Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Gianluca Frontino hat das Trikot gegen Hemd und Mantel getauscht. Aus dem Fussballer wurde ein Versicherungsberater. bild: watson

Interview

Ex-Profi Frontino nach Rücktritt mit 29: «Der Lohn ist Horror, es ist lächerlich»

Den ganz grossen Sprung hat er nie geschafft: Gianluca Frontino, einst als Riesentalent gehandelt, verbrachte den Grossteil seiner Karriere in der Challenge League. Ein Gespräch über die Schönheit des Spiels, hinterhältige Manager und Horror-Löhne in der Challenge League.



Schaffhausen. Hier ist Gianluca Frontino zur Welt gekommen, hier hatte er beim FC Schaffhausen seine beste Zeit. Hier erzählt mir Frontino von seiner Karriere. Von einer paradoxen Welt in der Challenge League, wo man fussballerisch ein Niemand ist und dennoch von Fremden als «Hurensohn» bezeichnet wird. Eine Liga, in welcher die Vereine verlangen, sich als Musterprofi zu verhalten, und dennoch Löhne an der Grenze zum Existenzminimum bezahlen.

Im März hast du in einem Interview nach deinem verkündeten Rücktritt gesagt, wie dein perfekter letzter Arbeitstag als Fussballer aussieht: «Es ist der 2. Juni, wir empfangen im Brügglifeld Xamax oder GC zum Barrage-Rückspiel, ich stehe in der Startelf und am Ende steigen wir auf.»
Gianluca Frontino: So nah dran, aber leider klappte es halt doch nicht ganz. Wir waren aber selbst dumm, wirklich einfach sehr dumm.

Nahe dran warst du auch, als du in der Verlängerung den Ball ans Lattenkreuz gehauen hast. Bist du der Fussballer, der einfach immer nur nah dran war? Frontino, der Unvollendete.
Ja, es hat wirklich gepasst, dieser Pfostenschuss. Zu mir, zu meiner Karriere. Es wäre schön, wäre es anders gewesen. Ich bin aber froh, hatte ich noch einen solchen Abschluss, den ich nicht vergessen werde. Das Spiel wird niemand mehr vergessen. Es ist zwar hart, aber das bleibt in Erinnerung.

abspielen

Frontinos Pfostenschuss gegen Xamax. Video: streamja

In Erinnerung bleibst du aber auch als grosses Talent, welches den Durchbruch nie richtig geschafft hat. Du hast immerhin mit 16 Jahren deinen ersten Profi-Vertrag bei GC unterschrieben. Was hat dir gefehlt, um den ganz grossen Schritt zu schaffen?
Vielleicht etwas die Mentalität. Ich ging nicht über Leichen, um was weiss ich zu werden. Ich wollte nie Stress mit den Leuten.

«Ellbögeln» ist elementar im Profifussball.
Ausser du bist Messi und nimmst einfach alle auseinander.

Hast du es je bereut, dass du nie der warst, der absolut alles für seine Karriere getan hätte?
Gar nicht. Ich konnte mehr als zehn Jahre lang davon leben. Ich bereue es null. Klar, ich denke, es wäre mehr möglich gewesen. Aber ich bin jetzt an einem Punkt, an dem ich voll zufrieden bin mit meinem Leben.

Das ist aber fast schon verschwendetes Talent.
Ich denke, viele hätten nur schon gerne das erreicht, was ich habe. Es war keine Topkarriere, aber ich konnte von meinem Hobby leben. Das war für mich das Wichtigste. Ich habe es nie wegen dem Geld gemacht.

Steckbrief Gianluca Frontino

Geburtsdatum:
29.11.1989 in Schaffhausen
Karriere:
Grasshoppers, US Lecce, FC Schaffhausen, SV Schaffhausen, FC Thun, FC Winterthur, FC Aarau, FC Diessenhofen.
Hauptposition:
Offensives Mittelfeld
Profispiele:
Super League: 39 Spiele, 6 Tore
Challenge League: 140 Spiele, 36 Tore
Europa-League-Quali: 6 Spiele, 1 Tor
Schweizer Cup: 17 Spiele, 9 Tore
Job heute:
Versicherungsberater

Aber du hast bestimmt gut verdient?
Ich hatte ab dem Transfer in die Super League zum FC Thun einen Lohn, von dem ich sagen konnte: Das ist mehr, als wenn ich «normal» arbeiten gehen würde.

«Was kaum einer weiss: Die meisten Jungs haben einen Riesenaufwand und verdienen einen Scheissdreck.»

Und davor?
In meiner ersten Zeit bei Schaffhausen, mit 20 Jahren, habe ich 800 Franken pro Monat erhalten. Danach habe ich ein Jahr Amateurfussball gespielt und als ich zurückkam, waren es dann 3000 Franken.

Der Schaffhauser Gianluca Frontino, links, und der Grasshopper Shkelzen Gashi, rechts, kaempfen um den Ball beim 1/8 Final des Schweizer Fussball Cup zwischen dem FC Schaffhausen und dem Grasshopper Club Zuerich am Samstag, 8. Dezember 2012, im Stadion Breite in Schaffhausen. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Gianluca Frontino im Einsatz für den FC Schaffhausen 2012 im Cup gegen GC. Bild: KEYSTONE

Mit 3000 Franken kann man kaum leben, warst du so stark unterbezahlt?
Ich würde mal sagen, das ist bei Vereinen wie dem FC Schaffhausen der Durchschnittslohn. Das ist Horror, es ist lächerlich. Die Vereine erwarten von den Spielern höchste Seriosität, Professionalität, du darfst auf keinen Fall etwas neben dem Fussball machen, weil du dich fokussieren sollst. Aber entlöhnt wirst du schlecht, wirklich schlecht.

