DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Basels Cheftrainer Marcel Koller macht sich Notizen wahrend die Berner ueber ihr zweites Tor jubeln im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem BSC Young Boys im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Sonntag, 2. Dezember 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Marcel Koller will sich den YB-Jubel im Hintergrund nicht antun. Bild: KEYSTONE

Von gesättigten Baslern und euphorisierten Bernern – die wundersame neue Fussball-Welt

YB bezwingt passive Basler im St. Jakobpark mit 3:1 – es ist ein Spiel mit grossem Symbolcharakter. Weil der FC Basel in den Bernern mal wieder seinen Meister findet.

sébastian lavoyer / ch media



Manchmal, da reibt man sich während diesem sogenannten Spitzenkampf verwundert die Augen. Fragt sich, wer hier eigentlich Heimrecht geniesst. Der FCB spielt so, wie es sonst die Underdogs im Joggeli zu tun pflegen. Zwar geht Basel mit dem ersten vernünftigen Angriff in der 16. Minute durch Albian Ajeti in Führung. Bis zur Pause kommt der eine oder andere Ansatz eines guten Angriffs hinzu. Aber spätestens danach igelt sich der FCB ein. Irgendwann prasseln die Berner Angriffe im Minutentakt auf Jonas Omlin und dessen Vorderleute ein.

abspielen

Die Highlights der Partie. Video: YouTube/SRF Sport

«Der Start war bitter, aber dann haben wir das Spiel von A bis Z dominiert», sagt YB-Torschütze Christian Fassnacht. Die Zahlen dazu: 16:2 Schüsse, 12:1 Eckbälle, gefühlte 60 Prozent Ballbesitz für die Berner. 3:1 stehts am Schluss. Es ist der erste Sieg für YB im Joggeli seit über sechs Jahren. Der Vorsprung auf den einstigen Serienmeister wächst auf 19 Punkte an, während die Basler auf Platz 4 in der Tabelle abrutschen. Wundersame neue FussballWelt

Die FCB-Stimmen zum Spiel:

So schnell kann's gehen

Rückblende: Noch vor zwei Jahren, in der letzten Saison unter Urs Fischer, lag der FCB nach 16 Runden mit 44 Punkten an der Tabellenspitze, YB lag 15 Punkte dahinter auf Platz 2. Basel spielte in der Königsklasse, die Berner mussten sich mit der Europa League begnügen. Der Liga waren die Basler damals ähnlich entrückt wie YB heute, in der Champions League ähnlich chancenlos wie die Berner derzeit.

In Basel aber waren zu diesem Zeitpunkt die Zuschauerzahlen schon im zweiten Jahr rückläufig. Mehr als 2000 Zuschauer weniger verzeichnete der FCB 2016/17, als in der Spitzensaison 2014/15 (28 878 Zuschauer). In der Königsklasse reichte es bloss zu zwei Unentschieden gegen Ludogorets Rasgrad. Viel zu wenig für das anspruchsvolle und verwöhnte Basler Publikum. Auch in der Champions League waren nur noch Top-Affichen ausverkauft.

Die Fans in der Muttenzer Kurve begruessen die Mannschaften vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem BSC Young Boys im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Sonntag, 2. Dezember 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Die treuen FCB-Fans in der Muttenzer Kurve begrüssen die Klubs mit rot-blauem Rauch. Bild: KEYSTONE

Der damalige Präsident Bernhard Heusler merkte, dass er diese Ansprüche nicht mehr befriedigen kann, versuchte, mit seinem Rücktritt einen neuen Impuls zu geben. Mit ihm ging die gesamte Führungsriege. Der FCB erfand sich neu. Mit grossen Erfolg in der Königsklasse, der vielleicht besten Saison, die je ein Schweizer Team in diesem Wettbewerb gezeigt hat. In der Liga dafür der Absturz, die acht Jahre währende Titelserie riss, der Zuschauerschnitt sank auf 25 487.

Während der Basler Rekordsaison 14/15 fanden in Bern im Durchschnitt nur gerade 16'931 Zuschauer den Weg ins Stadion. In der Meistersaison waren es dann schon 21'973 und derzeit verzeichnen die Berner durchschnittlich 23'668 Zuschauern. Jeder Champions-League-Auftritt ein Fest. Egal, was am Schluss auf der Anzeigetafel steht. Übersättigung in Basel – Euphorie in Bern.

