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England's Marcus Rashford celebrates scoring his side's fourth goal during the Euro 2020 group A qualifying soccer match between England and Montenegro at Wembley stadium in London, Thursday, Nov. 14, 2019. (AP Photo/Kirsty Wigglesworth)

Marcus Rashford als Torschütze im englischen Nationalteam. Bild: AP

Good-News

Schüler erhalten auch in den Ferien Essen – dank dem Einsatz von ManUtd-Stürmer Rashford



Rund 1,3 Millionen Kinder werden in Grossbritannien auch in den Sommerferien Mahlzeiten erhalten. Das verdanken sie und ihre Familien dem Engagement von Fussball-Nationalspieler Marcus Rashford.

Der 22-jährige Stürmer von Manchester United hatte sich mit einem öffentlichen Brief an die Politik gewandt. Er forderte dazu auf, Schulkindern nicht nur an Unterrichtstagen zu verpflegen, sondern auch in den Sommerferien. Es gehe dabei nicht um Politik, sondern um Menschlichkeit. Und: «Nahrungsmittel-Armut in England ist eine Pandemie, die sich über Generationen erstrecken wird, wenn wir jetzt nicht handeln.»

Nun ist Rashfords Wunsch entsprochen worden. Ursprünglich sollten die Kinder während der unterrichtsfreien Zeit kein Geld für Mahlzeiten erhalten.

Essensgutscheine auch in den Ferien

Premierminister Boris Johnson lobte das Engagement des Fussballers im Kampf gegen die Armut. Die Regierung werde rund 140 Millionen Franken zur Verfügung stellen, teilte sie mit. Rund 15 Prozent aller Schulkinder in England haben nach jüngsten Erhebungen Anrecht auf kostenlose Verpflegung in der Schule, weil ihre Familie arm ist.

«Aufgrund der Coronavirus-Pandemie hat der Premierminister volles Verständnis dafür, dass Kinder und Eltern den Sommer über mit einer völlig beispiellosen Situation konfrontiert sind», sagte dessen Sprecher gemäss der BBC. «Um dem Rechnung zu tragen, werden wir einen Covid-Sommer-Essens-Fonds einrichten. Damit werden Essensgutscheine für die sechswöchige Ferienzeit zur Verfügung gestellt.»

Einst selber von Armut betroffen

Rashford zeigte sich in einer ersten Reaktion überwältigt von seinem Erfolg. «Ich weiss gar nicht, was ich sagen soll», meldete er. «Schaut einmal, was wir erreichen können, wenn wir gemeinsam für eine Sache kämpfen. DAS ist England im Jahr 2020.»

Zwei Stunden später meldete sich Rashford mit einer etwas längeren Botschaft. Er bekräftigte, dass es ihm nie um Politik gegangen sei, «es war ein Ruf nach Hilfe für angeschlagene Eltern im ganzen Land.» Er habe seine Plattform zur Verfügung gestellt, damit deren Stimmen gehört wurden. «Ich bin stolz, dass wir das richtige getan haben. Es liegt noch ein langer Weg vor uns, aber wenigstens haben diese Eltern nun eine Sorge weniger. Das Wohlergehen unserer Kinder sollte immer an vorderster Stelle stehen.»

Marcus Rashford hatte in seinem Schreiben davon berichtet, wie er als Kind selber von den kostenlosen Mahlzeiten profitieren konnte. Mit vier Geschwistern war er bei seiner alleinerziehenden Mutter aufgewachsen. «Sie arbeitete Vollzeit und verdiente einen Mindestlohn, um sicherzustellen, dass wir immer ein gutes Abendessen auf dem Tisch hatten. Aber das war nicht genug.» Es sei eine Geschichte, die vielen Familien in England nur zu bekannt sei, so der Stürmer.

FILE - In this Saturday, Dec. 7, 2019 file photo, Manchester United's Marcus Rashford during their English Premier League soccer match against Manchester City at Etihad stadium in Manchester, England. Paul Pogba and Marcus Rashford are expected to be available for Manchester United whenever the Premier League is allowed to resume after its suspension because of the coronavirus outbreak. Rashford is United

Bei Manchester United verdient Rashford angeblich rund 12 Millionen Franken im Jahr. Bild: AP

Gemeinsam mit seinem Klub Manchester United ging Rashford während des Lockdowns mit gutem Vorbild voran. Er sammelte rund 25 Millionen Franken für die Wohltätigkeitsorganisation «FareShare», die den Hunger bekämpft und sich gegen Lebensmittelverschwendung einsetzt. So werden rund drei Millionen Menschen unterstützt, die besonders unter der Corona-Krise leiden. (ram)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hoci 16.06.2020 19:43
    Highlight Highlight Endlich mal eine herzerwärmende Story von Engagement, Empathie, Gemeinschaftsgefühl und Sozialverantwortung bis in die oberste Politik. Und das in England. Schön.
  • Linus Luchs 16.06.2020 18:16
    Highlight Highlight Thank you very much, Mr Rashford! Es gibt offenbar Fussballstars, denen fällt Besseres ein, als vergoldete Steaks zu essen.
  • Ehrenmann 16.06.2020 16:48
    Highlight Highlight Es gab letzthin beim Blick einen etwas längeren Artikel über Rashford. Er macht noch vieles mehr für unsere Mitmeinschen und das mit 22 Jahren!

    Chapeau
  • Forest 16.06.2020 16:43
    Highlight Highlight Rashford hatte schon immer ein Herz für Kinder, ein ganz toller und sympathischer Typ. So viel Menschlichkeit in seinem jungen Alter sieht man nicht oft.

    https://www.20min.ch/story/fussballstar-lernt-fuer-taube-kinder-gebaerdensprache-697498706106
  • Steve21 16.06.2020 16:36
    Highlight Highlight Das sind die Pro und Cons des heutigen Zeitalters. Wenn man was in der Birne hat, kann man den Star-Status eben auch für etwas sinnvolles nutzen. Super Typ der Rashford.
  • dustin' brothman 16.06.2020 16:19
    Highlight Highlight Und dann gibt es Leute, die sagen, dass Sportler sich nicht in Politik einmischen sollen und ihre Meinung nicht öffentlich äussern sollen.
    • Lape91 16.06.2020 16:35
      Highlight Highlight Das sollen/können sie schon. Heikel oder zumindest umstritten wird es erst wenn sie es auf dem Platz tun.
    • Ehrenmann 16.06.2020 16:51
      Highlight Highlight Politik ist nicht gleich Politik.
      Rashford tut etwas gutes für arme Mitmenschen.
      Dann gibts noch andere Sportler die sich in die Politik einmischen und kurz vor einer WM mit dem Türkischen präsidenten ein Foto machen, aber für Deutschland spielen ;)
    • JayCee 16.06.2020 19:04
      Highlight Highlight Da hast du was falsch verstanden, neben dem Platz dürfen und sollen sie das gerne tun, mit ihrer Reichweite können wichtige Messages weiter gegeben werden. Auf dem Platz sollen sie das jedoch sein lassen, da es kein Massstab für gut/böse oder richtig/falsch gibt. Siehe Beispiel Türkische Nationalspieler, für sie war es richtig für das Militär zu Salutieren, viele Länder haben den Eingriff in Syrien jedoch stark verurteilt.

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