Und das als Fussballprofi.
Das ist genau der Punkt. Man verlangt von den Spielern, dass sie Profis sind. Man darf sie kritisieren, man darf sie über die sozialen Medien übelst beleidigen. Auch im Stadion wirst du halt einfach mal als «Hurensohn» bezeichnet. Eigentlich bist du als Fussballer in der Challenge League aber ein Niemand.

Die Proportionen stimmen nicht.
Ich kenne Spieler, die mit 28, 29 Jahren in der Challenge League höchstens 4000 Franken verdient haben. Sie haben keine anderen Möglichkeiten und verdienen auch sonst nichts mit Sponsoren oder durch andere Einnahmequellen. Was kaum einer weiss: Die meisten Jungs haben einen Riesenaufwand und verdienen einen Scheissdreck. Im Schutz der Vereine muss ich allerdings sagen: Die Spieler sind selbst schuld, weil sie diese Verträge unterschreiben. Ich war auch einer von denen, mit 22, 23. Ich hatte das Gefühl, ich kann noch etwas erreichen.

Wieso tut man sich das an?
Das Leben als Fussballer ist einfach geil. Du machst einfach das, was du liebst. Es ist dein Hobby, welches du jeden Tag machen kannst. Und du wirst noch entlöhnt. Das ist wirklich geil, aber wenn du etwas für die Zukunft machen möchtest, ist es nicht optimal.

«Dass ich mir Gedanken über einen Rücktritt machte, war für mich schon ein Zeichen.»

Hättest du bei anderen Vereinen nicht deutlich mehr verdient?
Ich hatte damals verschiedene Angebote, wo ich sicher das Doppelte verdient hätte. Aber ich fühlte mich wohl in Schaffhausen, hatte Spass mit der Mannschaft und wollte gar nicht weg.

Hättest du rückblickend nach dem knapp verpassten Aufstieg mit dem FC Aarau nicht doch lieber weitergemacht? Es sind jetzt zehn Wochen vergangen seit deinem letzen Profispiel.
Nein, keine Sekunde lang. Es ist kein Bereuen da, gar gar nichts. Ich habe ja Super League gespielt, es war für mich nicht der Riesenreiz, mal noch in diese Liga zu kommen. Es war einfach Zeit, in einer anderen Funktion tätig zu sein. Ich wäre nicht mehr in die Bundesliga gewechselt. Ich wäre kein grossartiger Super-League-Spieler mehr geworden.

Wann hast du das realisiert?
Bei meinem Wechsel von Winterthur nach Aarau vor zwei Jahren habe ich mir ein letztes grosses Ziel gesetzt: mit dem FCA in die Super League aufzusteigen.

2017/18 war es bloss Rang 6 …
… und letzte Saison starteten wir mit sechs Niederlagen in Serie. Da habe ich mir schon überlegt: War es das? Wir haben uns ja dann wieder gefangen, aber alleine die Tatsache, dass ich mir Gedanken über einen Rücktritt machte, war für mich schon ein Zeichen.

Gianluca Frontino über ...

... Fussballer, die er bewundert:
Zidane, der war neben Del Piero mein Lieblingsspieler, dazu noch Messi und Ronaldinho. Bei denen hatte ich wirklich das Gefühl, Fussball ist ein Spiel. Die haben es auch so gelebt und gespielt. Die sahen immer so entspannt aus.

... das schönste Gefühl beim Fussball?
Ich mag es schon, wenn man den Gegner auch mal verarscht. Mit einem Trick, mit einem Tunnel. Wenn man einen so richtig auseinandernimmt. Es gibt mir mehr Emotionen, einen Gegner mit einem spektakulären Trick stehen zu lassen, als einen Ball ins Tor zu stolpern. Also wenn ich die Wahl habe, zwischen einem Stolper-Tor und an der Seitenlinie zwei Tunnels in Folge zu schieben, würde ich Zweiteres auswählen. Das war halt einfach ich.

... Dinge, die er sich vom Fussballergehalt geleistet hat:
Ein Audi, ein MacBook. Ich hätte mir gerne mal eine Rolex oder IWC gekauft, aber es ist nie dazu gekommen. Es hätte mich gereut. Ich habe dann einfach gedacht: Eine normale Uhr funktioniert ja auch.

... Fussballerklischees: Eitelkeit, ich glaube, ich bin nie ohne gemachte Frisur an den Match. Vielleicht noch das Gamen. Ich fand die Klischees aber sowieso immer sehr abschätzig.

... Buchempfehlungen: Roger Federer, Zlatan Ibrahimovic, Sir Alex Ferguson. Ich liebe Biografien. Ferguson hat mir imponiert. Du kannst nicht einfach so 25 Jahre irgendwo Trainer sein, da musst du menschlich sehr gut sein. Sonst rasieren dich die Spieler. Wenn die Spieler satt sind, dir nicht mehr zuhören, dann bist du weg als Trainer.

