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Mourinho griff gegen Leipzig auf seine alte Taktik zurück – ohne Erfolg.
Mourinho griff gegen Leipzig auf seine alte Taktik zurück – ohne Erfolg.Bild: EPA

Werners Wechselgerüchte, Mourinhos Bus und «ein Duell mit einem Gewehr ohne Munition»

RB Leipzig überrumpelt Tottenham in der Champions League. «Spurs»-Trainer José Mourinho fällt dabei in alte Fahrwasser zurück und zieht kuriose Vergleiche. Und Leipzigs Matchwinner Timo Werner verwirrt die eigenen Fans mit Wechselgerüchten.
20.02.2020, 10:0420.02.2020, 12:43

Beim allerersten Auftritt des Vereins in der K.o.-Phase der Champions League bezwingt RB Leipzig Tottenham Hotspur auswärts mit 1:0. Es war ein begeisternder Auftritt des «Dosenklubs» aus Sachsen. Die Truppe von Trainer Julian Nagelsmann dominierte die «Spurs» von der ersten Minute an.

Doch so beeindruckend der Auftritt der «Roten Bullen» auch war, so enttäuschend war das Gezeigte der englischen Hausherren. Am Ende durfte sich die Mannschaft beim herausragenden Goalie Hugo Lloris bedanken, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel.

Es schien, als würde José Mourinho in alte Fahrwasser geraten. Der berühmte Mourinho-Bus feierte sein Comeback und fand einen Parkplatz direkt vor dem Tottenham-Tor. Sein Team spielte von Beginn weg extrem passiv und verteidigte phasenweise mit allen Feldspielern im und um den eigenen Strafraum. Die wenigen Chancen, die sich die «Spurs» erarbeiteten (insgesamt waren es drei Torschüsse) kamen mehrheitlich nach Standardsituationen.

«Gewehr ohne Munition»

Dass Mourinho es auch anders kann, hat er eigentlich zuletzt bewiesen. In den letzten fünf Pflichtspielen erzielte Tottenham elf Tore – und das ohne Goalgetter Harry Kane. Doch das nun auch noch Flügelstar Heung-min Son ausfällt, war für den Portugiesen eine gewichtige Absenz zu viel.

So erklärte der Spurs-Coach nach dem Spiel in einem kuriosen Vergleich: «Wir haben nicht die Waffen wie Leipzig: Sie haben Nkunku, Schick und Werner, dazu kommen Forsberg und Poulsen. So ist nun mal unsere Situation – es ist, wie wenn man zu einem Duell geht mit einem Gewehr, aber ohne Munition.»

«Das Ergebnis macht mir Hoffnung, ein 1:0 ist kein 10:0.»
José Mourinho
Mourinho war nach dem Schlusspfiff sichtlich genervt.Video: YouTube/BT Sport

Wobei ganz ohne Star-Power war Tottenham ja nicht. Aber weder Giovani Lo Celso noch Lucas Moura oder Dele Alli konnten das Spiel an sich reissen. Letzterer wurde nach 64 Minuten ausgewechselt und war sichtlich verärgert darüber. Auch wenn Mourinho zu erklären versuchte: «Er war sauer wegen seiner Leistung, nicht auf mich.»

Dennoch schien der Tottenham-Trainer zufrieden mit seiner Mannschaft. Sie habe alles versucht, sei vor allem in der Schlussphase aber auch immer wieder an Leipzig-Keeper Peter Gulacsi gescheitert. Der Portugiese bleibt jedenfalls optimistisch: «Das Ergebnis macht mir Hoffnung, ein 1:0 ist kein 10:0. Wir wären nicht das erste Team, das sich nach einer solchen Niederlage noch qualifiziert.»

Auch Julian Nagelsmann denkt bereits an das Rückspiel, aber nicht ohne vorher seine Mannschaft noch einmal zu loben: «Wir waren sehr geduldig. Wir haben nicht die Brechstange herausgeholt, sondern sind es kontrolliert angegangen. Der Sieg hätte gar noch höher ausfallen können. Jetzt müssen wir zuhause genau so auftreten.»

Werner verwirrt mit Liverpool-Gerüchten

Matchwinner für RB war Timo Werner. Der 23-jährige Stürmer war zuletzt 451 Minuten in Serie ohne Torerfolg geblieben. Gegen Tottenham vergab er zuerst auch die eine oder andere Grosschance, bis er in der 58. Minute einen Penalty souverän verwandelte. «Ich habe alles in den Schuss reingehauen als wäre es mein letzter heute und das hat gut geklappt», erklärte der deutsche Nationalspieler nach dem Schlusspfiff.

Er ist nun auch der erste Spieler in der Champions-League-Geschichte, der seine ersten sieben Treffer in der Königsklasse allesamt auswärts erzielte.

«Ich weiss, dass in Liverpool viele gute Spieler spielen und ich mich verbessern muss, um dort zu spielen.»
Timo Werner

So sehr sich die Leipzig-Fans über Werners Tor gefreut haben, so sehr dürften sie verwundet gewesen sein über die Aussagen ihres Topstürmers danach.

Angesprochen auf die Gerüchte, dass er zu Liverpool wechseln könnte, meinte Werner zuerst diplomatisch: «Dass Gerüchte, auch in Richtung Liverpool, aufgekommen sind, macht einen stolz.» Nur um danach anzufügen: «In so einem Spiel vergisst man die Gerüchte, danach kann man sich wieder damit beschäftigen. Am Wochenende muss man es dann wieder zeigen, dass dann auch Liverpool-Fans schreiben: ‹Super Spiel von mir.›»

Und auch gegenüber dem norwegischen TV-Sender «Viasport» ergänze Werner noch: «Ich weiss, dass in Liverpool viele gute Spieler spielen und ich mich verbessern muss. Ich muss noch viel lernen, um auf dieses Level zu kommen und dort zu spielen.» Nachdem der Stürmer die eigenen Fans hat jubeln lassen, lässt er sie nun also auch noch zittern.

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