Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bundesraetin Viola Amherd, links, spricht an der Seite von Bundesrat Guy Parmelin, zweite-links, Bundesrat Ueli Maurer, zweite-rechts, und Andre Simonazzi, Bundesratsprecher, rechts, an einer Medienkonferenz des Bundesrates am Mittwoch, 18. November 2020, im Medienzentrum Bundeshaus in Bern. Auch in der zweiten Coronavirus-Welle kommt der Zivilschutz zum Einsatz. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung am Mittwoch beschlossen, den Kantonen zur Bewaetigung der Krise ein Kontingent von maximal 500'000 Diensttagen zur Verfuegung zu stellen.(KEYSTONE/Anthony Anex)

Sportministerin Amherd an der Medienkonferenz heute in Bern. Bild: keystone

Amherd betont: «Wollen den Sport in der Krise nicht untergehen lassen»

Mit den à-fonds-perdu-Beiträgen für professionelle und halbprofessionelle Mannschaftsport-Klubs will der Bundesrat dafür sorgen, dass in der Krise die Sportstrukturen nicht untergehen. Ohne sie wären die Nachwuchsförderung und der Frauensport in Gefahr, sagte Sportministerin Viola Amherd.



Klubs und Verbände, die einen à-fonds-perdu-Beitrag erhalten, müssen sich unter anderem verpflichten, ihre Strukturen für die Nachwuchsförderung und die Förderung des Frauensports während mindestens fünf Jahren auf dem Niveau von vor der Krise zu halten.

Indem die Klubs nur noch Geisterspiele durchführen dürften, verlören sie ihre wichtigsten Einnahmequellen, sagte Amherd am Mittwoch in Bern vor den Medien. Verlorene Einnahmen aus Sponsoring, Gastronomie oder Merchandising ersetze der Bund nicht.

Dies bedeutet anhand eines Beispiels: In der Super League wird den Young Boys, deren Spiele von durchschnittlich über 25'000 Zuschauern besucht werden, ein höherer Anteil zugesprochen werden als etwa dem FC Lugano, der einen Zuschauer-Durchschnitt von nur rund 4000 vorweist und dem durch ein Geisterspiel ein kleinerer Schaden erwächst.

Sion's players arrive on the pitch, prior the Super League soccer match of Swiss Championship between Servette FC and FC Sion, at the Stade de Geneve stadium, in Geneva, Switzerland, Monday, August 3, 2020. All Super League soccer matches of Swiss Championship are played to behind the semi closed doors (only 1000 persons can be present in the stadium) due to preventive measure against a second wave of the coronavirus COVID-19. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Leere Fussballstadien: Sion beim Gastspiel in Genf. Bild: keystone

Geld im Budget 2021

Die Beiträge werden den Klubs pro Spiel ab dem 29. Oktober – seither müssen Geisterspiele ausgetragen werden – ersetzt. Pro Spiel werden bis zu zwei Drittel der durchschnittlichen Ticketeinnahmen des Klubs in der Saison 2018/2019 übernommen. Effektive Einnahmen aus allfälligen Ticketeinnahmen ab dem 29. Oktober werden abgezogen.

Die Sportklubs hätten für die Gesellschaft eine grosse Bedeutung, begründete Amherd den Einsatz von Steuermitteln für die Beiträge. Und auch wirtschaftlich sei der Profi-Mannschaftssport von Bedeutung. Rund 100'000 Stellen hingen von ihm ab.

Im Budget 2021 sind nach Angaben von Amherd für die Klubs der Profi- und der Halbprofi-Ligen 175 Millionen Franken für zinslose Darlehen eingestellt. Davon soll der Bund bis höchstens 115 Millionen Franken à-fonds-perdu vergeben können. Die verbleibenden 60 Millionen können weiterhin als zinslose Darlehen vergeben werden können.

Hohe Löhne kürzen

Lohnkürzungen und ein Verzicht auf Dividenden während fünf Jahren sind weitere Bedingungen für à-fonds-perdu-Beiträge. Löhne über dem versicherten Verdienst in der obligatorischen Unfallversicherung – laut Amherd derzeit 148'000 Franken im Jahr – müssen auf diesen Höchstbetrag begrenzt oder um mindestens 20 Prozent gekürzt werden.

Mehr zum Thema:

Im Moment habe der Bund keine Übersicht über die Spielerlöhne, sagte Amherd auf eine Journalistenfrage. Die Klubs müssten bei einem Antrag die Zahlen auf den Tisch legen. «Das Gros ist in einem korrekten Rahmen», sagte sie und verwies auf die Verträge mit den Spielern. Diese müssten einsichtig sein. Die Klubs müssen der Landesregierung jährlich über die Einhaltung der Bedingungen Bericht erstatten.

Swiss Olympic begrüsst das bundesrätliche Entgegenkommen für den Sport. In einem Communiqué des Dachverbandes heisst es: «Der Entscheid ist im Sinn des Schweizer Sports. Der kommerzielle Sport ist besonders stark von der Coronakrise betroffen, und die Entwicklung in den vergangenen Monaten zeigt, dass er diese Möglichkeit zur Unterstützung braucht. Spätestens nachdem aufgrund der zweiten Corona-Welle erneut keine Zuschauer mehr im Stadion erlaubt sind. Je nachdem, wie sich die epidemiologische Lage in den kommenden Monaten entwickelt, verschärft sich die Situation für den professionellen und den semiprofessionellen Sport zusätzlich.» (ram/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So kam das Coronavirus in die Schweiz – eine Chronologie

So fährt man im Skigebiet Titlis-Engelberg trotz Corona Ski

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Die NHL-Saison 2020/21 – Bubbles, vorerst kein Lohn und ein 100-Tage-Minimum

Die NHL-Saison 2020/21 hat nach wie vor nicht begonnen. Nun lichtet sich der Nebel ein wenig und erste Strukturen des geplanten Spielbetriebes sind zu erkennen. Bis gespielt wird, bekommen die Spieler keinen Lohn.

Klar ist: Die Saison 2020/21 soll gespielt werden. Damit das möglich ist, muss der Start spätestens Anfang Februar erfolgen. Nur so ist noch eine minimale Regular Season mit rund 60 Partien pro Team möglich. Dafür sind 100 Tage erforderlich.

Bevor die Olympischen Sommerspiele am 23. Juli 2021 in Tokyo beginnen (so sie denn durchgeführt werden können…), müssen die Playoffs beendet sein. Die TV-Einschaltquoten – eine der Energiequellen dieses Geschäftes – waren letzte Saison miserabel, …

Artikel lesen
Link zum Artikel