Du bist mit 21 schon mal zurückgetreten. Gibt es erneut ein Comeback?
Nein, jetzt ist definitiv fertig. Keine Chance, dass ich nochmals als Spieler ins Profigeschäft zurückkomme.

«Dass ich eher der Spektakeltyp war, ist mir sicher nicht entgegengekommen.»

Hast du das Fussball-Business satt?
Nein, ich musste mich einfach entscheiden, was ich nun mache. Was bringt mir etwas für die Zukunft? Wenn ich in fünf Jahren Trainer in der Super League oder Challenge League sein kann, werde ich das machen, weil ich den Fussball liebe. Ich habe lediglich meine Rolle als Spieler satt.

Du wirkst sehr gefasst, deine Entscheidung durchdacht.
Ich habe den Fussball als Job nie nah an mich rangelassen. Klar war es mein Beruf, aber für mich war es immer auch ein Spiel. So sollte man denken, dass es ein Spiel ist. Man sollte Spektakel bieten und sich nicht zu sehr aufs Resultat orientieren. Dass ich eher der Spektakeltyp war, ist mir sicher nicht entgegengekommen. Die Trainer brauchen halt Resultate und kein Spektakel.

Wie bist du mit Niederlagen umgegangen?
Ich habe immer darauf geachtet, dass sie mein Leben nicht in den Griff bekommen. Natürlich war es doof, wenn du verloren hast, aber es darf einfach dein Privatleben nicht gefährden.
Mit meiner Einstellung zum Fussball als Spiel habe ich nie gross Druck verspürt.

Auch nicht in jungen Jahren, als dir jeder sagte, du seist besser als andere?
Damals vielleicht schon noch, deshalb habe ich mit 20 Jahren auch ein erstes Mal eine Pause eingelegt. Nach diesem Jahr Amateurfussball habe ich gemerkt, dass es noch andere, wichtigere Dinge gibt als Fussball.

Was ging damals in deinem Kopf vor, als du als Teenager plötzlich überall umworben warst?
Ich war ziemlich scheu. Ich habe nie gross mit den Leuten gesprochen, aber da standen plötzlich einige Berater auf der Matte. Die sagen dir: Du bist der Beste, du bist dies, du bist das. Aber ich habe das nie richtig an mich rangelassen, es war mir nie wichtig, was sie gesagt haben.

Portrait von Gianluca Frontino, Spieler der Schweizer U19-Fussball-Nationalmannschaft, aufgenommen am 30. Juli 2007 in Langenthal. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Gianluca Frontino bei der U19-Nati im Jahr 2007 – wie es sich für einen Spielmacher gehört mit der Nummer 10. Bild: KEYSTONE

«Mir war sogar der Lohn egal. Ich wollte nicht mehr Geld oder sowas, ich wollte einfach nur bleiben.»

Und dann bist du 18 Jahre alt, hast keine Ahnung und musst dich für einen Berater entscheiden.
So ist es, und ich habe eine Scheiss-Wahl getroffen.

Was ist geschehen?
Ich war 2008 an Lecce ausgeliehen. Sie wollten mich behalten, aber mein damaliger Berater verlangte für sich selbst zu viel Geld. Ich wusste nichts davon.

Da hast ihn alleine verhandeln lassen?
Genau, ich habe meinem Berater gesagt, dass ich gerne bleiben würde. Mir war sogar der Lohn egal. Ich wollte nicht mehr Geld oder sowas, ich wollte einfach nur bleiben. Es sah alles danach aus, als könnte ich bleiben.

Und dann?
Im letzten Moment hat mich Erich Vogel (damals GC-Sportchef, die Red.) angerufen und gesagt: Du musst ins Büro kommen. Dann hat er mir erklärt, dass der Transfer nicht zustande komme. Als ich wissen wollte, weshalb, sagte er nur, ich müsse meinen Berater fragen.

Wie hat dieser sich gerechtfertigt?
Ich habe ihn angerufen. Immer wieder. Er hat nie abgenommen. Seit diesem Tag habe ich ihn nie mehr gesehen. Ich kenne bis heute seine Version des Falles nicht.

Hast du nicht gemerkt, dass du einen Spielerberater hast, dem du nicht vertrauen kannst?
Er kam damals mit seinem Bruder und Vater auf mich zu. Sie machten einen seriösen Eindruck. Meine Eltern waren natürlich schon dabei, aber sie hätten mir nie reingesprochen. Ich hatte ein gutes Gefühl bei den Beratern, aber ich täuschte mich.

Frontino über …

... drei Gegenstände aus seiner Fussballerzeit, die ihm viel bedeuten: Mein letztes Shirt vom FC Aarau, mein erstes Trikot von GC und ein Shirt von Gilles Yapi. Ihn habe ich als Fussballer immer geliebt, dann kam er zu Aarau und wir hatten es super zusammen. Er ist nicht der typische Fussballer, er ist so überkorrekt. Ich habe mir immer ein Shirt von ihm gewünscht vom FC Zürich. Und er hat mir dann gesagt, dass er eigentlich alte Shirts nicht abgibt, aber für mich machte er eine Ausnahme.

