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Switzerland's Granit Xhaka, left, and Switzerland's Cedric Itten, right, celebrates after the 1-0 during the UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match between Switzerland and Georgia at the Kybunpark stadium in St. Gallen, Switzerland, Friday, November 15, 2019. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Gratulationen vom Leitwolf: Granit Xhaka und Torschütze Cédric Itten. Bild: KEYSTONE

«In der zweiten Halbzeit hatten wir plötzlich Angst» – die Stimmen zum Nati-Sieg

Vladimir Petkovic will nach dem 1:0 gegen Georgien keine Gratulation für die erfolgreiche EM-Qualifikation entgegennehmen. Lieber lobt er Torschütze Cédric Itten: «Er ist ein Junge mit viel Qualität.»



Ein Punkt noch fehlt der Schweiz nun zur Qualifikation für die EM-Endrunde im nächsten Sommer. Diesen Punkt muss sie am Montag gegen einen der grössten Aussenseiter überhaupt holen. Gegen Gibraltar, das bis jetzt in Qualifikationsspielen nur verloren hat. 27 Niederlagen sind es mittlerweile. Vladimir Petkovic wollte dennoch keine Gratulationen entgegennehmen:

«Wir sind noch nicht qualifiziert. Ich bleibe mir treu: Das nächste Spiel ist immer das Wichtigste. Die Mannschaft soll sich nun erholen, dann denken wir an Gibraltar. Da brauche ich Spieler, die körperlich und mental fit sind.»

Vladimir Petkovic, Schweizer Fussball-Nati-Trainer

Gegen Georgien haben die Schweizer letztlich mehr Kraft und Geduld benötigt, als sich dies manch einer vorgestellt hatte.

«In der zweiten Halbzeit war es ein wenig wie in einem Cupspiel. Der Aussenseiter hält mit, bekommt Selbstvertrauen, und dann wird das Spiel immer schwieriger. Wir wurden etwas ungeduldig, weil wir die ersten Chancen in den guten ersten 15 bis 20 Minuten nicht genutzt hatten».

Vladimir Petkovic

Er selbst hatte den richtigen Riecher, indem er den späteren Siegtorschützen Cédric Itten nach 71 Minuten einwechselte.

«Ich habe ihn nur wenige Tage im Training gesehen. Aber er ist ein Junge mit viel Qualität. Das Tor war nicht einfach zu erzielen. Für ihn ist es ein erster wichtiger Schritt und für mich ein wichtiges Signal.»

Vladimir Petkovic

Die vielen Verletzungen im Kader waren sein Glück. Und vielleicht war es auch Ittens persönliches Glück, dass die ersatzgeschwächte Mannschaft nach gutem Beginn abbaute, und es nach mehr als einer Stunde immer noch 0:0 stand. «Wenn einer Pech hat, hat ein anderer Glück», sagte Petkovic.

«Ich muss zuerst einmal alles verarbeiten, es ist sehr viel passiert»

Cedric Itten, FCSG- und Schweizer Nati-Stürmer

Dass seine Auswahl schwierige Phasen durchlaufen würde, überraschte ihn nicht. «Wir haben einige Verletzte und einige, die im Klub nicht oft spielen. In einigen Situationen hat uns das Gleichgewicht gefehlt», so Petkovic. Aber man habe auch gesehen, dass «wir immer Fussball spielen» wollten.

«Jeder einzelne hat unsere offensive Philosophie gelebt.»

Vladimir Petkovic

70 Minuten sass Itten auf der Bank, ehe er Albian Ajeti ersetzte. Sechs Minuten später traf der gebürtige Basler nach einer Flanke von Denis Zakaria mit dem Kopf zum viel umjubelten Siegtreffer, womit die Schweiz gegen Gibraltar nur noch einen Punkt braucht, um sich die EM-Teilnahme zu sichern. «Ich konnte in den letzten Tagen nicht so gut schlafen», sagte Itten. «Es war überwältigend, hier bei der Nationalmannschaft zu sein.»

«Schon mit dem Aufgebot ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Dann der erste Einsatz, das erste Tor, der erste Sieg - und das noch im eigenen Stadion. Die Geschichte könnte nicht besser sein.»

Cedric Itten

Switzerland's Denis Zakaria, left, and Switzerland's Cedric Itten, right, celebrates after during the UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match between Switzerland and Georgia at the Kybunpark stadium in St. Gallen, Switzerland, Friday, November 15, 2019. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Der Dank an den Assistgeber: Denis Zakaria und Cédric Itten. Bild: KEYSTONE

Der Treffer Ittens verhinderte, dass bei der SFV-Auswahl in der Schlussphase noch das ganz grosse Zittern begann. Nach einer guten ersten Halbzeit mit vielen Offensivaktionen bauten die Schweizer nach der Pause ab und leisteten sich defensive Nachlässigkeiten.

«In der zweiten Halbzeit hatten wir plötzlich Angst. In jenem Moment kapierten wir nicht ganz, um was es geht.»

Stephan Lichtsteiner, Nati-Captain

Auch Yann Sommer zeigte sich kritisch mit seinen Vorderleuten. Sie hätten dem Gegner viel zu viele Räume zugestanden und kaum Zweikämpfe gewonnen. «In gewissen Situationen waren wir zu blauäugig.» Trotz der Kritik zog der Keeper ein positives Fazit:

«Letztlich zählt das Resultat. Es war ein grosser Schritt Richtung Qualifikation, darüber sind wir happy.»

Yann Sommer, Nati-Torhüter

Switzerland's defender Stephan Lichtsteiner, left, and Switzerland's goalkeeper Yann Sommer. right, celebrate the victory after the UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match between Switzerland and Republic of Ireland, at the Stade de Geneve, in Geneva, Switzerland, Tuesday, October 15, 2019. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

«Happy»: Yann Sommer und Stephan Lichtsteiner (links) Bild: KEYSTONE

Lichtsteiner sah es ähnlich und ergänzte: «Wir haben viele gute Spiele gemacht und nicht gewonnen. Jetzt haben wir die zweite Halbzeit nicht gut gespielt, aber gewonnen.» Das gehöre zum Fussball, aber es sei eine merkwürdige Qualifikation gewesen. Die goldene Chance auf die vierte Endrunden-Teilnahme in Serie wollen sich die Schweizer nicht mehr nehmen lassen. «Wir müssen aber bis am Schluss konzentriert bleiben, auch wenn es gegen Gibraltar geht», so Lichtsteiner. «Passieren kann immer etwas.»

(bal/sda)

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