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Vue aerienne de l'UEFA Centre sportif de Colovray qui comprennent six terrains de football, un terrain de rugby et d'une piste d'athletisme, ce vendredi 10 janvier 2020 a Nyon. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Unweit des Genfersees wird in Nyon um einen Platz in der Champions League gespielt. Bild: KEYSTONE

Corona-Extrawurst für Shaqiris Kosovo-Lieblingsteam

Während die Fussballwelt dem Restart der Champions League heute Abend entgegenfiebert, beginnt morgen bereits die Ausgabe der nächsten Saison. Im Kanton Waadt spielt auch eine Mannschaft aus dem Kosovo – und dies, ohne dass ihre Spieler in Quarantäne mussten.



Es ist nicht die ganz grosse Fussballwelt. Aber es sind Spiele der Champions League, die ab morgen Samstag in Nyon ausgetragen werden. In den Halbfinals der Vorrunde trifft Tre Fiori aus San Marino auf Linfield (Nordirland), während Drita aus dem Kosovo den andorranischen Meister Inter Club d'Escaldes fordert.

Wegen der Corona-Pandemie werden Halbfinals und Final, dessen Sieg zur Teilnahme an der 1. Qualifikationsrunde berechtigt, auf neutralem Boden ausgetragen. Die UEFA entschied sich für Nyon, dort hat der europäische Fussballverband seinen Hauptsitz.

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Erinnerungsfoto: Die Delegation des KF Drita unterwegs in die Schweiz.

Doch einer der vier beteiligten Klubs beschäftigte die Behörden. Der KF Drita kommt aus dem Kosovo und damit aus einem Land, das auf der Corona-Risikoliste des Bundes steht. Und das bedeutet, dass alle, die aus einem solchen Staat in die Schweiz einreisen, für zehn Tage in Quarantäne müssen.

Ausnahmebewilligung für Fussballer

Theoretisch gilt dies für alle Personen – schliesslich macht das Virus vor niemandem Halt. Doch das Team aus der kosovarischen Stadt Gjilan, dem Geburtsort des Schweizer Nationalspielers Xherdan Shaqiri, reiste erst heute in die Schweiz.

Es ist also unmöglich, bis zum Anpfiff morgen um 18 Uhr zehn Tage in Quarantäne zu verbringen. Doch das müssen die Fussballer auch gar nicht. Ihre Anreise am Tag vor dem Match sei dank einer Ausnahmebewilligung der Waadtländer Kantonsbehörden möglich, teilte die UEFA auf Anfrage von watson mit.

Xherdan Shaqiri ist ein Fan der «Intellektuellen», so der Spitzname des Klubs.

Sämtliche Tests negativ

Dieses Vorgehen ist in der Covid-19-Verordnung des Bundes geregelt. Darin wird festgehalten, dass Ausnahmen von der Quarantänepflicht möglich sind. Die zuständige kantonale Behörde kann eine Ausnahme in begründeten Fällen bewilligen oder Erleichterungen gewähren.

Der Entscheid der Waadtländer Behörden basiere auf dem Schutzkonzept des Verbandes, lässt die UEFA-Medienstelle ausrichten: «Das Protokoll erklärt im Detail die strengen Test-, Hygiene- und Abstandsanforderungen sowie die Notwendigkeit, sich ausser beim Spielen und Trainieren jederzeit im Hotel einzuschliessen.»

Am Mittwoch hatte der Klub mitgeteilt, dass die gesamte Delegation, die in die Schweiz reist, auf Corona getestet worden sei. Keiner der Tests bei den 32 Spielern, Betreuern und Funktionären sei positiv ausgefallen.

Für Drita ist es das zweite Rendezvous mit der Champions League. Bei der ersten Teilnahme im Sommer 2018 gewannen die Kosovaren die Vorrunde dank Siegen über Santa Coloma (Andorra) und die Lincoln Reds (Gibraltar), ehe sie in der 1. Runde an Malmö FF scheiterten.

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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Randy Orton 08.08.2020 23:25
    Highlight Highlight Und nun gibt es bereits den ersten positiv getesteten Spieler, trotzdem wird gespielt. Der Kantonsarzt vom Kanton Waadt müsste für diese absolut unnötige Ausnahme eigentlich belangt werden, auch dafür, dass keine Wuarantäne verhängt wird, nachdem ein Spieler positiv getestet wurde. So gefährdet ein Kantonsarzt die Gesundheit seiner Bevölkerung, auf Kosten eines Fussballspiels zweier ausländischer Teams.
  • RandomNicknameGenerator 07.08.2020 20:44
    Highlight Highlight Bin mir grad nicht sicher, aber ist beruflicher Aufenthalt nicht eh von der Quarantäne befreit (so sinnlos das auch sein mag...)?
  • My Senf 07.08.2020 19:12
    Highlight Highlight 😂 Am Mittwoch hatte der Klub mitgeteilt, dass die gesamte Delegation, die in die Schweiz reist, auf Corona getestet worden sei.
    Lach mich schlapp
    Wo doch „ganz“ Europa diesen Wisch nicht akzeptiert da, na ja wo haben die überhaupt ein vertrauenswürdiges Labor 🧪
  • Don Alejandro 07.08.2020 18:01
    Highlight Highlight Die, die nach Freiheit und Normalität schreien haben immer noch nicht gemerkt, dass diese mit ihrem Verhalten genau in die gegenteilige Richtung steuern. Bizzeli Hirni ischalte...please...
  • simsalabasel 07.08.2020 17:49
    Highlight Highlight Glaubwürdig geht anders.
  • drüber Nachgedacht 07.08.2020 17:24
    Highlight Highlight Super