... die besten Fussballer, mit denen er je zusammen gespielt hat:
Ezgjan Alioski, der hatte Talent und Wille, Dejan Sorgic hatte pure Qualität. Als Junior waren Fabian Frei, Steven Zuber und Valentin Stocker schon super. Aber da war zum Beispiel ein Adrian Nikci drei Mal besser als alle die anderen.

... die besten Gegenspieler: Mit 17 habe ich in einem Testspiel gegen Bayern gespielt mit Zé Roberto, ja leck du mir! Das ist der krasseste Spieler, den ich je live sah. Du hast keine Chance, sein Antritt, seine Technik, seine Gedankenschnelligkeit. Du. Hast. Keine. Chance. Mit einer Ballannahme ist der an drei Spielern vorbei. Das kannst du dir nicht vorstellen. Damals war auch ein Philipp Lahm dabei. Der hat einfach immer alles richtig gemacht. Dort merkst du wirklich, diese Spieler können einfach nochmals mehr. Es waren Ausnahmekönner.

... das Bewundern von Gegnern: Als Fussballer war ich auch Fan von anderen Fussballern. Ich hatte Freude bei jedem Spiel gegen Zürich. Gegen Yapi und Yassine Chikhaoui. Ich hatte Freude, ihnen zuzuschauen beim Spielen. Für sie wäre ich ins Stadion gekommen. Matias Delgado ebenfalls. Es war etwas vom Schönsten, gegen ihn zu spielen.

... die Saisonvorbereitung: Die Vorbereitung war in der Regel schon einen Monat scheisse. Ich mochte das nie. Aber ich habe mich motiviert, weil ich wusste, wenn ich fit bin, spiele ich einfach besser. Für den Kopf ist es mühsam, du trainierst viel, bist oft müde. Es ist keine schöne Zeit.

Warst du nie skeptisch, dass Spielerberater mit Fussballern sehr viel Geld verdienen?
Ganz ehrlich, der Berater wird ja von den Vereinen bezahlt. Selbst wenn der Berater dank mir 4–5 Millionen Franken einnehmen sollte, bin ich der Erste, der gratuliert. Der Transfer darf einfach nie scheitern, weil er zu viel will. Es ist mir eigentlich scheissegal, was er verdient, solange er die Interessen des Spielers über seine eigenen stellt.

«Wie schaffe ich es, dass ich zwei Stunden konzentriert bin, ohne abzuschweifen mit den Gedanken?»

Verdienen Berater zu viel?
Das ist halt der Markt. Am Ende sind die Vereine dumm, wenn sie so viel Geld bezahlen. Die Berater machen alles richtig. Denn so viel müssen sie auf Stufe Challenge League oder Super League nicht machen.

Hast du nach diesen ersten Erfahrungen auf einen neuen Berater verzichtet?
Danach hatte ich Glück und einen Berater gefunden, der immer für mich da war und mir zum Karriereende auch den Job als Versicherungsberater besorgt hat.

Ich hätte dem kreativen Freigeist Gianluca Frontino jetzt nicht gerade einen Bürojob bei einer Versicherung empfohlen.
Ich hatte keine 15 Jobangebote und konnte auswählen. Ich habe das Handelsdiplom abgeschlossen, das ist jetzt aber auch zehn Jahre her. Ich muss froh sein, habe ich etwas gefunden. Bis jetzt bereue ich den Entscheid überhaupt nicht.

War es schwierig, dich in einem «normalen» Job zurechtzufinden?
Ich musste vor allem lernen, zu lernen. Im Fussball musste ich das nicht mehr. Wie schaffe ich es, dass ich zwei Stunden konzentriert bin, ohne abzuschweifen mit den Gedanken? Ich musste mein Hirn als Fussballer nicht mehr anstrengen. Als Spieler befasst du dich auch nicht so sehr mit den Trainings, du strengst dich schon an, aber nicht im Kopf. Du bist fokussiert, klar, aber es war keine mentale Anstrengung. Ich musste mich nicht hoch konzentrieren. Ich konnte dank meiner Begabung auch einen guten Pass ohne volle Konzentration spielen.

Thuns Gianluca Frontino, links, freut sich ueber seinen Treffer zum 1:0 im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Thun und dem FC Vaduz, am Sonntag, 23. August  2015, in der Stockhorn Arena in Thun. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Frontino bejubelt einen Treffer für den FC Thun gegen Vaduz. Bild: KEYSTONE

Kannst du überhaupt mit anderen Geräten als dem Fussball umgehen?
Zum Beispiel Outlook musste ich noch lernen. Computer-Sachen habe ich doch nie gebraucht. Ich habe für mich auch gedacht, bin ich eigentlich komplett behämmert, checke ich wirklich nichts? Kann doch nicht sein, dass ich am PC nichts kapiere. Aber ich habe es halt nie gebraucht. Mittlerweile geht alles schon ohne Probleme. Für die Leute ist es selbstverständlich und für mich war es so: Fuck, wie mache ich das? Das sind ja eigentlich die einfachsten Sachen und schon damit hatte ich Mühe.

Und was bringt es im Berufsleben für Vorteile, wenn man Ex-Profi ist?
Ich bin mich schon mein ganzes Leben daran gewohnt, im Team zu agieren, Ziele gemeinsam zu verfolgen. Und ich bin äusserst anpassungsfähig, kann mit Stresssituationen umgehen und habe gelernt, immer unkompliziert und offen zu sein.

