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epa08021788 Dortmund's head coach Lucien Favre attends the Annual General Meeting of Borussia Dortmund at the Westfalenhalle Dortmund in Dortmund, Germany, 24 November 2019.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL

Lucien Favre am vergangenen Sonntag an der Generalversammlung von Borussia Dortmund. Bild: EPA

Dortmund-Trainer Lucien Favre spielt ausgerechnet gegen Barcelona um seinen Job

markus brütsch / ch media



Der FC Bayern, Juventus Turin und Paris Saint-Germain – es sind grosse Namen von Klubs, die sich in der Champions League schon vor dem fünften Spieltag für die Achtelfinals qualifiziert haben. Ihnen werden in diesen Tagen Real Madrid, Manchester City, Liverpool und – vielleicht – Barcelona folgen.

Oder Dortmund, falls es im Camp Nou gewinnt. Der Auftritt der Borussia interessiert in dieser Königsklassenwoche aus Schweizer Sicht am meisten. Trainer Lucien Favre, Torhüter Roman Bürki und Innenverteidiger Manuel Akanji stehen mit den Gelb-Schwarzen beim Leader der Gruppe F vor einer Herkulesaufgabe. Für Ersteren geht es gar um den Job. Die Spanier führen das Klassement mit einem Punkt Vorsprung auf Dortmund und vier Zählern auf Inter Mailand an. «Wir haben nur den Sieg im Kopf, denn wir wissen, dass wir Gruppenerster sind, wenn wir Dortmund schlagen», sagt Barcelonas Stürmer Luis Suarez. «Das muss als beste Mannschaft der Welt aber auch unser Anspruch sein.»

Seit 34 Heimspielen ohne Niederlage

Es gibt für einen Trainer gewiss einfachere Destinationen als die katalanische Hauptstadt, um seinen Kopf zu retten. Der FC Barcelona hat von den letzten 14 Heimspielen gegen deutsche Klubs 13 gewonnen und ist in der Champions League zu Hause bei 30 Siegen seit 34 Partien unbesiegt. Ausgerechnet hier die Trendwende zu schaffen, muss sich für die Deutschen wie eine «Mission impossible» anfühlen. Selbst wenn Barcelona derzeit auch nicht in der Hochblüte seines Schaffens steht.

The Camp Nou stadium is illuminated ahead of a soccer match between Barcelona F.C and Eibar in Barcelona, Spain, Tuesday, Sept. 19, 2017. (AP Photo/Emilio Morenatti)

Im Camp Nou soll die BVB-Trendwende her. Bild: AP

Zwar hat die Klubführung des BVB nach dem beschämenden 3:3 gegen Schlusslicht Paderborn am Wochenende erklärt, dass Favre sicher auch am Samstag im Bundesligaspiel bei Hertha BSC noch auf der Dortmunder Trainerbank sitzen werde. Doch eine Klatsche in der Grössenordnung eines 0:4 wie beim FC Bayern vor zweieinhalb Wochen würde das Fass möglicherweise schon vorher zum Überlaufen bringen – und Favre die Entlassung.

Der 62-Jährige, bei seiner Ankunft vor anderthalb Jahren als der grosse Heilsbringer gefeiert, ist in Dortmund schwer angezählt und eigentlich nur noch ein Trainer auf Bewährung. Vielleicht auch bloss deshalb noch im Amt, weil der BVB nicht auch intern einen Nachfolger aus dem Hut zaubern kann, wie es Bayern mit Hansi Flick für Niko Kovac tun konnte.

epa07984210 Dortmund's head coach Lucien Favre reacts during the German Bundesliga soccer match between FC Bayern Munich and Borussia Dortmund in Munich, Germany, 09 November 2019.  EPA/LUKAS BARTH-TUTTAS CONDITIONS - ATTENTION: The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Wie lange darf Favre noch beim BVB an der Seitenlinie stehen? Bild: EPA

«Vielleicht sollte er aufhören, der liebe Monsieur Favre zu sein»

Von aussen betrachtet scheint es, als sei Favre zu nett für diese Mannschaft. Zwar hat er den pubertierenden Jungstar Jadon Sancho einmal wegen eines zu späten Einrückens aus dem Aufgebot gestrichen und in München noch vor der Pause ausgewechselt, doch kapiert hat der Engländer die Botschaft offenbar nicht.

Wie es überhaupt der Mannschaft an der nötigen Einstellung fehlt. Möglicherweise ist der exzellente Fachmann Favre ein Trainer, der selbst gestandenen Profis im Umgang mit dem Ball noch etwas beibringen kann, es aber nicht schafft, ihnen Dampf zu machen. Weil es für ihn eine Selbstverständlichkeit ist, dass diese Stars über genügend Eigenmotivation verfügen und keinen Einpeitscher brauchen. Eine Zeitung schrieb: «Vielleicht sollte er aufhören, der liebe Monsieur Favre zu sein.»

Geht es nach Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, ist die Sache aber simpel. An der Mitgliederversammlung hat er den verhätschelten Profis zugerufen: «Reisst euch zusammen.»

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
jaähä
27.11.2019 16:46registriert April 2015
Und gewinnt man jetzt glücklich durch ein Standard in der 90' ist wieder alles gut? So einen Schwachsinn die Zukunft des Trainers anhand einem Spiel entscheiden zu wollen. Entweder man steht hinter ihm, oder nicht. Da muss vor der Winterpause der Vorstand mit Trainer Captain und Spielerrat sprechen, die Situation analysieren und dann entscheiden. Ihm so ein Spiel als "letzte chance" zu geben, ist doch völlig unsinnig.
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Dominik Treier
27.11.2019 16:43registriert July 2016
Warscheindlich wird Barca gewinnen, doch wenn er desswegen entlassen wird sollte sich die Dortmunder Klubführung schämen. Im Camp Nou strauchelten schon die grössten, man denke an das legendäre 6:1 gegen PSG, jedoch wird Favre definitiv in der Liga mehr bringen und zeigen müssen, dass er seine Mannschaft mehr Antreiben und auch gegen Widerstand zum Sieg führen kann.
Gegen Mannschaften wie Bayern 4:0 zu verlieren kann an einem schlechten Tag passieren, gegen den wahrscheinlichen Absteiger unentschieden zu spielen aber darf es nicht. So gewinnt man nichts.
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Füdlifingerfritz
27.11.2019 16:10registriert March 2018
Daumen drücken für Favre und den BVB ist angesagt. Gleichwohl befürchte ich, dass noch vor Weihnachten jemand anders an der Seitenlinie steht.
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