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Ole Gunnar Solskjaer scheint mit seinem Latein am Ende zu sein.
Ole Gunnar Solskjaer scheint mit seinem Latein am Ende zu sein.Bild: keystone

Spielerrevolte gegen Solskjaer – wann ziehen die United-Bosse die Reissleine?

09.11.2021, 15:1109.11.2021, 15:34

Zuerst das 0:5 gegen im Old Trafford gegen Liverpool, nun das 0:2 gegen ManCity, das sich aufgrund der Dominanz des Stadtrivalen ebenfalls wie eine Kanterniederlage anfühlte – nie zuvor wurde Manchester United in zwei aufeinanderfolgenden Heimspielen in der Premier League derart gedemütigt. Die bittere Erkenntnis: Die Mannschaft von Trainer Ole Gunnar Solskjaer kann mit den Topteams momentan nicht einmal annähernd mithalten.

Die Highlights des Derbys gegen ManCity.Video: YouTube/Sky Sport Austria

Und auch sonst sieht die Bilanz der «Red Devils» ziemlich düster aus. Aus den letzten sechs Ligaspielen gab es nur einen Sieg, mit neun Punkten Rückstand auf Leader Chelsea und fünf auf einen Champions-League-Platz liegt der englische Rekordmeister derzeit nur auf Tabellenplatz 6 und damit weit hinter den eigenen Ansprüchen.

Nach Rang 2 in der Vorsaison und den kostspieligen Sommer-Transfers von Jadon Sancho, Raphael Varane und Cristiano Ronaldo erhoffte sich die United insgeheim, ein ernstes Wörtchen um den Titel mitreden zu können. Doch derzeit passt beim hinter ManCity zweitteuersten Team der Premier League wenig bis nichts zusammen.

Ronaldo trifft zwar auch für ManUnited regelmässig, doch seine Defensivarbeit lässt zu wünschen übrig.
Ronaldo trifft zwar auch für ManUnited regelmässig, doch seine Defensivarbeit lässt zu wünschen übrig.Bild: keystone

«Ich habe diese United-Spieler aufgegeben. Dieses 0:2 gegen ManCity war gefühlt das nächste 0:5. Es hat sich noch schlimmer angefühlt als die Pleite gegen Liverpool», wetterte Klub-Legende und TV-Experte Roy Keane am Wochenende bei «Sky». Pundit-Kollege Gary Neville ging gar noch einen Schritt weiter: «Das war eine Vernichtung. Manchester wurde zerstört. Das waren Prügel. Das ist für United-Fans nicht mehr auszuhalten.»

Nach dem «Pressing-Desaster» (Eurosport) gegen Liverpool wollten es die «Red Devils» gegen ManCity mit einem defensiv orientierten 3-4-1-2-System etwas gemächlicher angehen, doch auch das ging in die Hose. City dominierte im Old Trafford mit 67 Prozent Ballbesitz und 16:5-Abschlüssen nach Belieben, United schaffte es in 90 Minuten nur viermal in den gegnerischen Sechzehner.

Im Zentrum der Kritik steht nach der neusten Blamage vor allem Trainer Solskjaer. Öffentlich stärkte der Verein dem 48-jährigen Norweger zuletzt stets den Rücken, nach den jüngsten Resultaten wird die Luft für ihn aber immer dünner.

Am Wochenende wurde der einstige Publikumsliebling, dem auch als Trainer lange viel Vertrauen entgegengebracht wurde, von den eigenen Fans erneut mit Pfiffen eingedeckt und auch seine ehemaligen Teamkollegen wenden sich mittlerweile von ihm ab: Es sei Zeit, sich «erhobenen Hauptes» zu verabschieden, erklärte Rio Ferdinand bei «BT Sport». Und Neville legte nach: «Solskjaer hat nun ein paar Wochen Zeit, um das Ruder herumzureissen, ansonsten wird es eng für ihn.»

Der steigende öffentliche Druck ist aber offenbar nicht das einzige Problem von Solskjaer. Wie die britische Zeitung «Daily Mail» berichtet, gibt es mittlerweile auch innerhalb der Mannschaft eine Revolte gegen den Trainer. So soll beispielsweise Spielmacher Bruno Fernandes der Meinung sein, dass Solskjaer und seine Assistenten der Mannschaft keine klaren taktischen Vorgaben geben. Es seien zu viele junge Coaches mit zu wenig Erfahrung in die tägliche Arbeit involviert.

Fernandes und Solskjaer sind offenbar nicht überall gleicher Meinung.
Fernandes und Solskjaer sind offenbar nicht überall gleicher Meinung. Bild: keystone

Auch andere Spieler bezweifeln offenbar, dass der Trainer den Ansprüchen der Premier League gewachsen ist, und werfen ihm vor, seine Lieblinge innerhalb der Mannschaft zu haben. So gebe es beispielsweise kein Verständnis dafür, dass Captain Harry Maguire trotz seines Formtiefs jede Woche aufs Neue in der Startelf stehe.

Auch die Entscheidung, Marcus Rashford im Derby gegen ManCity einzuwechseln, obwohl er zuvor wegen einer Grippe nicht trainieren konnte, werde hinter verschlossenen Türen scharf kritisiert. Zudem stösst vielen der Umgang mit Neuzugang Jadon Sancho und Mittelfeldspieler Donny van de Beek sauer auf. Beide spielen in dieser Saison trotz unbestrittenem Talent keine grosse Rolle in Solskjaers Überlegungen und sitzen meist nur auf der Bank.

Zu Wort meldete sich gemäss «The Sun» auch Cristiano Ronaldo. Der 36-jährige Portugiese soll «geschockt» sein, in welch desolatem Zustand sich die «Red Devils» zwölf Jahre nach seinem Abgang sowohl spielerisch als auch mental befänden.

Auch wenn solche Berichte des englischen Boulevards stets mit Vorsicht zu geniessen sind: Viel spricht nicht mehr dafür, dass sich Solskjaer bei weiteren Misserfolgen noch länger im Sattel halten können wird.

Nach der Nati-Pause stehen Partien gegen Aufsteiger Watford, Leader Chelsea und das wieder erstarkte Arsenal an, dazwischen kommt es in der Champions League noch zum Schlüsselspiel bei Villarreal. Spätestens nach diesen vier Partien wird sich zeigen, ob Solskjaer und ManUnited noch eine gemeinsame Zukunft haben. Die Klubbosse werden die Länderspielpause aber definitiv nutzen, um schon mal nach einem geeigneten Nachfolger Ausschau zu halten. (pre)

Die Tabelle:

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