«Es ist schwer, sich zu öffnen, denn morgen ist der Teamkollege vielleicht schon gar nicht mehr da.»

Wie fühlt es sich an, wenn die Arbeit plötzlich etwas anderes ist als das grösste Hobby?
Ich bin immer noch in den Startlöchern und es ist schwierig einzuschätzen. Deshalb bin ich aber nebenbei gerne noch Amateur-Trainer, denn eigentlich spreche ich im Berufsleben den ganzen Tag über Sachen, die ich noch nicht verstehe. Ich muss mich sehr anstrengen, um diese Zusammenhänge zu verstehen. Dann ist das Training am Abend einfach nur zum Geniessen. Dann spreche ich wieder über das, was ich eigentlich am besten kann. Der Fussball ist einfach ein Bestandteil von meinem Leben.

Also vermisst du den Profifussball schon etwas?
Klar gibt es Dinge, die ich vermisse. Die Garderobe, das tägliche Zusammensein mit den Jungs. Und jeden Tag den Ball am Fuss zu haben. Früher hatten wir jeden Tag Training, das fehlt mir heute. Jetzt habe ich das nur noch zwei Mal in der Woche. Es ist schon anders.

Gibt es Dinge vom Profi-Fussball, die du nicht vermisst?
Den Neid. Von Mitmenschen, von Mitspielern. Das war schon immer spürbar. Zudem ist man als Fussballer nicht sehr flexibel. Dann heisst es: Dienstag ist frei, und dann ist es das doch nicht. Man ist immer auf Abruf. Du verlierst und dann musst du hoffen, dass der Plan gleich bleibt. Vom Resultat war dann halt die ganze Woche abhängig. Das letzte Spiel vor der Nati-Pause war immer sehr wichtig. Du hast gewusst, wenn du das verlierst, hast du plötzlich statt drei Tage halt nur zwei Tage frei. Und dann hattest du vielleicht schon was gebucht und warst plötzlich im Scheiss.

War es schwierig, aus der oft genannten Fussballer-Bubble auszubrechen?
Du sprichst mit deinem Teamkollegen halt ausschliesslich über Fussball. Die Themen sind dann heute im Training dies, das letzte Mal am Match das, du redest selten über andere Dinge. Wenn du dann plötzlich mit Leuten ausserhalb dieser Blase über andere Sachen sprichst, hast du plötzlich das Gefühl, du bist fehl am Platz, weil du dich nicht gewohnt bist, über andere Dinge zu sprechen.

Weil im Fussball-Business vieles so oberflächlich ist?
Den meisten vertraust du nicht viel an. Es ist schwer, sich zu öffnen, denn morgen ist der Teamkollege vielleicht schon gar nicht mehr da. Aber klar, ich habe auch sehr gute Freunde im Fussball kennengelernt. Aber das ist dann doch eher der Einzelfall.

«Wir sind auch in den Ausgang und da sind Sachen im Hotel passiert ...»

Wie viel Zeit verbringt man tatsächlich zusammen?
Du hockst tatsächlich den ganzen Tag aufeinander. Du hast am Morgen Training, gehst zusammen essen, Nachmittagstraining und am Abend auch noch oft zusammen Nachtessen.

Und dann noch die Trainingslager.
Im Trainingslager, da gehst du hin, mit dem obersten Ziel, fit zu werden. Aber du kriegst dann schon so deine Abende, um die Sau rauszulassen. Man kann auch mal ein Bier trinken, das ist kein Problem ...

... und rauchen? Fussballer dürfen nicht rauchen.
Hör auf! Man macht es zwar versteckt, aber man macht es.
Und ich rede hier nicht von Einzelfällen.

Ihr wart bestimmt auch sonst nicht immer brav?
Natürlich nicht, das ist überall so. Es musste sich einfach in Grenzen halten. Wir sind auch in den Ausgang und da sind Sachen im Hotel passiert ... aber ich will da jetzt nicht ins Detail gehen. (lacht)

Nun hast du die Seite gewechselt, bist Spielertrainer beim FC Diessenhofen in der 2. Liga. Statt Profis hast du nur noch Amateure um dich herum. Wie ist es, wenn du als Trainer nicht die Qualität zur Verfügung hast, die du dich gewohnt warst?
Ich habe mich sehr lange damit befasst. Es gelingt mir, die Ruhe zu behalten, auch wenn einer zwei Mal den gleichen Fehler macht. Das Ziel muss einfach sein, die Spieler besser zu machen. Ende Saison soll jeder einen Fortschritt machen.

abspielen

Das Beste von Frontino aus der Saison 2017/18. Video: YouTube/Pfoot Video Highlights

Was hättest du dem 18-jährigen Gianluca Frontino für einen Tipp gegeben?
Den gleichen wie Ricci Cabanas mir damals gab. Er fragte mich: «Willst du spielen?» «Sicher will ich spielen», antwortete ich und er sagte: «Dann hau mal zwei, drei um im Training. Zeig, dass du hier bist.»

Dann wären wir wieder beim «Ellbögeln».
Genau. Ich hätte noch frecher, noch mutiger sein sollen. Das
ist das, was die Jungen heute sehr gut machen: Sie sind frecher. Sie trauen sich viel zu und das sind diejenigen, die schlussendlich den Weg nach ganz oben machen.

