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epa08469367 Mainz players Moussa Niakhate (2-L) and Danny Latza (C) celebrate after winning the German Bundesliga soccer match between Eintracht Frankfurt and FSV Mainz 05 in Frankfurt Main, Germany, 06 June 2020.  EPA/ALEXANDER HASSENSTEIN / POOL CONDITIONS - ATTENTION: The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Für einmal ist Mainz 05 nicht traurig über den Verlust eines Mitglieds. Bild: keystone

Mainz-Fan kündigt wegen «zu vieler dunkelhäutiger Spieler» – die Antwort des Klubs sitzt



Der Bundesligist FSV Mainz 05 stellt sich öffentlich gegen Rassismus. Auf seiner Homepage zeigt der Verein seine Antwort auf die Kündigung eines Mitglieds, für das zu viele dunkelhäutige Profis in der 1. Mannschaft spielen. Wegen der «für uns [inakzeptablen] Begründung» habe man sich entschieden, Teile der Kommunikation zu veröffentlichen.

Das nicht namentlich genannte Mitglied hatte sich laut dem Schreiben folgendermassen beklagt:

«Ich kann mich mit diesem Verein (Profifussball) schon seit Monaten nicht mehr identifizieren! Mittlerweile bekomme ich den Eindruck vermittelt, dass ich beim Africa-Cup bin, anstatt in der deutschen Bundesliga. Ich weiss was jetzt kommt, aber nein, ich bin auf keinen Fall rassistisch veranlagt – das verbitte ich mir. Nur, was zuviel ist, ist zuviel. [...] Aber wenn seit Wochen in der Startformation neun (!!!) dunkelhäutige Spieler auflaufen und deutschen Talenten kaum noch eine Chance gegeben wird, dann ist das nicht mehr mein über die Jahre liebgewonnener Verein. […] Ein Noveski, Bungert, Rose, Babatz, Weiland, Bell usw. standen für Werte und Mentalität. Das waren Kerle, die mit Herzblut dabei waren.»

Eigentlich sei man über Kündigungen bekümmert und kämpfe leidenschaftlich um jedes Mitglied, schreibt Mainz daraufhin auf der eigenen Homepage als Antwort. Das gelte aber nicht immer. In diesem Fall könne man nicht ansatzweise Bedauern ausdrücken. Weiter schreiben die 05er:

«Rassismus beginnt da, wo rassistische Gedanken geäussert werden, nicht nur, wenn sich jemand selbst als [Rassisten] bezeichnet – was in den seltensten Fällen vorkommt. Und ja, Sie haben recht: [Mit] unserem Verein können [Sie] sich nicht identifizieren. Denn für uns spielen Hautfarben oder andere gruppenbezogene Merkmale von Menschen schlicht keine Rolle. Für uns zählt nur, dass jemand Mensch ist und unsere Werte teilt. Solche Menschen heissen wir in unserer Gemeinschaft gerne willkommen. Aus diesem Grunde freuen wir uns vielmehr über Ihre Kündigung, da Ihre Begründung offenbart, dass Sie nicht die Wertebasis besitzen, die unseren Verein auszeichnet.»

Der Klub des Schweizer Nationalspielers Edimilson Fernandes verweist ausserdem auf die Vereinssatzung: Mainz biete Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Menschen mit Behinderung unabhängig von Geschlecht, Abstammung, Hautfarbe, Herkunft, Glauben, sozialer Stellung oder sexueller Identität eine sportliche Heimat.

Dazu veröffentlichen die Mainzer ein Foto, das zeigt, wie die Profis Moussa Niakhaté und Kunde Malong nach dem Sieg in Frankfurt am Spielfeldrand knien und damit ein Zeichen gegen Rassismus setzen.

Bild

Dieses Foto stellt der Club in seiner Antwort auch online. bild; mainz05.de

Die Antwort des Vereins endet mit Worten zum aktuellen Geschehen ausserhalb des Fussballs:

«Dass Sie dies zudem noch in einer Zeit artikulieren, in der die fortwährende Diskriminierung von Menschen aufgrund der Todesumstände von George Floyd weltweites Thema und glücklicherweise auch Gegenstand von vielen symbolischen und solidarischen Aktivitäten sind, bei denen sich auch viele Sportler, auch Fussballer in der Bundesliga, beteiligen, zeigt, dass Ihre ablehnende Wertebasis bei Ihnen tief verankert scheint. Anders als bei Ihnen gilt für uns uneingeschränkt: ‹Black Lives Matter›.»

(pre)

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