Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Moto2 rider Thomas Luthi of Switzerland adjusts his ear plug before the third free practice session ahead of Sunday's Malaysian Motorcycle Grand Prix in Sepang, Malaysia, Saturday, Oct. 24, 2015. (AP Photo/Joshua Paul)

Ein nachdenklicher Tom Lüthi. Bild: Joshua Paul/AP/KEYSTONE

Tom Lüthi im Interview: «Ich habe mir die Frage gestellt: Was machen wir hier eigentlich?»

Tom Lüthi (29) startet aus der ersten Reihe zum GP von Katalonien. Er spricht über die Schwierigkeit, nach dem Tod eines Rennfahrerkollegen (Luis Salom ist am Freitag tödlich verunglückt) weiterzufahren.



Dritter Platz im Qualifying, zum zweiten Mal in dieser Saison ein Platz in der ersten Startreihe – und doch kein Grund zum Feiern?
Tom Lüthi: Es ist einfach eine erfreuliche Ausgangslage fürs Rennen. Aber kein Grund zum Feiern. Es war ein ganz spezieller Tag. Nach dem Qualifying war alles wieder da.​

Wie ist es möglich, nach so einer Tragödie am nächsten Tag gleich wieder zu fahren?
Das Aufstehen und den Tag zu beginnen war schon nicht einfach und die Motivation zu finden erst recht schwierig. Ich habe mir die Frage gestellt: Was machen wir hier eigentlich?

Aber Sie sind wieder gefahren.
Ja, ich habe den Kopf wieder frei bekommen und die Konzentration gefunden. Das ist entscheidend. Ich muss dazu in der Lage, wieder hundertprozentig bei der Sache sein und wenn mir das nicht gelingt, dann muss ich aufhören und nach Hause gehen.

Switzerland's Thomas Luthi steers his Kalex during the qualifying session for Sunday's Italy Moto 2 Grand Prix, at the Mugello circuit, in Scarperia, Italy, Saturday, May 21, 2016. (AP Photo/Antonio Calanni)

Visier runter und alles versuchen zu vergessen. Bild: Antonio Calanni/AP/KEYSTONE

Das Helmvisier runterklappen und alles vergessen?
So ungefähr.

Wie bekommt man den Kopf wieder frei?
Durch eine Rückkehr zur Normalität. Das hat mir schliesslich geholfen. Die anderen um mich herum sind ja auch gefahren und dadurch entsteht das Gefühl, ein Teil des Ganzen zu sein. Wir wissen alle, worauf wir uns einlassen. Was wir hier tun, ist unsere Leidenschaft. Es hilft, zu wissen, dass es auch seine Leidenschaft (gemeint ist Luis Salom – die Red.) war.​

Habt ihr im Team darüber gesprochen? Ist es ein Tabu, während der Arbeit in der Box darüber zu reden?
Es war nicht so, dass wir eine Sitzung machten. Wir haben im Team spontan darüber gesprochen und dann haben wir uns alle wieder an die Arbeit gemacht. Ich habe mich am Freitagabend noch lange mit einem Kollegen unterhalten. Auch das hat mir geholfen.

Aber verarbeiten kann man so etwas nicht so schnell.
Nein, das braucht seine Zeit.

Alle Schweizer Töff-GP-Sieger

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen

Im «Blutbad von Melbourne» rächen sich Ungarns Wasserballer an den Sowjets

6. Dezember 1956: Sport habe nichts mit Politik zu tun, behaupten Funktionäre gerne. Das ist Humbug. An den Olympischen Spielen in Melbourne rächt sich Ungarn im Wasser für die Niederschlagung des Volksaufstands durch die Sowjetunion.

Elf Jahre ist der zweite Weltkrieg vorbei und seine Folgen sind einschneidend. Europa ist zweigeteilt, der eiserne Vorhang teilt den Westen vom Osten. im Osten hat die Sowjetunion das Sagen. In einigen Ländern regt sich dagegen Widerstand, besonders in Ungarn. Im Herbst 1956 sieht es für kurze Zeit so aus, als könnte sich das Land von den Russen lösen. Doch die Sowjets rollen mit Panzern an, schlagen den ungarischen Volksaufstand brutal nieder.

Ungarns Wasserball-Nationalmannschaft bereitet sich …

Artikel lesen
Link to Article