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Europa League, 2. Quali-Runde

GC – Reykjavik 2:1 (Hinspiel: 3:3)

epa05435332 KR Reykjavik defender Indridi Sigurdsson, left, fights for the ball against Grasshopper Club Zuerich forward Ridge Munsy, right, during the UEFA Europa League second leg of the second qualifying round soccer match between Grasshopper Club Zuerich (Switzerland) and KR Reykjavik (Iceland) held at the stadium Letzigrund in Zurich, Switzerland, Thursday, July 21, 2016.  EPA/PATRICK B. KRAEMER

Reykjavik schlägt sich wacker, ist letztendlich aber doch zu schwach.
Bild: EPA/KEYSTONE

Europa League: GC ohne Glanz in der nächsten Runde – Vaduz bereits ausgeschieden

GC erreicht in der Europa League ohne zu überzeugen die 3. Qualifikations-Runde. Dem 3:3 in Reykjavik liess der Super-League-Vierte einen 2:1-Sieg folgen und trifft nun auf Apollon Limassol. Vaduz scheitert am dänischen Club Midtjylland.



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Im lange nicht sonderlich unterhaltsamen Vergleich der beiden Rekordmeister schuf ein Isländer die minimale Differenz: Doppeltorschütze Runar Mar Sigurjonsson, in erster Linie ein Schwerarbeiter, der gekommen ist, um nach einem dreijährigen Engagement beim schwedischen Verein Sundsvall weitere persönliche Fortschritte zu erzielen.

Der Matchwinner könnte dem umformierten GC mit seiner Kraft und Abschlussqualität auch im unter Umständen schwierigen Liga-Alltag guttun. Der 26-Jährige ist einer aus jenem neuen Quartett, das den Substanzverlust der wirtschaftlich bedingten Abgänge der Topskorer Munas Dabbur und Shani Tarashaj eindämmen soll.

epa05435410 Grasshopper Club Zuerich midfielder Runar Mar Sigurjonsson (L) fights for the ball against KR Reykjavik midfielder Michael Praest during the UEFA Europa League second qualifying round second leg soccer match between Grasshopper Club Zuerich and KR Reykjavik held at the stadium Letzigrund in Zurich, Switzerland, 21 July 2016.  EPA/NICK SOLAND

Sigurjonsson holt für die GC die Kohle aus dem Feuer. Bild: EPA/KEYSTONE

Der Nationalspieler aus dem Norden, der zur EM-Selektion des Viertelfinalisten gehörte, in Frankreich aber nicht eingesetzt wurde, ersparte den Gastgebern einen ungemütlicheren Abend und führte sie zu einem inzwischen eher raren internationalen Erfolgserlebnis – vor dem 2:1-Erfolg hatte GC innerhalb von zehn Jahren zwölf von 16 Partien im Europacup verloren.

«Viele hatten körperlich Mühe»

Eine Woche nach dem turbulenten 3:3 am nördlichen Polarkreis taten sich die zwar dominanten, aber drei Tage vor den Meisterschaftsstart gegen Lausanne noch nicht allzu stilsicheren Hoppers abermals schwer. Der aktuell Drittletzte der isländischen Meisterschaft, die Nummer 235 im UEFA-Ranking, erzwang unmittelbar nach der Pause das temporäre 1:1; Morten Beck Andersen markierte innerhalb von 180 Minuten gegen GC drei Treffer – in den Schlusssekunden annullierte der Referee ein Eigentor von Keeper Joël Mall.

Grasshopper Club Zuerich head coach Pierluigi Tami gestures during the UEFA Europa League second leg of the second qualifying round soccer match between Grasshopper Club Zuerich (Switzerland) and KR Reykjavik (Iceland) held at the stadium Letzigrund in Zurich, Switzerland, Thursday, July 21, 2016. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

GC-Trainer Tami ist nur bedingt zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft.
Bild: KEYSTONE

Pierluigi Tami wertete den nicht ausgesprochen souveränen Vorstoss in die nächste Runde gesamthaft als verdient. Sie hätten allerdings in der Schlussphase konditionelle Mängel offenbart: «Viele hatten körperlich Mühe, das ist nicht optimal.» Die Performance Sigurjonssons sei nach einem mässigen Auftakt gut gewesen: «Nach 10, 15 Minuten habe ich einen Runar mit immer mehr Präsenz in der Offensive und Defensive gesehen.»

