Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Switzerland's national soccer team head coach Vladimir Petkovic gestures during a training session before the upcoming UEFA Euro 2020 qualifying soccer matchs, at the Stade Olympique de la Pontaise in Lausanne, Switzerland, Tuesday, October 8, 2019. Denemark will play Switzerland for the UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match on October 12 in Copenhagen. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Vladimir Petkovic gibt die Taktik gegen Dänemark durch. Bild: KEYSTONE

Petkovics Mittel gegen die späten Gegentore der Nati: «Wir müssen cool bleiben»

Die Schweiz trifft am Samstag in der EM-Qualifikation in Kopenhagen auf Dänemark. Erinnerungen an das 3:3 vom März sind präsent. Ein weiteres Mal wollen die Schweizer keine späten Gegentore mehr zulassen.



Die Pressekonferenz verlief unspektakulär, so, wie es vor wichtigen Spielen eben üblich ist. Die letzte Wortmeldung aber stiess Vladimir Petkovic doch leicht sauer auf. Sie kam von einem dänischen Journalisten, und sie lautete: «Habt ihr ein Konzentrationsproblem?»

Die Frage zielte darauf ab, dass die Schweiz zuletzt wiederholt Gegentore in den Schlussminuten kassierte. Viermal passierte ihr das in den letzten zwölf Monaten, und weil der Übersetzer fälschlicherweise von den «letzten vier Spielen» sprach, erwiderte Petkovic zunächst schnippisch, man habe im letzten Spiel kein Gegentor bekommen. Es war das 4:0 gegen Gibraltar.

«Es ist klar, dass der Gegner dieses Thema aufgreift und darauf hofft, dass wir nicht bis zur letzten Minute bereit sind», fuhr Petkovic fort und meinte: «Wir müssen cool bleiben und unser Spiel bis zum Schlusspfiff durchziehen.»

Die Schlussminuten entpuppten sich in den letzten Monaten als wunder Punkt im Spiel der Schweiz. In der Nations League kassierte die SFV-Auswahl gegen Belgien das späte 1:2, gegen Portugal zwei Tore zum 1:3. In der EM-Qualifikation liess sie gegen Dänemark ab der 84. Minute die Tore vom 3:0 zum 3:3 zu, gegen Irland in der 85. den Ausgleich zum 1:1. Oft gingen den Gegentoren gute Auftritte voran. Es hat also durchaus mit dem Kopf zu tun. Zum Spiel gegen die Dänen in Basel meinte Loris Benito, der in der zweiten Halbzeit auf dem Feld stand: «Das Mentale spielte eine Rolle.»

Ein Unentschieden hilft der Schweiz mehr

Im Wissen, Portugal und Belgien in Bedrängnis gebracht und die Gegner in der EM-Qualifikation eigentlich im Griff gehabt zu haben, ist das Schweizer Selbstvertrauen vor den Tagen der Wahrheit intakt. Am Dienstag wird klar sein, ob die Schweiz näher an Nationen wie Belgien und Portugal oder Dänemark und Irland ist. Innert 75 Stunden bestreitet sie zwei entscheidende Spiele im Kampf um die EM-Teilnahme im kommenden Jahr.

Drei Punkte trennen die Teams, die in den bisherigen Direktbegegnungen jeweils Unentschieden gespielt haben. Die Schweiz ist Dritte, hat aber ein Spiel weniger absolviert.

Trotz zwei Unentschieden in vier Spielen präsentiert sich die Situation für die Schweiz vor dem Auftritt im Parken-Stadion von Kopenhagen günstig. Weil die Dänen zuletzt in Georgien patzten (0:0), ist die Schweiz weniger auf einen Sieg angewiesen als das Heimteam. Holt sie einen Punkt, würde sie auch ein erneutes Remis am Dienstag in Genf gegen Irland nicht aus der Bahn werfen.

Die Iren und die Dänen treffen am letzten Spieltag am 18. November noch aufeinander. Fährt die Schweiz am 15. November zuhause gegen die Georgien und drei Tage später in Gibraltar die budgetierten Siege ein, läge entweder Irland oder Dänemark in der Endabrechnung hinter der Schweiz. «In Dänemark dürfen wir nicht verlieren», sagte Captain Stephan Lichtsteiner. Kevin Mbabu forderte vier Punkte aus den beiden nächsten Spielen. Mit sechs Punkten wäre die Qualifikation vorzeitig geschafft, mit vier wäre sie Formsache.

Am Tag vor dem Duell gegen Dänemark nahmen sämtliche 23 Akteure am Training teil. Fabian Schär trainierte mit getaptem Knie. Am wahrscheinlichsten scheint, dass die Schweiz am Samstag in dem gut 38‘000 Zuschauer fassenden und ausverkauften Parken mit einer Dreierkette spielen wird. Rechts hinten geht die Tendenz Richtung Stephan Lichtsteiner. Im Zweiersturm sind Breel Embolo und Admir Mehmedi die Anwärter für den Platz neben Haris Seferovic. Sollte Schär ausfallen, könnte Rodriguez in die Dreierkette rücken und Benito aussen einspringen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Die Fussball-Rekordtorschützen der Top-Nationen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • John_Doe 12.10.2019 20:17
    Highlight Highlight Hat ja ganz toll geklappt...
  • rodolofo 12.10.2019 09:53
    Highlight Highlight So cool wie Petkovic (auch genannt "der Berner")?
    Etwas Feuer und Leidenschaft wären aber auch nicht zu verachten...
    So, wie beim ersten Spiel gegen die Dänen!
    Schade, dass der Ball-Zauberer Shakiri verletzungsbedingt nicht mitspielen kann.
    Was ist mit Embolo?
    Oh, Embolo Embolo Embolo Embolo, usw. (das bekannte Lied)
    Hoffentlich reklamiert Lichtsteiner nicht wieder zu viel und wird dann vom genervten Schiri vom Platz gestellt.
    • rodolofo 12.10.2019 17:23
      Highlight Highlight Fussballfans und Humor,
      Eine schwierige Beziehung...

Unvergessen

Bei der Tragödie im Heysel-Stadion werden 39 Fussballfans zu Tode getrampelt

29. Mai 1985: Als alles vorbei ist, werden 39 Todesopfer gezählt. 454 Menschen sind teils schwer verletzt. Die Massenpanik im Brüsseler Heysel-Stadion erschüttert die Fussballwelt in ihren Grundfesten.

Es ist ein herrlich milder und sonniger Frühsommertag in der belgischen Hauptstadt Brüssel. Beste äussere Bedingungen für ein grosses Spiel zwischen Liverpool und Juventus Turin im Europacup der Landesmeister. Alles deutet auf einen Final in ruhigen, geordneten Bahnen hin.

Niemand kann die Eskalation der Gewalt erahnen, die am Abend auf den Stehplatzrängen der altehrwürdigen Heysel-Arena zu einer der schlimmsten Katastrophen in der Geschichte des Sportes führen sollte.

Was geschah damals? Wie …

Artikel lesen
Link zum Artikel