«Warum pfeift so einer?»: Diese Schiri-Entscheidungen sorgen für Kopfschütteln
Nach dem 5:4-Spektakel zwischen Paris Saint-Germain und Bayern München ging es im Hinspiel des zweiten Champions-League-Halbfinals wie erwartet ruhiger zu und her. Atlético Madrid und Arsenal trennten sich 1:1 unentschieden und nach der Partie wird besonders über eine Person gesprochen: Danny Makkelie. Der niederländische Schiedsrichter musste gleich mehrmals in strittigen Szenen entscheiden.
Lange Zeit war in Madrid wenig bis gar nichts los. Dies änderte sich allerdings in der 41. Minute, als Arsenals Viktor Gyökeres im gegnerischen Strafraum von David Hancko nach einem Schubser umgehauen wurde. Ohne zu zögern zeigte Makkelie auf den Punkt und blieb auch bei diesem Entscheid.
Während für blue Schiedsrichter-Experte Urs Meier alles richtig entschieden wurde, sieht es der ehemalige Fussballer Mladen Petric anders: «Man sieht, dass der Stürmer mit beiden Beinen schon in der Luft ist, als es zum Kontakt kommt. Wenn es für sowas jedes Mal einen Penalty gibt, darfst du im Strafraum gar nicht mehr in den Zweikampf gehen.» Den fälligen Elfmeter verwandelte der gefoulte Gyögeres selbst und schoss die Gunners in Führung.
Nach der Pause ging es nicht lange, bis es zur nächsten kniffligen Situation kam. Arsenal-Verteidiger Ben White bekam den Ball im eigenen Strafraum unglücklich an die Hand. Zunächst liess der Unparteiische weiterspielen, wurde vom VAR aber aufgefordert, sich die Situation nochmals anzuschauen, und änderte danach seinen Entscheid.
Nun war aber auch Schiri-Experte Meier unzufrieden mit diesem Entscheid. Für den 67-Jährigen war klar, dass Makkelie nach dem ersten Entscheid unter Druck stand, und er kritisierte auch, dass der Niederländer die Situation nicht richtig sah, da er ungünstig stand. «Ich bin überhaupt nicht zufrieden mit seiner Leistung. Diese Körpersprache, keine Klarheit, alles wischiwaschi», wurde Meier deutlich. Julian Alvarez war dies alles egal und er glich die Partie aus.
In der Schlussviertelstunde zeigte dann Makkelie selbst wieder auf den Punkt. Nachdem Eberechi Eze von David Hancko zu Fall gebracht worden war, entschied der Niederländer zum zweiten Mal auf einen Elfmeter für Arsenal. Dies zum Unmut der Heimfans und auch des Atlético-Trainers Diego Simeone. Der Argentinier stand wild fuchtelnd an der Seitenlinie und sorgte für ein wahres Schauspiel.
Makkelie selbst schaute sich die Szene mehrmals an und schlussendlich nahm er den Elfmeter zurück. Arsenal-Trainer Mikel Arteta wütete nach der Partie gegenüber DAZN: «Was ich nicht verstehe und was mich richtig traurig macht – wie zur Hölle kann dieser Elfmeter zurückgenommen werden? Ich verstehe das nicht. Es ist ein klarer Elfmeter, den musst du geben. Ich weiss nicht, warum man an den Bildschirm gehen muss, um sich die Szene unzählige Male anzuschauen.»
Damit ist Arteta nicht allein. Urs Meier kann auch nicht nachvollziehen, warum der Schiedsrichter seine Meinung änderte. «Er hat eine gute Sicht auf die Aktion und gibt sofort Elfmeter. Irgendwas muss er ja gesehen haben. Dann kommt der VAR – und dann nimmt er den Penalty zurück», erklärt Meier im blue-Studio und stellt klar, dass der Video-Schiedsrichter nur eingreifen sollte, wenn es auch ein klarer Fehlentscheid ist. Der genervte Meier stellte sich sogar die Frage: «Warum pfeift so einer in einem Champions-League-Halbfinal?!»
Die Partie in Madrid endete schlussendlich mit einem 1:1 und es bleibt vor dem Rückspiel alles offen. Dieses findet am kommenden Dienstag um 21 Uhr im Emirates Stadium statt. (riz)
