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Warum beim FC Winterthur der Regenbogen vom Trikot verschwunden ist

28.02.2022 - Fussball Challenge League: FC Winterthur - Yverdon - Winterthur Sch
Der FCW hinterlegt seine Botschaft «Friede. Freiheit. Fussball.» mit den Farben der Ukraine.Bild: www.imago-images.de

Warum ausgerechnet beim FC Winterthur der Regenbogen vom Trikot verschwand

«Unser Herz schlägt Rotweiss. Unsere Welt ist bunt.» Mit dieser Message werden Besucher der Website des FC Winterthur begrüsst. In der Kabine kam die Botschaft offenbar nicht bei jedem an.
28.10.2022, 10:0528.10.2022, 13:14
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Im Sommer ist der FC Winterthur nach 37 Jahren wieder in die höchste Spielklasse zurückgekehrt. Auch in der Super League will der Verein für seine Werte einstehen: Toleranz, Vielfalt, Frieden, Freiheit. In neun Sprachen stellt der Klub seine Sozialcharta vor. Oberster Punkt: «Der FC Winterthur bringt Menschen aller Kulturen, Hautfarbe und sozialen Schichten zusammen.»

Um all dies zu unterstreichen plante der Aufsteiger, in einem speziellen Trikot zu spielen: Mit dem Klub-Logo über einem Regenbogen und einer kleine Regenbogenfahne auf dem Kragen. Es ist das Symbol für Diversität und Toleranz. Inspiriert wurde der FCW laut dem «Tages-Anzeiger» vom FC St.Pauli, als dessen Schweizer Ausgabe der FC Winterthur vielen gilt.

Team nicht über Aktion informiert

Nur: In einem Pflichtspiel kamen die Sondertrikots bisher nie zum Einsatz. Einzelne Spieler hätten dies aus persönlichen Gründen abgelehnt, schreibt die Zeitung. Rund um ein Testspiel hätten die Fussballer über den Regenbogen auf dem Trikot diskutiert.

Dieses Trikot ist mittlerweile ausverkauft.
Dieses Trikot ist mittlerweile ausverkauft.bild: fc winterthur

Klubsprecher Andreas Mösli verneint allerdings, dass einzelne Spieler ein Problem damit gehabt hätten, das Symbol der Schwulen- und Lesbenbewegung zu tragen. Man habe schlicht über zu wenig Trikots verfügt, sagt Mösli im «Tages-Anzeiger»: «Weil wir die Mannschaft nicht über die Sonderaktion informiert hatten, verschenkten einzelne Spieler bereits vor Saisonbeginn ihre Trikots an Bekannte und Verwandte.»

Mösli nimmt die Spieler in Schutz, von Verweigerung könne keine Rede sein. Es sei nie zu einer Konfrontation mit der Geschäftsführung gekommen. Dieser schreibt er den Fehler zu: «Wenn jemand gepatzt hat, dann wir, nicht die Spieler.»

Nach dem Aufstieg alle Hände voll zu tun

Dass mit der Mannschaft nicht über den Regenbogen auf dem Trikot geredet worden sei, liege an der grossen Herausforderung, die ein Aufstieg von der Challenge League in die Super League mit sich bringe. «Wir waren teilweise von all den Aufgaben überfordert und hatten gar keine Zeit, um das Thema mit der Mannschaft ausführlich zu besprechen», sagt Mösli, der in der Öffentlichkeit seit vielen Jahren als das Gesicht des FC Winterthur gilt.

Credit Suisse Super League Stadion Sch
FCW-Spieler feiern mit Fans in der Bierkurve.Bild: www.imago-images.de

Mittlerweile gibt es keine Sondertrikots mehr. Sie wurden im Fanshop verkauft – und waren angeblich in kurzer Zeit weg. Vielleicht folgt einmal eine neue Aktion. Andreas Mösli möchte dann die Spieler rechtzeitig mit ins Boot holen. Wichtig sei eine ausführliche Diskussion mit diesen. Zwingen, mit dem Regenbogen aufzulaufen, werde man indes keinen: «Damit überzeugt man niemanden, die Fronten verhärten sich eher noch.» (ram)

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39 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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felixJongleur
28.10.2022 10:34registriert Dezember 2014
Für mich sind diese Regenbogenaktionen mittlerweile nur noch Marketing. Null Substanz dahinter. Ich meine man darf ja wohl hoffen, dass man als Verein oder Einzelperson nicht diskriminierend wirkt. Umgekehrt sagt dieses oberflächliche Bekenntnis nichts darüber aus, ob die Menschen oder die Firma dahinter auch wirklich so denken und handeln.
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hans gwüsst
28.10.2022 11:52registriert Januar 2016
Wenn kein Spieler damit Probleme hatte, warum sei dann "eine ausführliche Diskussion" mit den Spielern wichtig? Irgendwie klingt das danach, dass man sich gegen aussen gerne anders gibt, als man dann wirklich ist.
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sceptical
28.10.2022 13:21registriert Juli 2022
tolerant zu sein und jeden menchen so zu akzeptieren wie er ist, egal ob schwarz oder weiss, reich oder arm, frau oder mann, dick oder dünn hat rein gar nichts mit diesen "marketing-farben" zu tun. und diese pseudo toleranten menschen die diese fahne schwingen aber absolut intolerant sind sobald jemand ihre meinung nicht teilt gehen mir mächtig auf den sack! seid es immer oder lasst es! und vorallem diskutiert nicht mehr darüber!
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