FCB-Sportdirektor Stucki über Pleite in Salzburg: «Absolut desolat»
Was geht Ihnen nach einem solchen Spiel durch den Kopf?
Daniel Stucki: Einiges. Aber auf jeden Fall nichts Gutes.
Wie können Sie sich die erste Halbzeit erklären?
Es ist schwierig zu erklären. Wir haben unheimlich viele Fehlpässe gemacht, wir hatten keine Struktur im Spiel, sind nicht in die Zweikämpfe gekommen und waren langsamer als der Gegner. Ich weiss nicht, ob ich aus dieser Halbzeit etwas Positives herausziehen könnte.
Wie wird man die Niederlage aufarbeiten?
Wir machen das wie immer. Wir analysieren es in der Kommission, auch mit dem Trainerstaff. Und dann ziehen wir unsere Schlüsse.
Ein Weiterkommen in der Europa League liegt noch immer drin. Wie wichtig wäre das?
Die Europa League spielt klar eine Rolle. Aber ich konzentriere mich bereits auf das Ligaspiel am Sonntag gegen den FC Zürich. Dann haben wir am Donnerstag zuhause nochmals ein Europa-League-Spiel, das wir gewinnen wollen. Dann schauen wir, wozu das reicht. Aber jetzt geht es zunächst darum, wie wir unsere Leistung verbessern können.
Der FCB ist mit einem 1:1 gegen Sion in das Jahr gestartet, jetzt folgt eine 1:3-Niederlage. Ist das ein Fehlstart?
Fehlstart … Wie wir spielen, entspricht das sicherlich nicht unseren Ansprüchen. Wir dürfen nichts schönreden. Das war heute absolut desolat. Die erste Halbzeit sowieso, danach wurde es ein bisschen besser, aber es entspricht auch nicht dem, was wir uns vorgenommen haben. Wir müssen das gut analysieren.
Es wirkte, als ob die Spieler nicht bereit waren. Welche Verantwortung hat da der Trainer?
Wir arbeiten alle zusammen. Wir haben sicherlich alle Fehler gemacht, sonst wären wir nicht so aufgetreten. Die Spieler sind diejenigen, die auf dem Platz sind und Leistung zeigen. An dem Auftritt haben sicherlich alle eine Teilschuld.
Wird das Spiel gegen den FCZ bereits zum Spiel der Wahrheit, da man ein zweites Saisonziel zu verpassen droht?
Ein Saisonziel haben wir mit der Champions League bereits verpasst. In der Liga sind wir zehn Punkte hinter Thun. Wir müssen versuchen, wieder in die Spur zu finden. Es geht darum, wieder unseren Fussball zu spielen, dominant und mit Selbstvertrauen, das uns aber gerade fehlt. Dazu müssen wir frischer agieren und schlicht eine andere Performance als zuletzt zeigen.
Was kann der Sportchef in dieser Situation ausrichten?
Mithelfen. Die Transferperiode ist noch immer offen. Da sind wir natürlich noch immer dran.
Kann es sein, dass die Transfers zu spät kommen?
Die Transferperiode geht so lange, wie sie geht. In der Schweiz bis Mitte Februar. Wir können den Transfermarkt nicht beschleunigen, in dem wir sagen, dass wir jetzt einen Stürmer brauchen. Wir haben hier den kürzeren Hebel als der Markt. Auch unsere finanziellen Mittel sind, wie sie sind. Wahrscheinlich müssen wir also bis am Schluss warten. Wir können den Transfer nicht beschleunigen, nur weil wir es gerne so hätten.
Ein Mittelstürmer ist sicherlich noch ein Thema, oder?
Heute hat nicht nur der Mittelstürmer gefehlt, da haben auch andere Sachen gefehlt. Wir haben genug Offensivpower, auch wenn wir in der Vorrunde den optimalen Stürmer noch nicht hatten. Ich schätze Albian Ajeti weiterhin als guten Stürmer ein, auch Kaio Eduardo hat Ansätze gezeigt. Wenn es etwas gibt, dass wir im Sturm machen können, sind wir sicherlich nicht abgeneigt. Aber das muss ein perfektes Match sein.
Suchen Sie jetzt noch persönlich das Gespräch mit den Spielern?
Ich glaube nicht, dass es etwas bringt, um Mitternacht nach einem solchen Spiel mit den Spielern noch zu reden. Wir werden das morgen sicherlich aufarbeiten, auch mit den einzelnen Spielern. Aber es wird sicherlich eine lange Nacht.
