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Tennis Britain - Barclays ATP World Tour Finals - O2 Arena, London - 20/11/16 Great Britain's Andy Murray with Serbia's Novak Djokovic after winning the final Action Images via Reuters / Tony O'Brien Livepic EDITORIAL USE ONLY.

Augen zu und durch: Die Duelle zwischen Novak Djokovic und Andy Murray sind nicht gerade schön anzusehen. eBild: Tony O'Brien/REUTERS

Warum es Zeit ist, dass Roger und Rafa zurückkehren

Novak Djokovic dominierte die erste Saisonhälfte, Andy Murray die zweite. Logisch trafen sich die beiden im Final der World Tour Finals. Der Kampf um den Tennisthron war dann aber deutlich weniger prickelnd, als es die Affiche versprach.



Wir haben gerade das spannendste Saisonfinale erlebt, das man sich wünschen kann. Im Final der World Tour Finals treffen die zwei aktuell besten Tennisspieler der Welt aufeinander, die sich auch noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Nummer-1-Position liefern. Wer das finale Direktduell gewinnt, sitzt am Ende des Jahres auf dem Tennisthron. Der ewige Herausforderer gegen den grossen Dominator der letzten Jahre.

Und doch hat mich der Final zwischen Novak Djokovic und Andy Murray eigentlich nie richtig gefesselt. Das hat zunächst einmal mit ihrer Spielweise zu tun. Zu ähnlich sind sich die beiden. Der Serbe und der Schotte sind exzellente Returnspieler, die den Platz hervorragend abdecken und das blitzschnelle Umschalten von der Defensive in die Offensive beherrschen. Tönt spektakulär, ist es zumindest in ihren Direktduellen aber nicht: Die Zuschauer kriegen fast ausschliesslich monotone Rallyes von der Grundlinie zu sehen. Ein Ballwechsel sieht aus wie der andere.

Und zwar so ...

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Video: streamable

Kommt hinzu, dass beide auf dem Platz – daneben sind sie schwer in Ordnung – nicht die grössten Sympathieträger sind. Auf der einen Seite Murray, die neue Nummer 1, der trotz seiner beeindruckenden Siegesserie schon nach dem ersten Ballwechsel der Partie die ersten Selbstgespräche führen und mit sich hadern kann. Auf der anderen Djokovic, der seit Beginn seiner Baisse ziemlich dünnhautig geworden ist und seinen Frust des öfteren an Schiedsrichter und Publikum auslässt.

Gratulationen für Murray aus der Schweiz:

Etwas wehmütig erinnere ich mich deshalb an die Duelle zwischen Roger Federer und Rafael Nadal zurück, die beide beim Saisonfinale in London fehlten und schmerzlich vermisst wurden. Als sie während den Nuller-Jahren das Männer-Tennis dominierten, lieferten sie sich so manch episches Duell, die ihre Faszination vor allem aus der Unterschiedlichkeit der Protagonisten bezogen. Hier der elegante Virtuose Federer, dort der unermüdliche Kämpfer Nadal. 

Gut kehren die beiden in der neuen Saison auf die Tour zurück. Denn von der zweiten Garde hat sich zuletzt keiner als ernsthafter Herausforderer für Murray und Djokovic aufgedrängt. Stan Wawrinka bleibt ein Mann für grosse Titel, aber nicht für den Kampf um den Tennisthron. Kei Nishikori ist der neue David Ferrer, Milos Raonic der neue Tomas Berdych. Die jungen Wilden um Dominic Thiem, Alexander Zverev und Nick Kyrgios sind auf gutem Weg, brauchen aber noch Zeit. Es bleibt also an Roger und Rafa, den monotonen Zweikampf an der Spitze zu durchbrechen.

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pasionaria 23.11.2016 22:34
    Highlight Highlight Lilie
    hatte ich nicht fuer einen kurzen Moment die Ehre, eines Ihrer erleuchteten Posts zu entdecken. Jetzt ist es wieder verschwunden? Kann das sein? Diese geistige Journalisten-Welt?!
    Immerhin scheinen sich unsere Meinungen, wenn schon nicht in S......-, wenigstens in S..portthemen besser zu entsprechen.
    Dustin Brown ist fuer mich auch ein Spieler, der sich von den andern Durchschnittsspartenkoennern abhebt.
    Es sollte mehr von diesen 'farbigen' Topshots geben.
    0 0 Melden
  • Pasionaria 22.11.2016 00:25
    Highlight Highlight Ph.Reich
    Gut analysiert. Die absoluten Weltklasse- Konterspieler und beiden besten Retournierer ND und AM glaenzen meist 'nur' noch mit ihrer hervorragenden Beinarbeit. Der Rest ist auch gut - ausser Noles jaemmerliches Netzspiel - aber an Vielseitigkeit und Attraktivitaet koennen beide King Roger nicht das Wasser reichen!
    Leider ist letzterer etwas zu Zuschauer-, Presse- und Sponsoren- Angepasst.
    Aber toller Sportler mit kaum Kanten und noch weniger Ecken (ab)! Selten fuer einen Tennisspieler.