Die YB-Stimmen zum Spiel:

Genau so fühlt sich das an, was gestern auf dem Rasen im St. Jakobpark geschieht. Man kann Basel nicht den Willen absprechen, aber es fehlt das letzte Quäntchen. Oder wie YB-Sportchef Christoph Spycher sagt: «Wir hätten mit dem 1:1 viel besser leben können. Zu diesem Zeitpunkt hat Basel nur noch verteidigt, wir aber wollten den Sieg unbedingt.»

Koller schlechter als Wicky

In nur zwei Jahren hat sich die Schweizer Fussball-Welt komplett umgekehrt. Es ist schon fast bezeichnend, dass die Basler am Schluss beklagen, dass YB-Spieler Fassnacht vor dem Eckball, in dessen Nachgang das 1:1 fiel, Taulant Xhaka foulte. Sollte es den Basel-Bonus je gegeben haben, ist er spätestens seit dieser Saison passé. Aber früher liess sich der FCB auch nicht von derartigen Fehlentscheiden aus dem Tritt bringen. Dieses Selbstverständnis aber hat der FCB auch unter Marcel Koller nicht wiedergefunden.

Basels Cheftrainer Marcel Koller, vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem BSC Young Boys im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Sonntag, 2. Dezember 2018. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Auch Marcel Koller kommt mit dem FCB auf keinen grünen Zweig. Bild: KEYSTONE

Im Gegenteil: Er hat im Schnitt noch weniger Punkte als Vorgänger Raphael Wicky holen können (1,64:1,92). Er klagt über die fehlende Wucht und Kraft seines Kaders.

Das soll sich im Winter ändern. Wenn er die Vorbereitung mit dem Team bestreiten kann. Wenn neue Spieler hinzukommen. An der Tatsache, dass die Meisterschaft praktisch gelaufen ist, wird auch das nichts ändern. «Es gibt noch eine Rückrunde, aber wir müssten extrem einbrechen, um das noch zu verspielen. Vor allem gibt es andere Rekorde, die wir gerne noch knacken würden», sagt Fassnacht. Der Berner Hunger ist noch lange nicht gestillt.

Europas Rekordmeister im Fussball

1 / 28
Europas Rekordmeister im Fussball
quelle: keystone / rodrigo jimenez
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

FCZ-Trainer Ludovic Magnin teilt gegen Leverkusen aus:

Video: watson/Angelina Graf

Unvergessene Schweizer Fussball-Geschichten

Elf kleine Schweizer liegen 0:2 zurück und sorgen dann für Begeisterung in der Heimat

Link zum Artikel

Die «Nacht von Sheffield» – Köbi Kuhn sorgt für den grössten Skandal der Nati-Geschichte

Link zum Artikel

Im Heysel-Stadion werden 39 Menschen zu Tode getrampelt

Link zum Artikel

Ein Carlos Varela in Höchstform: «Heb de Schlitte, du huere Schissdrägg»

Link zum Artikel

Filipescu macht den FC Zürich in Basel in der 93. Minute zum Meister

Link zum Artikel

Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

Link zum Artikel

Johann Vogel droht Köbi Kuhn, in den Flieger zu steigen, um ihm «eins zu tätschen»

Link zum Artikel

Cabanas fordert Respekt, denn «das isch GC! Rekordmeister! Än Institution, hey!»

Link zum Artikel

Der «entführte» Raffael wird zum Fall für die Polizei – und muss ein Nachtessen blechen

Link zum Artikel

Jörg Stiel stoppt den Ball an der EM mit Köpfchen – weil er es kann

Link zum Artikel

Märchenprinz Volker Eckel legt GC mit 300-Millionen-Versprechen aufs Kreuz

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

UEFA verbietet Regenbogen-Arena

Die Münchner EM-Arena sollte im letzten Gruppenspiel am Mittwoch gegen Ungarn in den Regenbogen-Farben erstrahlen. Dies als Zeichen der Toleranz, da in Ungarn Homosexuelle kriminalisiert werden. Das Parlament hatte unter anderem kürzlich ein Gesetz beschlossen, welches es verbietet, in den Schulen über Homosexualität aufzuklären.

Wie die «Bild» berichtet, hat die UEFA die geplante Regeonbogen-Arena nun aber verboten. Die Begründung: Die elf Stadien sollen nur in den Farben der UEFA und der …

Artikel lesen
Link zum Artikel