Die Bilder des FC Aarau nach dem verpassten Aufstieg

Wenn Laien versuchen, Fussball-Begriffe zu erklären ...

Play Icon

Unvergessene Schweizer Fussball-Geschichten

Elf kleine Schweizer liegen 0:2 zurück und sorgen dann für Begeisterung in der Heimat

Link zum Artikel

Jörg Stiel stoppt den Ball an der EM mit Köpfchen – weil er es kann

Link zum Artikel

Ein Carlos Varela in Höchstform: «Heb de Schlitte, du huere Schissdrägg»

Link zum Artikel

Johann Vogel droht Köbi Kuhn, in den Flieger zu steigen, um ihm «eins zu tätschen»

Link zum Artikel

Im Heysel-Stadion werden 39 Menschen zu Tode getrampelt

Link zum Artikel

Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

Link zum Artikel

Filipescu macht den FC Zürich in Basel in der 93. Minute zum Meister

Link zum Artikel

Die «Nacht von Sheffield» – Köbi Kuhn sorgt für den grössten Skandal der Nati-Geschichte

Link zum Artikel

Der «entführte» Raffael wird zum Fall für die Polizei – und muss ein Nachtessen blechen

Link zum Artikel

Märchenprinz Volker Eckel legt GC mit 300-Millionen-Versprechen aufs Kreuz

Link zum Artikel

Cabanas fordert Respekt, denn «das isch GC! Rekordmeister! Än Institution, hey!»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

62
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
62Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • scarnuz 27.08.2019 23:27
    Highlight Highlight Sympathisch.
  • fexder 27.08.2019 18:56
    Highlight Highlight Selten so oft das Wort Scheisse gelesen in einem Interview 😂
  • Beat-Galli 27.08.2019 18:30
    Highlight Highlight „... aber eigentlich ist man in der Challange Leage ein Niemand“

    Ja, da hat er recht! 🤪
  • Swisslord 27.08.2019 18:27
    Highlight Highlight Das ist etwas, was ich an watson schätze. Sportlerinterviews während ihrer Karriere sind eigentlich immer langweilig und nichtssagend. Sobald aber diese Menschen Abstand haben, Zeit zum reflektieren und fast keine Interessen/Abhängigkeiten haben, kommen interessante Antworten dabei raus.
    Das heisst nicht, dass dies die Weisheit Ende Schluss ist aber dennoch manche Ansichten, welche man als aussenstehender nicht sieht.
    Weiter so watson.
  • winglet55 27.08.2019 17:07
    Highlight Highlight wieviele verdienen einen "Scheissdreck", das heisst unter 3000.-- p.M. und krüppeln 5 Tage die Woche à 9 Stunden und beklagen sich nicht. Müssen ebenfalls Spitzenleistungen erbringen, weil hinter ihnen stehen weitere Leute die diesen Job wollen. Die Fussballer haben echt ein Luxusproblem.
    • Burial 27.08.2019 18:13
      Highlight Highlight Ah ja? Bitte Nenn doch mindestens ein Beispiel, bei welchem jemand vollzeit arbeitet und lediglich 3000.- (oder weniger) verdient. Ich habe in meinen jungen Jahren am Fliessband gearbeitet und mehr verdient....
    • LouisvanGaal 27.08.2019 23:22
      Highlight Highlight Mir ist kein regulärer Job (keine Praktika oder Lehre) bekannt, welcher im Vollzeitpensum nur mit 3000.00 Franken netto entlöhnt wird.
    • Tschüse Üse 28.08.2019 05:44
      Highlight Highlight Jain, Fussballprofi ist man 24h und 7 Tage die Woche lang.
    Weitere Antworten anzeigen
  • marcausbaar 27.08.2019 13:52
    Highlight Highlight Danke für das gute Interview.
    Kann ihn gut Verstehen, ging mir ähnlich. Mir waren damals die Kollegen und das andere Geschlecht ebenso wichtig und reizvoll.
    Alles gute wünsche ich ihm.
  • cal1ban 27.08.2019 13:43
    Highlight Highlight Es gibt auch Ausnahmen in der Challenge League. Aus einem Interview mit Uli Forte über Aldin Turkes (Stürmer, Lausanne).
    "Was verdient er bei Lausanne?
    Man sagt, er spiele für 25 000 bis 30 000 Franken pro Monat. Da können wir beim besten Willen nicht mithalten."
    Das funktioniert aber auch nur mit zahlkräftigem Geldgeber. Wie soll z. B. Schaffhausen den mehr zahlen bei einem Zuschauerdurchschnitt von 1.194 Personen letzte Saison? Das Stadion könnte 8000 Zuschauer fassen.
  • Zaungast 27.08.2019 11:42
    Highlight Highlight Hätte mir hier ein journalistisch knallhartes Nachhaken bei den Hotelgeschichten gewünscht! ;-)
  • wilbur 27.08.2019 11:38
    Highlight Highlight Für einen so liebenswerten spieler, wie er sich selbst hier darstellt, hat er aber relativ oft (mit eher unfreundlichem abschied) die vereine gewechselt...
  • Hoopsie 27.08.2019 11:24
    Highlight Highlight Würde man die Fussballer in eine Art Einzelrangliste einteilen, dann wären gute Challenge League Spieler in der Schweiz wohl national die Nummer 300 bis 400. Weltweit würde es vielleicht so um die Nummer 7'000 herum reichen. Zeigt mir eine andere Sportart, bei der nur schon die Nummer 1'000 noch etwas dafür bekommt, davon leben kann. Also nicht weinen, lieber Dankbar sein, dass es trotz seinem "tiefen Ranking" noch 10 Jahre für Profisport gereicht hat.