    Es gibt nicht sehr viele Profifussballer in der Schweiz. Aber schon unglaublich viele davon haben sich mit Corona angesteckt.

    Warum macht man gerade dort Ausnahmen.
  • Erklärbart. 07.08.2020 17:01
    Highlight Highlight Wusstet ihr dass die Besitzer des Klubs Schweizer sind (mit Wurzeln im Kosovo). Dazu müsst ihr nur den Präsidenten des Klubs googeln.
    • esmereldat 07.08.2020 18:53
      Highlight Highlight Und jetzt?
  • Raembe 07.08.2020 16:52
    Highlight Highlight Wow Shaqiri ist ein Fan dieses Vereins, muss er deswegen im Titel und Artikel erwähnt werden? Es trägt nichts wichtiges zum Inhalt bei. Ihr erwähnt ja auch nicht Roger Federer in jedem FC Basel Artikel.
    • Levi Vodica 07.08.2020 17:07
      Highlight Highlight 😂😂
  • Herren 07.08.2020 16:51
    Highlight Highlight Diesen Entscheid finde ich ziemlich nachvollziehbar, so lange die Teams nicht nach dem Spiel feiern gehen, resp isoliert bleiben.
  • Kanischti 07.08.2020 16:44
    Highlight Highlight Ein Fussballclub, der sich "Die Intellektuellen" nennt?

    Bitte sagt mir, dass das ironisch gemeint ist!
    • «Shippi» 07.08.2020 18:30
      Highlight Highlight Sie verstehen den Hintergrund nicht. «Drita» bedeutet Licht und war während der albanischen «Aufklärungszeit» (Rilindja) von 1800–1900 der Name vieler Kulturvereinigungen. Sehr bekannt ist die Zeitschrift «Drita» aus Shkodra, die jahrzehntelang für Bildung und Fortschritt im albanischen Kulturraum einstand und arbeitete. Ob das jetzt zu einem Fussballclub passt, ist natürlich jedem selbst überlassen. 🙂
  • reaper54 07.08.2020 15:59
    Highlight Highlight Da es geschäftlich ist hätte es nicht einmal eine Ausnahmebewilligung benötigt. Reisende, auch aus Risikogebieten, welche geschäftliche Gründe geltend machen dowie belegen können das sie innert 5 Tagen wider ausreisen sind von der Quarantänepflicht nicht betroffen.
  • Salamikönig 07.08.2020 15:50
    Highlight Highlight Ich finde das eigentlich kein Problem. Ich meine, wenn alle negativ auf das Coronavirus getestet worden sind, gibt es auch keinen Grund für eine 2 wöchige Quarantäne.
    • Phrosch 07.08.2020 16:47
      Highlight Highlight Salamikönig, dabei lässt du ausser acht, dass man schon infiziert und ansteckend sein kann, der Test aber noch nicht angibt. Ein gewisses Risiko bleibt also.
    • P. Meier 07.08.2020 22:49
      Highlight Highlight @Phrosch Wenn jemand ansteckend ist, dürfte die Virenlast für einen positiven Test ausreichen. Ein negativer Test gilt nur für den Moment und kann Tage später schon überholt sein. Die rel. langen Inkubationszeit und die damit zusammen hängende Quarantäbe begreifen einige leider nicht.
  • N. Y. P. 07.08.2020 14:45
    Highlight Highlight Super !

    Ich hoffe,
    dass alle, die in den Ferien in den Kosovo reis(t)en, diese Nationalmannschaft nicht zum Vorbild nehmen.
    Ach, wenn die das dürfen, machen wir das auch. Quarantäne ? Unwichtig.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 07.08.2020 14:56
      Highlight Highlight Bericht lesen, Bericht verstehen. Alles klar ?
    • freeLCT 07.08.2020 15:16
      Highlight Highlight @nadasagenwirjetzteinfachmal:
      Kommentar lesen, Kommentar verstehen. Alles klar?
    • P. Meier 07.08.2020 15:17
      Highlight Highlight Und warum nicht? Einreisen, im Hotel bleiben, ausreisen entspricht recht genau Enreisen, zu hause bleiben, wieder arbeiten/einkaufen usw. Die Unterschiede sind die Dauer des Hotel-/zu hause-Aufenthalt und dass die zweite Gruppe in der Schweiz bleibt.
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