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Homosexualität

Coming-Out-Day 17. Mai: Homosexuelle Profisportler erhalten Plattform

Coming-Out-Day: So sollen homosexuelle Profisportler eine Plattform erhalten

14.05.2024, 17:3614.05.2024, 17:36

Der 17. Mai ist der internationale Tag gegen Homophobie. Der Ex-Junioren-Nationalspieler Marcus Urban, der selbst schwul ist, will diesen Tag zum Coming-Out-Day für homosexuelle Personen im Fussball-Umfeld machen. Dazu startete er die Kampagne «Sports Free». Hier erfährst du alles, was du dazu wissen musst.

Wer hat den Coming-Out-Day ins Leben gerufen?

Kopf und Initiator der Kampagne «Sports Free» ist Marcus Urban. Umgesetzt wird sie über die Webseite des Vereins «Diversero», der sich nach eigenen Angaben für Vielfalt im Sport und in der Gesellschaft einsetzt und von Urban mitgegründet wurde.

Worum geht es?

Am Coming-Out-Day, dem 17. Mai 2024, soll schwulen und lesbischen Personen die Möglichkeit gegeben werden, innerhalb einer Gruppe ihre Homosexualität öffentlich zu machen. Auf der Webseite von Diversero soll so eine Plattform entstehen, die einen Rahmen für das Coming-Out bietet. «Wir bauen eine digitale Bilderwand, wo die Personen des Profisports das individuell gestalten können – als Video, als Text, als Avatar. Sie können sich gleich mit Partner oder Partnerin zeigen oder als Gruppe mit Freunden», erklärt Urban gegenüber des Rundfunkanstalt SWR.

Die Idee des Gruppen-Outings ist es auch, dass die Athleten die Last eines Outings, das vielleicht schon länger angestrebt wird, nicht alleine tragen müssen.

Der 17. Mai wird dabei nicht als einmaliges Datum, sondern viel mehr als Startschuss verstanden. Am 17. Tag jedes Monats – dem sogenannten «Sports Free Day» – sollen Menschen erneut die Chance bekommen, sich via Webseite zu outen. «An diesem Tag können weltweit Aktionen stattfinden, um auf die Herausforderungen aufmerksam zu machen, die queere Athleten und Athletinnen im Profisport zu bewältigen haben, und um ihnen unsere uneingeschränkte Unterstützung zu bieten», heisst es dazu auf diversero.org.

Wer macht mit?

Laut Urban haben bereits mehrere Proficlubs ihre Unterstützung zugesichert. So zum Beispiel Borussia Dortmund, der FC St. Pauli oder der SC Freiburg, die die Kampagne mit Spenden unterstützt haben. Wie viele Personen und wer genau sich am 17. Mai outen will, ist noch nicht öffentlich.

An wen richtet sich die Kampagne?

Die Kampagne richtet sich nicht nur an Profifussballer und -fussballerinnen, sondern auch an Vereinsfunktionäre. Outen werden sich am Freitag, dem 17. Mai, nach Angaben Urbans Personen aus Deutschland, Österreich und England. Der Fokus liegt derzeit auf Menschen im Umfeld des Profifussballs, das Angebot richtet sich aber grundsätzlich an alle Profisportler und Athletinnen.

Welche Fussballer hatten bereits ihr Coming-Out?

Es gibt nur wenige Fussballer, die während ihrer aktiven Zeit als Profi ein Coming-Out hatten. In Deutschland, der Schweiz und Österreich gibt es keinen auf Profi-Level, der sich das bisher traute. Es gibt dennoch einige Beispiele:

So war Justin Fashanu der erste Profi der Fussballnation Grossbritannien, der sich auf Druck der Medien 1990 öffentlich zu seiner Homosexualität bekannte und dafür wenig Verständnis erhielt. Er wurde in den Klatschblättern regelrecht dafür fertig gemacht und nahm sich 1998 das Leben.

2021 hat sich ausserdem der australische Jugendnationalspieler Josh Cavallo in einem Video geoutet.

Im Februar dieses Jahres hat sich der tschechische Nationalspieler Jakub Jankto geoutet.

Auch im Schweizer Fussball gibt es ein Vorzeige-Beispiel: So hat sich der Super-League-Schiedsrichter Pascal Erlachner öffentlich als homosexuell geoutet. Er ist inzwischen jedoch als Schiedsrichter zurückgetreten, um ein neues berufliches Kapitel aufzuschlagen.

(anb)

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