflug machen.»

Buben fordern ihn heraus

Das war in Barcelona ebenso schwierig wie nun in Paris. Die Kinder – er und seine Partnerin Antonela Roccuzzo haben drei Söhne – hätten sich nach dem Wechsel zu PSG im Sommer 2021 am schnellsten in der neuen Heimat eingelebt. Darüber war Messi erstaunt, wie er sagte. «Ich weiss noch, wie ich sie zur Schule brachte und diese mit Tränen in den Augen verliess, weil wir dachten, sie würden darunter leiden, alle ihre Freunde zu verlieren. Aber das war überhaupt nicht der Fall, im Gegenteil. Sie haben einfach neue Freunde gefunden.»

Weil er viel unterwegs sei, verbringe sein Schatz mehr Zeit mit den Buben. «Mir machen sie dann ein bisschen mehr zu schaffen, sie bauen auch mal Mist und fordern mich heraus.» Thiago ist zehn Jahre alt, Mateo sieben und Nesthäkchen Ciro vier. «Ich versuche, ihnen beizubringen, dass man sich die Dinge Tag für Tag verdienen muss. Sie sollen nicht denken, dass alles einfach ist, nur weil sie das Glück haben, viel zu haben.»

Seine Jungs lieben den Fussball, erzählte Messi weiter. «Wo immer sie können, finden sie einen Ball und einen Platz, um damit zu spielen.» Natürlich kickt dann auch der Papi mit, wenn er kann. «Ich lasse sie nicht absichtlich gewinnen … na ja, ab und zu schon. Mateo ist genau wie ich, als ich klein war. Er verliert nicht gerne und wenn er verliert, macht er Ärger.» Thiago hingegen sei ruhig und der kleine Ciro mache oft alles Mateo nach, und gemeinsam würden sie den ältesten Bruder herausfordern.

Zukunft als Trainer oder Sportchef?

Er selber habe mit den Jahren gelernt, mit Niederlagen umzugehen, so Messi. «Aber das Gefühl der Niederlage schmerzt immer noch. Es tut mir weh, wenn ich verliere, wenn ich nicht gut spiele, wenn ich auf dem Rasen keine Freude habe. Es hat mich viel Zeit gekostet, um zu lernen, damit umzugehen.»

Vage sprach Lionel Messi zudem über seine Zukunft nach der Spielerkarriere. «Ich werde kein Trainer werden – aber das hat Zinédine Zidane auch gesagt und dann wurde er Trainer und gewann die Champions League.» Er könne sich eher vorstellen, Sportchef zu werden. Ein Team zusammenzustellen, einen Trainer zu begleiten. «Aber auch da bin ich mir nicht hundertprozentig sicher.»

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