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epa08104336 Brescia's Mario Balotelli (C-L) talks with referee Gianluca Manganiello (C-R) during the Italian Serie A soccer match Brescia Calcio vs SS Lazio at Mario Rigamonti stadium in Brescia, Italy, 05 January 2020.  EPA/SIMONE VENEZIA

Mario Balotelli diskutiert im Spiel gegen Lazio mit dem Schiedsrichter. Bild: EPA

Balotelli erzielt zum 2. Mal das erste Ligator der Dekade – und wird rassistisch beleidigt



Mario Balotelli bringt Brescia beim Heimspiel gegen Lazio Rom in der 18. Minute in Führung. Es ist das erste Serie-A-Tor des neuen Jahres, das erste der 20er-Jahre. Und hier wird es kurios: Es ist bereits das zweite Mal, dass der Italiener den ersten Serie-A-Treffer einer neuen Dekade schiesst. Am 6. Januar 2010 traf der damals 19-Jährige für Inter zum 1:0-Sieg gegen Chievo – ebenfalls zum ersten Mal nach dem Jahreswechsel.

Über seinen historischen Treffer konnte sich Balotelli aber nicht lange freuen. Einerseits, weil Brescia nach einer Roten Karte gegen Mittelfeldspieler Andrea Cistana das Spiel gegen die Römer noch aus der Hand gab. Andererseits und vor allem, weil der dunkelhäutige Stürmer einmal mehr Opfer von Rassisten wurde.

Lazio-Anhänger deckten den 29-Jährigen von Beginn weg mit rassistischen Gesängen ein. Als er den Schiedsrichter zum zweiten Mal darauf aufmerksam machte, unterbrach dieser nach einer halben Stunde die Partie. Nach einer Stadiondurchsage und nachdem Lazio-Trainer Simone Inzaghi die mitgereisten Fans vehement aufgefordert hatte, damit aufzuhören, ging das Spiel weiter.

Nach der 1:2-Niederlage äusserte sich Balotelli noch auf Instagram: «Es ist eine Niederlage die schmerzt, aber wir werden stärker zurückkommen. An die Lazio-Fans: Schämt euch!»

Auch Lazio veröffentlichte am Sonntagabend noch ein Statement: Darin distanzierte sich der Klub von den Vorfällen, «die von einer Minderheit begangen wurden». Die Römer bekräftigten zudem, dass sie jene Fans bestrafen wollen, «die dem Image des Vereins auf diese Art und Weise schaden». (abu)

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 06.01.2020 12:48
    Highlight Highlight Wenn der italienische Fussball mit den Weltbesten mithalten will, dann kommt er nicht um "Schwarze" aus Afrika, oder wenigstens mit Migrationshintergrund Schwarzafrika herum!
    Der Grund liegt in der Afrikanischen Musik, die sehr körperlich und rhythmisch pulsierend ist.
    Sie wird aus tänzerischen und polyrhythmischen Bewegungen heraus generiert und fährt beim Hören wieder direkt in diesen Körper hinein!
    "Schwarze" als Fussball-Profis TANZEN mit dem Ball in einer Leichtigkeit und Geschicklichkeit, die atemberaubend ist!
    Also, liebe Italos, lernt daraus und INTEGRIERT diese besonderen Fähigkeiten!
    • Bergeron37 06.01.2020 15:53
      Highlight Highlight Hä? Ich glaube nicht dass diese Begründung zutreffend ist. Viel eher könen doch Schwarze einfach gute Fussballer sein oder eben nicht so wie jeder andere auch.
      Es gibt "die" afrikanische Musik welche dann zu Fussballtalenten führt genauso wenig wie Gölä zu schweizer Eishockeytalenten beigetragen hat.
    • rodolofo 06.01.2020 17:48
      Highlight Highlight @ Bergeron 37
      Jetzt frage ich Dich: Können Männer, die Gölä hören, tanzen?
      In der Regel werden sie auf der Tanzfläche blöd herum stehen, mit einem Bier in der Hand.
      Können Schwarzafrikaner, die afrikanische Musik hören, tanzen?
      Und wie!
      Diese Beobachtungen mache ich x-fach im Ausgang.
      Also erzähl mir doch nicht, dass die Musik-Kultur nichts mit der Bewegungsfähigkeit der Leute zu tun hat!
      Da sehen auch Zucchero, Gianna Nannini und alle Cantautores alt aus, wenn sie sich mit Papa Wemba vergleichen.
      Meine Theorie stimmt also Grosso Modo.
  • hallerph 06.01.2020 11:33
    Highlight Highlight Ja, was denn nun?!

    Psssst! Darum beginnt am 1.1.2020 kein neues Jahrzehnt
    https://www.watson.ch/!359344861
  • Paul_Partisan 06.01.2020 10:57
    Highlight Highlight Die Kurve von Lazio bekennt sich offen zum Faschismus. Es ist keine Minderheit.

    Leider wird sich nichts ändern, da im italienischen Verband und in der Politik die Faschisten längst wieder am Drücker sind...
  • PlayaGua 06.01.2020 09:09
    Highlight Highlight Lazio müsste mal aus dem Verkehr gezogen werden. Das wäre das Einzige, was Wirkung erzielen würde.
    • Sk8/Di3 06.01.2020 11:38
      Highlight Highlight Wenn man dann konsequent bleibt, spielen dann schnell nur noch ca. 5 Teams in der Seria A....

      Leider!!! Es ist beschämend, traurig, tragisch....

  • goschi 06.01.2020 08:57
    Highlight Highlight Der Spieler muss den Schiedsrichter auf die rassistischen Fangesänge aufmerksam machen?
    Der hätte das selbst nicht bemerkt?

    Im italienischen Fussball ist dahingehend echt alles kaputt....
  • Ricardo Tubbs 06.01.2020 08:40
    Highlight Highlight balotelli? gibts den noch?
    • Eifachmitrede 06.01.2020 09:08
      Highlight Highlight Jaa und er dieses Jahr schon mehr SerieA Tore als Du;)
  • Glenn Quagmire 06.01.2020 08:29
    Highlight Highlight Auch Lazio veröffentlichte am Sonntagabend noch ein Statement: Darin distanzierte sich der Klub von den Vorfällen, «die von einer Minderheit begangen wurden».

    Der Comical-Ali des Fussballs ist wohl Pressesprecher bei Nazio Rom.

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