    Lilie schon wieder mit Ihnen einig. Waere nur diese Esoterik nicht!
    7 2 Melden
  • Typu 21.11.2016 19:49
    Highlight Highlight Wäre doch söderling nur gesund geblieben.
    12 0 Melden
  • mazoo 21.11.2016 18:47
    Highlight Highlight Mich hat Raonic nicht zum ersten Mal beeindruckt. 7:6, 7:6 und 5:7, 7:6, 7:6 gegen die Nummer 2 und 1 der Welt. Denkbar knapp und in beiden Spielen hätte er auch den Sieg verdient. Nicht nur mit dem Aufschlag, sondern auch sonst erstaunlich variantenreich hat er gepunktet. Ebenso ist Grigor wieder etwas im Aufwind, ihm zuzuschauen erinnert auch oft an unseren eleganten GOAT :)
    Ich mache mir jedenfalls keine Sorgen um das Männer-Tennis, im Gegenteil. Das die beiden Jungs gestern Abend nach dieser Saison nicht mehr so brillierten, ist auch nachvollziehbar.
    6 1 Melden
  • Ratchet 21.11.2016 17:27
    Highlight Highlight So wahr! Beide spielen den gleichen zwar defensiv-weltklasse aber offensiv oft sehr überschaubaren Tennis. Dieser risikofreier geduldiger Tennis führt leider nur oft zu unspektakuläre lange Ballwechsel ohne Ende.
    Federer und Nadal haben uns wohl jahrelang zu sehr verwöhnt. Mittlerweile gibt es leider kaum neue Spieler in Sicht, die ähnlich unterhalten könnten. Kyrgios wäre interessant. In Thiem und Zverev sehe ich leider auch nur Ferrer-Potential.
    20 3 Melden
    • Dä Brändon 21.11.2016 20:51
      Highlight Highlight Mmhmm genau! Ich verfolge seit meinem 5. Lebensjahr den Männertennis und Nole ist absolute Spitze und ebenso Spektakulär und brilliant! Nur weil Roger nicht mehr oben mitmischen kann musst Du nicht andere als unspektakulär schimpfen.
      4 14 Melden
    • Jol Bear 21.11.2016 22:06
      Highlight Highlight Das Spektakuläre an Nole ist, wie er Winner aus scheinbar aussichtslosen defensiven Positionen spielen kann. Hinsichtlich Eleganz und Schönheit der Bewegung sehen aber die meisten Spieler im Vergleich zum Artist Roger wie angelernte Handwerker aus. Das Angriffstennis mit gewollt kurzen Ballwechseln, Netzvorstössen und Stoppbällen sieht man leider immer seltener. Zuletzt war Mischa Zverev in Basel eine solch wohltuende Ausnahme.
      8 0 Melden
    • Ratchet 21.11.2016 22:54
      Highlight Highlight @Brändon
      Unspektakulär ist vor allem das Aufeinander-Treffen zweier Spieler mit der genau gleichen Spielweise.
      Während noch Nole vs Nadal vs Federer abwechslungsreiche Highlight des Jahres waren, bleibt mir dieses Jahr kein einziges Nole vs Murray in Erinnerung. Da haben Begegnungen mit Del Potro mehr Eindruck hinterlassen.
      Die beide spielen einfach zu ähnlich, egal auf welchen Boden jeder Punkt ähnelt sich. Keiner fühlt sich durch den Gegner gezwungen Abwechslung in sein Spiel zu bringen.
      Auf der anderen Seite sind Serve-Volley Duelle zwischen Federer und Cilic genauso unspektakulär. ;)
      7 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • TobiWanKenobi 21.11.2016 15:44
    Highlight Highlight Kann ich nur zustimmen!
    29 5 Melden
  • AJACIED 21.11.2016 15:43
    Highlight Highlight Ach als Federer alles gewonnen hatte, hörte Mann solche "es wird Zeit" Sätze seh sehr selten. Jo mei jetzt stört es die Leute 😂😂. Ok
    8 20 Melden
  • lilie 21.11.2016 15:26
    Highlight Highlight Das stimmt, aber es soielen eh nicht viele wirklich interessantes Tennis. Neben dem Improvisationskünstler Federer und dem Ausnahmetalent Nadal fallen mir höchstens ein paar andere Namen ein:
    - Wawrinka spielt genial, wenn er gut drauf ist, allerdings katastrophal, wenns nicht läuft
    - Nick Kyrgios nervt zwar öfters - dafür ist es tatsächlich selten langweilig mit ihm
    - Ich mag auch einen Dustin Brown, der einen erfrischend individuellen Stil entwickelt hat
    22 0 Melden
    • AJACIED 21.11.2016 16:41
      Highlight Highlight Ausnahmetalent Nadal🤔
      Zweifellos einer der besten überhaupt er hat sich leider zu sehr auf Sand fokussiert.😐
      Janu trotzdem super Karriere vamos Rafa 🖖
      9 1 Melden
  • Philu 21.11.2016 14:35
    Highlight Highlight Der Vergleich Nishikori - Ferrer und Raonic - Berdych ist echt gut.
    48 1 Melden
    • Toerpe Zwerg 21.11.2016 15:26
      Highlight Highlight yup.
      5 5 Melden
    • Schreiberling 21.11.2016 18:31
      Highlight Highlight Wobei Berdych bei den grossen Turnieren mit wenigen Ausnahmen jeweils konsequent im Viertelfinal scheiterte. Raonic hat es da schon öfters etwas weiger gebracht. Doch er spielt weder attraktives Tennis, noch vermag er Murray und Djokovic über längere Zeit ernsthaft herausfordern.
      9 1 Melden

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