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Interview

HCD-CEO Gianola im Interview über den Abgang von Sportchef Raffainer

OC president Marc Gianola poses prior the game between HC Ambri-Piotta and Salavat Yulaev Ufa, at the 93th Spengler Cup ice hockey tournament in Davos, Switzerland, Thursday, December 26, 2019. (KEYST ...
Marc Gianola braucht einen neuen Sportchef, lässt sich aber Zeit, um die richtige Lösung zu finden. Bild: KEYSTONE
Interview

Davos-CEO Gianola hat noch keinen Plan B: «Wer weiss, ob Chris McSorley Interesse hat»

20.01.2021, 13:0221.01.2021, 08:46
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Raeto Raffainer verlässt nach weniger als zwei Jahren als Sportchef den HC Davos und wechselt zum SC Bern. Der HCD braucht also einen Ersatz für den Mann, der die Mannschaft nach dem Abgang von Arno Del Curto erfolgreich erneuerte. HCD-Geschäftsführer Marc Gianola im watson-Interview zum überraschenden Abgang, zur angestrebten Kontinuität beim HC Davos und über Chris McSorley als möglichen Nachfolger.

Herr Gianola, Raeto Raffainer verlässt den HC Davos. Das kommt überraschend. Für Sie auch?
Marc Gianola:
Es kommt für uns alle aus dem Nichts.
Es ging alles sehr schnell. Raeto Raffainer erhielt letzte Woche am Dienstag das Angebot des SC Bern, hat es am Donnerstag angenommen und uns am Freitag darüber informiert.

Gab es Meinungsverschiedenheiten zwischen der Klubführung und Sportchef Raeto Raffainer?
Nein, überhaupt nicht. Er hat sich bei uns immer wohlgefühlt, wir haben uns regelmässig ausgetauscht.

Trotzdem verlässt er den HCD.
Er hat erwähnt, dass das Angebot des SC Bern für ihn eine grosse Chance sei.

War es ein Thema, dass Bern ein finanzielles Angebot unterbreitete, bei dem Davos nicht mithalten konnte?
Nein, gar nicht.

ARCHIVBILD ZUM WECHSEL VON DAVOS' SPORTCHEF RAETO RAFFAINER ZUM SC BERN, AM MITTWOCH, 20. JANUAR 2021 - Sportchef Raeto Raffainer posiert im Sommertraining beim HC Davos, aufgenommen am Donnersta ...
Raeto Raffainer ist spätestens nächste Saison beim SC Bern. Bild: keystone

Raeto Raffainer hat aber noch einen Vertrag in Davos. Wie kann er so leicht abgeworben werden?
Er hat eine Kündigungsfrist von sechs Monaten. Wenn er jetzt kündigt, kann er nächste Saison beim SC Bern beginnen. Wir werden nun aber prüfen, inwiefern eine weitere Zusammenarbeit noch Sinn macht.

Sind Sie enttäuscht vom Abgang?
Man ist sicher enttäuscht, wenn man eine wichtige Position so gut besetzt hat und dann an einen direkten Ligakonkurrenten verliert. Aber so ist das im Berufsleben.

«Beim HC Davos wird es in diesem Stil weitergehen.»

Haben Sie bereits einen Plan B?
Wenn wir Probleme mit dieser Personalie gehabt hätten oder sich ein Abgang abgezeichnet hätte, hätte man sich natürlich darauf vorbereitet. Weil wir aber etwas Langfristiges aufbauen wollen, haben wir uns bisher nicht gross mit Alternativen auseinandergesetzt. Wir haben aber überhaupt keinen Stress. Zum Glück hat Raeto Raffainer sehr gute Vorarbeit geleistet, es gibt nur noch wenige Positionen, die im Hinblick auf die nächste Saison noch geregelt werden müssen.

Sehen Sie das Projekt HCD nicht in Gefahr, wenn der Sportchef plötzlich abwandert?
Der HCD ist kein Projekt, der HCD hat eine 100-jährige Geschichte und wird die nächsten 100 Jahre auch noch existieren. Wir haben in den letzten Jahren sehr viel aufgebaut und werden mit Kontinuität an unseren Plänen weiterarbeiten. Beim HC Davos wird es in diesem Stil weitergehen.

Wie lange kann der HC Davos denn ohne Sportchef auskommen?
Das kommt darauf an, wie lange es dauert, bis wir einen geeigneten Ersatz finden. Und noch ist Raeto Raffainer ja nicht weg. Wir haben also Zeit, um die richtige Entscheidung zu fällen.

Der Davoser Offensivtrainer Johan Lundskog steht ebenfalls kurz vor der Unterschrift in Bern. Haben Sie Angst vor weiteren Abgängen?
Nein, überhaupt nicht. Wir sind immer auf der Suche nach Kontinuität, Abgänge gibt es allerdings dennoch. Es gehen Stürmer, Verteidiger und auch mal Staff-Mitglieder. Abgänge gehören einfach zum Geschäft, die kann man aber auch immer ersetzen und wenn man eine Person vom Assistenten zum Cheftrainer entwickeln kann, ist dies doch super für ein Unternehmen.

Chris McSorley, ancien entraineur du du Geneve-Servette Hockey Club, gauche, parle avec Sacha Weibel, CEO du Lausanne HC, droite, lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National Le ...
Chris McSorley könnte in Davos zum Thema werden.Bild: keystone

Chris McSorley war beim SC Bern im Gespräch. Ist er ein Kandidat für den HC Davos?
Ich habe bisher nichts von ihm gehört. Aber ich gehe davon aus, wenn er sich in Bern beworben hat, dass er auf dem Markt ist. Aber ob er Interesse hat – wer weiss ...

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quelle: keystone / urs flueeler
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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Couleur
20.01.2021 13:58registriert Januar 2018
Das Schweizer Eishockey ist doch einer der grossen Corona Verlierer. Und dies nicht primär in finanzieller, sondern psychologischer Hinsicht. An vorderster Front wenn es darum geht Bundesgelder einzukassieren. Im Hintergrund werden aber weiterhin teure Transfers eingetütet und Verwaltungsapparate bis zum geht nicht mehr aufgeblasen wie beim SCB. Dazu völlig sinnfreie und im Endeffekt teurere Ligareformen aufgegleist. Raffainer ist ein Symbol dieser Verlogenheit: Sich medial auf allen Kanälen als der Mann hinter seinem Projekt HCD verkaufen um dann bei der ersten Chance abzuspringen. Traurig.
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banda69
20.01.2021 14:39registriert Januar 2020
Na ja. Den Abgang von Raffeiner ist natürlich sehr überraschend und eigentlich nicht ok. Aber er hinterlässt wenigstens keinen Scherbenhaufen (zumindest sieht es so aus).
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goschi
20.01.2021 13:38registriert Januar 2014
Hahaha, die letzte Frage, schöner Seitenhieb 😂😂

Aber er sagt es richtig, Es gibt Kündigungafristen und innerhalb derer darf jeder einfach kündigen, ich habe auch schon bei anderen Firmen Verträge unterschrieben und gekündigt, weil das Angebot spannender war.

C'est la viel.
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