    In vielen anderen Sportarten wird wesentlich mehr, für viel weniger Geld geleistet.
    • Hans Maulwurf 27.08.2019 11:50
      Highlight Highlight Interessante Gedanken. Das kann man mit Transfermarkt sogar ziemlich genau klassifizieren. Ein Durchschnittlicher Spieler in der CHL hat einen Marktwert von um 200'000. Ein Granit Lekaj vom FCW zum Beispiel bewegt sich mit seinem Marktwert um Platz 28'000
      Benutzer Bild
    • maylander 27.08.2019 12:09
      Highlight Highlight Er weint ja nicht. Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht.
      We wollte ja gar nicht gut sein. Jeder Profifussballer weiß doch das ein guter Tabellenplatz das wichtigste ist. In den erreicht man indem man mehr Tore schiesst als man erhält. Wer wieviel mal getunnelt hat is doch völlig irrelevant.
      Im Büro wird man auch nicht befördert weil man due Pflanzen besonders gut pflegt oder einen schönen Bildschirmhintergrund hat.
    • Now 27.08.2019 12:51
      Highlight Highlight Nummer 7000 ist aber noch sehr optimistisch;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Manuce 27.08.2019 11:21
    Highlight Highlight Die Buchtipps sprechen Bände...
    • Jo Blocher 27.08.2019 12:17
      Highlight Highlight Tja, nicht alle haben Goethe, Shakespeare und Schopenhauer auf dem Nachttisch, wie du🙄🙄🙄
    • Macto 27.08.2019 13:27
      Highlight Highlight Schau mal, er ist Fussballer. Dann ist es doch logisch, dass er Bücher über seine Idole liest. Ausserdem: Hast du eines der erwähnten Bücher gelesen? Zlatans Bio hat mich als nicht-Fussballer sehr inspiriert. Da konnte ich, wenn ich mal ehrlich bin, um einiges mehr lernen als bei Goethe...
    • walsa 28.08.2019 00:28
      Highlight Highlight sehr despektierlich dieser Kommentar, der spricht auch Bände...
  • bcZcity 27.08.2019 10:35
    Highlight Highlight Scottie Pippen sagte einmal, dass man nur zu den Besten gehören kann, wenn man viel trainiert, trainiert und noch einmal trainiert.

    Wer denkt Talent alleine ist genug und nur das Minimum macht, der wird nie zur Spitze gehören, sei es in der Super League oder in einer anderen Liga.

    Wer also bereit ist zu verzichten und extra Schichten schiebt, der wird auch den Lohn dafür ernten. Dies sind aber nur die wenigstens. Ich kann es ihnen nicht verübeln. Aber man sollte dann auch seine Ambitionen nicht zu hoch stecken wenn man nicht bereit ist 150% zu geben.

    Gut hat er die Reissleine gezogen!

    • mrgoku 27.08.2019 17:53
      Highlight Highlight Maradona hat sich nie Mühe gegeben und hat alle zerstört.... Coks sei Dank, aber er hat... haha
  • Oigen 27.08.2019 10:12
    Highlight Highlight Richtig geiles interview!

    Danke!
  • Ulmo Ocin 27.08.2019 10:01
    Highlight Highlight "Ich ging nicht über Leichen, um was weiss ich zu werden."
    Viel Glück als Versicherungsberater.
    • Driver7 27.08.2019 11:55
      Highlight Highlight hihi habe ich auch gedacht.. und vorallem ist weder Fussballer noch Versicherungsverkäufer (Berater ist irreführend) ein wirklicher Beruf.. eines ist Hobby das andere ist obsolet
    • Samuelsson 27.08.2019 12:07
      Highlight Highlight Seid froh einen Berater zu haben, der sich das vornimmt und so ist... Und als Berater mache ich die Erfahrung, dass Leute die unseren Beruf als obsolet empfinden die ersten sind die heulen wenn sie falsch versichert sind und ein Schaden nicht bezahlt wird..
    • Tedmosbyisajerk.com 27.08.2019 13:20
      Highlight Highlight Keine Verallgemeinerungen bitte!
    Weitere Antworten anzeigen
  • heati 27.08.2019 09:52
    Highlight Highlight War einer meiner Lieblingsspieler damals beim FC Thun. Wünsche ihm nur das Beste für seine zweite Laufbahn
  • The Count 27.08.2019 09:51
    Highlight Highlight "du darfst auf keinem Fall etwas neben dem Fussball machen, weil du dich fokussieren sollst."

    Quatsch, natürlich darf man einer Nebenbeschäftigung nachgehen, der werte Herr wollte dies schlicht nicht.
    • hopplaschorsch12 27.08.2019 09:55
      Highlight Highlight und du bist jetzt derjenige, welcher das beurteilen kann?
    • The Count 27.08.2019 10:16
      Highlight Highlight Welchen Grund sollte es sonst geben dass er es nicht getan hat? Verboten ist es nämlich nicht. Danke für die Antworten.
    • Sandro Zappella 27.08.2019 10:44
      Highlight Highlight Die meisten Profis haben Verträge, die ihnen viele Dinge wie z.B. das Skifahren verbieten, weil einfach das Verletzungsrisiko zu hoch ist. Wir sprechen hier nicht von 2-3 Verboten, sondern von mehreren Seiten.