Europäisches Verlustgeschäft

Im europäischen Klubfussball überschattet die Champions League nahezu alles. Mönchengladbachs Manager Max Eberl beispielsweise ist dezidiert der Meinung, die UEFA müsste die Europa League generell aufwerten – unter anderem mit deutlich mehr Preisgeld.

Für Klubs mit einem tiefen europäischen Index – wie GC oder Reykjavik – ist der schwach dotierte Wettbewerb ohnehin primär ein Verlustgeschäft. Teure und lange Reisen, geringes öffentliches Interesse. Im Hinspiel erschienen 767 Zuschauer, den ersten Heimauftritt der Hoppers nach rund siebenwöchiger Pause verfolgten 3940 Anhänger vor Ort.

U.S. singer Bruce Springsteen performs at Croke Park stadium, Dublin, Ireland, Friday, May, 27, 2016.  (Photo by Peter Morrison/Invision/AP)

Springsteen blockiert den Zürcher Letzigrund.
Bild: Peter Morrison/Invision/AP/Invision

Und weil der Rockstar Bruce Springsteen Ende Juli in der Zürcher Arena gastieren wird, muss GC definitiv nach St.Gallen ausweichen. Derweil «The Boss» das Stadion füllt, zeichnet sich aus Sicht des Super-League-Klubs im Ostschweizer Exil das nächste Minus ab.

Vaduz ohne Chance

Für den FC Vaduz ist das europäische Abenteuer bereits nach der 2. Runde der Europa-League-Qualifikation beendet. Die Mannschaft von Giorgio Contini kam gegen den dänischen Vertreter Midtjylland nach dem 0:3 im Hinspiel vor einer Woche zuhause nur zu einem 2:2.

Vaduz war auch im Rheinpark lange Zeit nicht in die Gänge gekommen, so dass die Hoffnung der nur 842 Zuschauer auf eine spektakuläre Wende schnell schwand. Der Stürmer Pione Sisto, der bereits vor einer Woche zweimal getroffen hatte, machte erneut den Unterschied aus und schoss die Gäste bis zur 68. Minute mit 2:0 in Front.

21. Juli 2016; Vaduz; Fussball Europa League Qualifikation - FC Vaduz - FC Midtjylland; Jakob Poulsen (Midtjylland) gegen Gonzalo Zarate (Vaduz) (Michael Zanghellini/freshfocus)

Gonzalo Zarate (rechts) im Zweikampf mit Jakob Poulsen. Bild: Michael Zanghellini/freshfocus

Immerhin bewies Vaduz Moral und erkämpfte sich in der Schlussphase dank den Toren von Neuzugang Maurice Brunner (82.) und einem verwandelten Foulpenalty von Moreno Costanzo (86.) noch ein Unentschieden. In der zweiten Halbzeit spielte der Super-League-Vertreter in Überzahl, nachdem Midtjyllands Captain Jakob Poulsen Sekunden vor dem Pausenpfiff wegen eines groben Fouls die Rote Karte gesehen hatte.

(sda/rst)

Die Telegramme

Grasshoppers – KR Reykjavik 2:1 (1:0) 3940 Zuschauer. – SR Papir (ISR).
Tore: 45. Sigurjonsson (Munsy) 1:0. 52. Morten Beck Andersen (Chopart) 1:1. 68. Sigurjonsson (Andersen) 2:1.
Grasshoppers: Mall; Lavanchy, Basic, Bamert, Lüthi; Pnishi (63. Källström), Sigurjonsson; Caio (66. Gjorgjev), Brahimi, Lucas Andersen (73. Kamberi); Munsy.
Bemerkungen: GC komplett. Verwarnung: 66. Bamert (Foul) 90. Palmason (Reklamieren).

Vaduz – Midtjylland 2:2 (0:1) 842 Zuschauer. – SR Davey (NIR).
Tore: 41. Sisto 0:1. 68. Sisto 0:2. 82. Brunner 1:2. 86. Costanzo (Foulpenalty) 2:2.
Vaduz: Siegrist; Pfründer, Grippo, Strohmaier, Borgmann; Muntwiler; Kukuruzovic (65. Hasler), Costanzo, Ciccone; Zarate (65. Brunner), Mathys (80. Burgmeier).
Bemerkungen: Vaduz ohne Avdijaj, Janjatovic, Bühler, Felfel, Baldinger (alle verletzt). 52. Pfostenschuss von Onuachu (Midtjylland). 54. Rot gegen Poulsen (Midtjylland/Foul). Verwarnungen: 26. Costanzo, 65. Strohmaier, 91. Pfründer (alle Foul). (sda)

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