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Mathias Seger und Marco Wölfi geniessen das Bad in der Menge.  bilder: Keystone

Die irren Geschichten von Seger und Wölfli

Zwei Kultfiguren krönen ihr bevorstehendes Karriereende mit einem Titel: Die speziellen Meistergeschichten von ZSC-Legende Mathias Seger und YB-Institution Marco Wölfli.

Marcel kuchta, markus brütsch / Aargauer Zeitung



Macht das Sinn? Die Vertragsverlängerung mit Mathias Seger wird im Februar 2017 zum Politikum bei den ZSC Lions. Die sportliche Führung der Zürcher will die Zusammenarbeit mit dem Kultspieler und somit dessen Karriere beenden. Doch Klub-Patron Walter Frey spricht ein Machtwort. Seger bleibt, ist aber nicht mehr Captain. Wird das gut gehen? Wird er zur «Lame duck», die sportlich nur noch eine Nebenrolle spielt und dafür die Hierarchie innerhalb der Mannschaft durcheinanderbringt?

ZUM RUECKTRITT DES SCHWEIZER EISHOCKEYSPIELERS MATHIAS SEGER NACH DEM PLAYOFF-FINAL 2017/18 STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Zuerichs Mathias Seger schimpft mit seinen Teamkollegen im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und den ZSC Lions am Freitag, 24. Oktober 2014, in der PostFinance-Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Mathias Seger, wie man ihn kennt, als unermüdlicher Antreiber. Bild: KEYSTONE

Zur Person: Mathias Seger (40)

Im Sommer 1999 wechselte der Uzwiler Mathias Seger als damals 21-jähriger Jungspund von den Rapperswil-Jona Lakers zu den ZSC Lions. Dort etablierte er sich auf Anhieb als grosse Verstärkung. Bereits in seiner ersten Saison in Zürich wurde er Meister. Es folgten fünf weitere Titelgewinne. Zusätzlich bestritt er für die Schweizer Nationalmannschaft 16 WM- und 4 OlympiaTurniere (305 Länderspiele). Insgesamt absolvierte «Segi» über 1000 NLA-Spiele allein für die Lions. Jetzt tritt «Segi» in den Ruhestand und geht mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern erst einmal auf einen dreimonatigen Australien-Trip.

Kann der das noch? Als sich YB-Stammgoalie David von Ballmoos im Januar im Training eine schwere Schulterverletzung zuzieht, treten viele Skeptiker auf den Plan. Muss YB mit diesem Ausfall seine Titelambitionen abschreiben? Der 35-jährige Stellvertreter Marco Wölfli kann zwar viel Erfahrung in die Waagschale werfen, aber vier Jahre lang ist er fast ohne Spielpraxis geblieben. «Ich mache mir keine Sorgen. Ich habe immer seriös trainiert und fühle mich in Form», sagt Wölfli vor dem Rückrundenstart.

YBs Goalie Marco Woelfli, Gregory Wuethrich und Roger Assale, von links, feiern in der Garderobe ihren Meistertitel  nach dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen den Berner Young Boys und dem FC Luzern, am Samstag, 28. April 2018, im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Marco Wölfli entpuppt sich als Feierbiest. Bild: KEYSTONE

Zur Person: Marco Wölfli (35)

32 Jahre lang hat YB auf einen Meistertitel gewartet. Ungefähr die Hälfte so lang Marco Wölfli, der am 16. August 2002 seinDebüt in der Nationalliga A gab und mittlerweile auf weit über 400 Pflichtspiele für die Young Boys kommt. Mit Ausnahme einer einzigen Saison in Thun verbrachte er seine gesamte Profizeit bei YB. Elfmal hat er das Tor der Schweizer Nationalmannschaft gehütet. Von den 60 gegen ihn getretenen Penaltys hat er zwölf abgewehrt. Den Wichtigsten am Samstag gegen Luzern, als er den Schuss von Gvilia an die Latte lenkte. Der 35-Jährige ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Mathias Seger fügt sich nahtlos in das Zürcher Kollektiv ein. Auf dem Eis spielt er, im Gegensatz zu den vorangegangenen 18 Saisons, nur noch eine bescheidene Rolle, hat kaum Einfluss auf das sportliche Wohlergehen des Teams. Und ist deshalb auch kein Stabilisator mehr, der die inkonstant auftretenden Lions während der Saison auf Kurs halten kann. Aber er spielt – besonders während der Playoffs – seinen Part als Antreiber und Bezugsperson für die jüngeren Spieler perfekt und ist neben dem Eis ein wertvoller Teamplayer. Am Ende darf er zum sechsten Mal den Meisterpokal in die Höhe stemmen.