      Und sowas wie ein Studium nebenbei ist zwar nicht verboten, aber halt doch unerwünscht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hans Maulwurf 27.08.2019 09:49
    Highlight Highlight Schön, mal ein ehrliches, authentisches Interview mit einem (Ex-)Fussballer zu lesen. Diese standardisierten, weichgespülten Antworten die man sonst so hört, sind ja kaum auszuhalten. Alles Gute für die Zukunft, Fronti (hast uns beim FCS viel Freude bereitet :)
  • Markus97 27.08.2019 09:48
    Highlight Highlight Naja für mich ist es grundsätzluch kein Missstand, wenn man mit 2. Liga-Sport nicht alzu viel Geld verdient. So hart das jetzt tönt, wenn sich das niemand ansieht gibt es auch keinen wirklichen finanziellen Mehrwert. Man kann ja auch einfach als Hobby Fussball spielen.
    • goschi 27.08.2019 10:49
      Highlight Highlight da es Vollzeit-Profis sind, sollte es aber schon zumindest zum leben reichen, meiner Meinung nach.
      Also 4'000+/Monat sollten drin liegen.
    • hopplaschorsch12 27.08.2019 11:28
      Highlight Highlight @goschi: klar sollte es das. aber wenn es der club nicht finanzieren kann, liegt es eben nicht drin. die können dann halt schlussendlich auch nicht mehr ausgeben als sie einnehmen.
    • goschi 27.08.2019 11:46
      Highlight Highlight Dann ist der Klub nicht fähig einen Profi-Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.

      Dahingehend hat der Interviewte hier absolut Recht, man stellt die Anforderung an die Spieler, sich als Profi zu gebärden, dann muss man ihnen aber auch den finanziellen Grundstock dafür zur Verfügung stellen, dass sie sich vollständig darauf konzentrieren können.

      Die Vereine müssen diese Anforderung also erfüllen, wer dies nicht kann, hat in einer expliziten Profi-Liga (als dies bezeichnet sich die 2. Liga des Fussballverbandes explizit) nichts zu suchen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ingmarbergman 27.08.2019 09:44
    Highlight Highlight Interessantes Interview, danke!

    Wie wärs mit einer Recherche zu den Beratern? Das scheint eine zwielichtige Gesellschaft zu sein..
    • jimknopf 27.08.2019 16:34
      Highlight Highlight https://www.watson.ch/!235075978#discussion_235075978

      Schau dir dieses Interview an, es sind nicht alle nur auf das eigene Wohl aus.
  • Ziasper 27.08.2019 09:30
    Highlight Highlight "Also wenn ich die Wahl habe, zwischen einem Stolper-Tor und an der Seitenlinie zwei Tunnels in Folge zu schieben, würde ich Zweiteres auswählen."
    Dieser Satz erklärt eigentlich ganz gut warum es nicht zu einer besseren Karriere gereicht hat.
    • Leckerbissen 27.08.2019 09:50
      Highlight Highlight Klar, sieht er ja aber auch ein. Es war sein Weg, sein Leben und seine Entscheidungen. Ich denke jeder von uns bereut gewisse Dinge rückblickend - ich zumindest tu es. Nur lohnt es sich nicht daran Zeit zu verschwenden und in Grübeln zu kommen, oh hey wo wäre ich wenn ich damals hätte.. Dann gilt der Fokus wieder auf das Jetzt zu setzen und eben diese Tunnels zu schieben :)
    • Füdlifingerfritz 27.08.2019 09:54
      Highlight Highlight Allerdings. Ist so eine neue Hipster-Mode, dass Tunnel fast mehr gefeiert werden als ein Tor.
    • McStem 27.08.2019 11:26
      Highlight Highlight Ist halt einfach Bolz- oder Pausenplatzmentalität. Schon bei uns wurden die "Tunnellos" mehr gefeiert als Tore. Der, der ihn kassiert hat wurde auch mehr aufgezogen. Die meisten (Profis) verlieren diese Einstellung halt einfach mit der Zeit.
    Weitere Antworten anzeigen

Für Trump ist billiges Benzin wichtiger als ein Krieg gegen Iran

Nach dem Drohnenangriff auf Ölanlagen in Saudi-Arabien nimmt die Gefahr eines Kriegs in der Golfregion weiter zu. US-Präsident Donald Trump kann ein solches Szenario nicht gebrauchen.

Einmal mehr brennt es am Persischen Golf, im wahrsten Sinne des Wortes. Bei mutmasslichen Drohnenangriffen auf saudische Ölanlagen am Samstag wurde unter anderem die grösste Raffinerie des Landes in Abakik getroffen. Die Feuer sollen unter Kontrolle sein, doch die Einschränkung der Produktion sorgte prompt für einen Anstieg des Ölpreises.

Die Verantwortung für den Angriff übernahmen die Huthi-Rebellen in Jemen, die seit 2015 von einer Allianz unter Führung von Saudi-Arabien mit Luftangriffen …

Artikel lesen
Link zum Artikel