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FC Sion

Corona: Spieler der Super League reagieren skeptisch auf Impf-Zwang

Sions Torhueter Kevin Fickentscher, rechts, im Halbfinalspiel des Schweizer Fussball Cup zwischen dem BSC Young Boys und dem FC Sion, am Sonntag, 9 August 2020, im Stadion Wankdorf in Bern. (KEYSTONE/ ...
Sions Torhüter Kevin Fickentscher sagt: «Der Sport sollte uns nicht etwas aufzwingen dürfen».Bild: keystone

Spieler der Super League reagieren skeptisch auf Impfzwang – oder dürfen nichts dazu sagen

Die Impfvorschläge der Vereinigung der Schweizer Fussballer stossen nicht überall auf Gegenliebe. Auch nicht bei den eigenen Klienten.
31.12.2020, 10:2931.12.2020, 10:29
Markus Brütsch, Patricia Loher und Rainer Sommerhalder / ch media

Die Vereinigung der Schweizer Fussballer (SAFP) verlangt ab dem Zeitpunkt einer frei verfügbaren Impfmöglichkeit gegen Corona einen Impfnachweis für den Besuch von Spielen. Ebenfalls schlägt sie vor, im Rahmen des Schutzkonzepts alle Spieler, den gesamten Staff und alle Stadionmitarbeiter obligatorisch zu impfen. Wie aber reagieren die Betroffenen auf diese Forderungen der Spielergewerkschaft?

«Ich befasse mich nicht mehr so stark mit Corona», sagt Luganos Keeper Noam Baumann. Der Grund: Die Tests hätten bei ihm unterschiedliche Ergebnisse angezeigt und er wisse deshalb bis heute nicht, ob er infiziert gewesen sei.

Andere Profis, die während ihren Ferien erreichbar waren, hatten sich noch keine definitive Meinung gebildet, äusserten sich zurückhaltend oder wurden vom Medienchef zurückgepfiffen. Mit dem Argument, das Thema sei zu heikel und die Spieler in diesem Fall nicht die richtigen Ansprechpersonen. Als ob diese keine mündigen Bürger mit dem Recht auf freie Meinungsäusserung wären.

«Fans und Spieler sollten nicht mit einer Impfpflicht belegt werden.»
Mijat Maric, FC Lugano

YB-Regisseur Michel Aebischer sagte, noch keine konkreten Informationen erhalten zu haben, wie das mit den Impfungen ablaufen würde; grundsätzlich sei er nicht gegen Impfungen, aber er müsse noch mehr wissen, um etwas dazu sagen zu können.

Mijat Maric vom FC Lugano denkt, dass Ärzte, Pflegepersonal und Risikopatienten geimpft werden sollten, nicht aber zwingend gesunde Leute aus dem normalen Leben. «Ich bin für Selbstbestimmung. Auch jene sollten ins Stadion dürfen, die sich nicht impfen lassen. Auch wir Spieler sollten nicht mit einer Impfpflicht belegt werden.»

Kevin Fickentscher, Goalie des FC Sion, denkt ähnlich. «Wir wissen noch wenig über diesen Impfstoff. Wie er wirkt, wie sicher er ist. Ich bin der Meinung, jeder solle persönlich entscheiden können, was er tun will, ob er sich impfen lässt oder nicht. Die Gesundheit und die Familie stehen über dem Sport. «Der Sport sollte uns nicht etwas aufzwingen dürfen», sagt Fickentscher.

«Wir werden die Impfthematik auch mit unseren Spielern besprechen, uns aber sicher von Experten beraten lassen.»
Matthias Hüppi, Präsident FC St.Gallen

Wie aber denkt man in den Chefetagen über die Ideen der SAFP? Matthias Hüppi, Präsident des FC St.Gallen, sagt: «Die Thematik ist sehr sensibel. Wir haben uns dazu noch keine Meinung gebildet. Klar ist, dass wir alles dafür tun, um unsere Fans wieder ins Stadion zu lassen. Denn die Frage der Verhältnismässigkeit ist definitiv nicht vom Tisch. Null Zuschauer bei St.Gallen gegen YB, dafür ein vollbesetztes Parkhaus und volle Rolltreppen an einem Shoppingtag im gleichen Zeitraum. So kann das auf die Länge nicht funktionieren.»

Auch zu möglichen Impfvorgaben für das Team bleibt Hüppi vage: «Wir werden die Impfthematik auch mit unseren Spielern besprechen, uns aber sicher von Experten beraten lassen.»

Claudius Schäfer, CEO der Swiss Football League, sagt: «Wie auch in den letzten Monaten äussern wir uns nicht zu Statements der SAFP. Wir sind zu diesem Thema mit dem BAG im Gespräch.» Dort will man sich zu konkreten Fragen nicht äussern. Man müsse bedenken, dass das Impfen erst gestartet hat. Es werde noch einige Monate dauern, bevor man entsprechende Schutzkonzepte umsetzen könnte.

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