Segers Meisterrede:

Jahrelang gilt Marco Wölfli als Synonym für «Veryoungboysen». Seit bald 20 Jahren ist er im Verein, einen Titel aber kann er bis zum vergangenen Samstag nicht gewinnen. Im Gegenteil: Bei zwei Meisterschaften und zwei Cupfinals ist er nahe dran, aber eben, nur nahe. Die entscheidenden Spiele gehen verloren. Jetzt ist er zum Winner geworden: In 19 Einsätzen in dieser Saison hat er den Platz kein einziges Mal als Verlierer verlassen. Das «Veryoungboysen» ist weg.

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Das Meister-Video von YB-Fotograf Thomas Hodel. Video: YouTube/BSC Young Boys

Im Final sind die Spieler der ZSC Lions auf einer speziellen Mission: Sie wollen diesen Titel auch für ihre abtretende Legende holen. Trainer Hans Kossmann setzt Seger in der Finalserie zunächst auf die Tribüne, nimmt ihn dann aber wieder aufs Matchblatt: «Ich dachte, es wäre vielleicht Zeit, dass Seger zumindest auf der Bank ist und seine Leidenschaft einbringen kann.» Der Plan geht auf. Im entscheidenden Spiel darf «Segi» die letzten 20 Sekunden aufs Eis – und damit den Triumph in Lugano als einer der Ersten geniessen.

Zurich's player Patrick Geering, right, gives the trophy to teammate Mathias Seger, left, after winning the Swiss championship title, during the seventh match of the playoff final of the National League of the ice hockey Swiss Championship between the HC Lugano and the ZSC Lions, at the ice stadium Resega in Lugano, on Friday, April 27, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Captain Geering übergibt Seger den Pokal Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Niemand, der Wölfli den Triumph nicht gönnen würde. Der Solothurner ist ein Beispiel für Klubtreue. Als er 2014 seinen Platz wegen einer Verletzung an den talentierten Yvon Mvogo verlor und diesen später nicht mehr verdrängen kann, begehrt er nicht auf, sondern hilft dem Konkurrenten, wo er nur kann. Trainer Adi Hütter sagt: «Marco hat die grossartigste Geschichte geschrieben. Mit der Krönung, dass er diesen Elfmeter abwehrt und noch einmal die Emotionen geschürt hat, die uns schliesslich zum Sieg und Titel getragen haben.»

Berns Torhueter Marco Woelfli feiert auf dem Balkon des Stadions, nach dem Super League Spiel zwischen dem BSC Young Boys Bern und dem FC Luzern, am Samstag, 28. April 2018 im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Wölfli mit dem wohlverdienten Siegerstumpen. Bild: KEYSTONE

Mathias Seger feiert seinen sechsten Meistertitel und sein Karrierenende auf fremdem Eis. Die Freude ist auch in der Resega, wo er während seiner Karriere so manche «Schlacht» ausgetragen hatte, riesig. Er stemmt den Pokal zusammen mit seinem Nachfolger als ZSC-Captain, Patrick Geering, in die Höhe. Seine Teamkollegen feiern mit extra angefertigten Seger-Gesichtsmasken. «Das ist das Schönste, was es gibt. Wenn du als Meister abtreten kannst, fällt dir gar nichts schwer», sagt Seger. Es ist ein Happy-End in jeder Beziehung.

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Das Meister-Special der ZSC Lions. Video: YouTube/zsclionstv

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere, gefeiert von 30'000 Fans im Stade de Suisse, sagt Marco Wölfli: «Es geht mir nicht schlecht. Wir haben drei wichtige Punkte geholt.» Um nach diesem köstlichen Scherz gleich nachzulegen: «Ich weiss nicht, was ich sagen soll. Dieses Märchen ist einfach unglaublich. Beim Penalty bin ich in die richtige Ecke gehechtet, brachte einen Arm nach oben und der Ball ging an die Latte. Nun wusste ich: Jetzt schaffen wir es!»

So feierte YB den ersten Meistertitel seit 32 Jahren

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